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Nur 83 von über 1500 Mitgliedern kamen zur Mitgliederversammlung der Waldbesitzervereinigung Erding nach Lengdorf.

Waldbesitzervereinigung Erding

Immer mehr Frauen zieht es in den Wald

Lengdorf - Mit einer Vermarktungsmenge von über 30 000 Einheiten und einem Umsatz von rund zwei Millionen Euro befand sich die Waldbesitzervereinigung Erding (WBV) auch 2015 auf Erfolgskurs.

Als Vorsitzender wiedergewählt wurde Rainer Mehringer (r., mit Anton Bauer, Valentin Vorbuchner, Korbinian Empl und Martin Gruber. Landrat Martin Bayerstorfer (2.v.r.). gratulierte.

Die Mitglieder des wirtschaftlichen Vereins bestätigten – wie erwartet – bei der Neuwahl die bewährte Vereinsspitze mit dem ersten Vorsitzenden Rainer Mehringer. Erfolgreich war die WBV Erding allerdings nicht nur in ihrem Kerngeschäft Holzvermarktung. Wie Mehringer in seinen Geschäftsbericht ausführte, wurden zahlreiche Qualifizierungskurse angeboten, die zum Teil in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten (AELF) durchgeführt wurden. „Die Qualifizierung und die Sicherheit der Waldbesitzer ist ein hohes Gut“, betonte der Vorsitzende. Spezielle Kurse und Waldführungen habe es für Frauen gegeben. „Der Wald wird weiblich“, stellte Mehringer ob des weiblichen Interesses an der Forstwirtschaft fest.

Doch nicht nur die Schulung der Mitglieder stand bei den Erdinger Waldbesitzern hoch im Kurs, zahlreiche Aktionen wie die Teilnahme am Waldbesitzertag in Ebersberg dienten der Präsentation des Vereins. „Wir müssen den Verband in der Öffentlichkeit darstellen“, sagte Mehringer. Dabei gehe es vor allem darum, sich verstärkt im Naturschutz zu positionieren. „Es ist verblüffend, wie viele Menschen über den Wald reden, ohne ihn zu kennen“, sagte Mehringer. „Wir müssen etwas tun, sonst werden wir getan“, empfahl der Vorsitzende, der „nützen und schützen, Ökonomie und Ökologie“ zusammenbringen“ möchte.

Ausführlich ging Mehringer er auf das zurückliegende Jahr ein, das von großen Schadholzmengen durch Windwurf und Borkenkäfer geprägt gewesen war. Sturm „Niklas“ habe die Erdinger Waldbesitzer „sauber erwischt“, konstatierte er. Den Waldbesitzern empfahl Mehringer, „alles aufzuarbeiten, was gefallen ist“, um das Auftreten des Kleinen Kupferstechers einzudämmen.

Auch Stefan Warsönke, Bereichsleiter Forsten beim AELF, kam in seinem Fachreferat auf die Borkenkäfer-Situation zu sprechen. Zwar sei durch den milden Winter ein großer Teil der Brut verpilzt, die vielen Einzelwürfe des Sturms machten die Aufarbeitung allerdings schwierig. Die Waldbesitzer sollten dennoch unbedingt den Schlagabraum vor Schwärmbeginn des Käfers Mitte April hacken oder verbrennen. „Jeder Waldbesitzer ist zur Befallskontrolle und zur Aufarbeitung von Borkenkäferholz verpflichtet“, wies Warsönke auf die Gesetzeslage hin. Er ging auch auf das Forstliche Gutachten zur Waldverjüngung ein, für das im vergangenen Jahr die Aufnahme stattgefunden hat. Die in den Hegegemeinschaften Erding-Süd und Isen hohen „Verbissprozente bei Laubholz“ führten zur Empfehlung, die Abschusszahlen für die beiden Bereiche zu erhöhen. Doch auch beim Nadelholz sehe es nicht gut aus: „Entscheidend ist das, was übrig bleibt“, sagte Warsönke. Je älter und höher die Verjüngung werde, desto mehr setze sich die Fichte durch. „Werden Sie als Waldbesitzer aktiv, wir allein können es nicht richten“, appellierte er an die Zuhörer.

Den Holzmarktbericht mit den aktuellen Preisen gab Forstingenieurin Alexandra Hörand. 2015 seien mit 14 000 Laubbäumen, 8900 Nadelbäumen und 4300 Einzelbäumen aufgrund der Trockenheit nur wenige Gehölze gepflanzt worden. Derzeit seien die Sägewerke interessiert, große Nachfrage bestehe beim Kurzholz.

Umsatzplus von 600 000 Euro

Den finanziellen Jahresabschluss legte Steuerprüfer Thomas Kölbl vor. Da bei den Erdinger Waldbesitzern als wirtschaftlicher Verein das Staatsministerium als Aufsichtsbehörde fungiert, besteht gegenüber der obersten Behörde Beweispflicht. „Die wirtschaftliche Lage kann als stabil bezeichnet werden“, heißt es im Prüfbericht. Positiv beurteilte Kölbl auch das erzielte Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 600 000 Euro. Dass fast zwei Millionen Euro Holz erfasst worden seien, zeige die Leistungsfähigkeit der WBV Erding.

Mit der zeigten sich auch die anwesenden 83 der insgesamt 1527 Mitglieder zufrieden. Sie wählten bei lediglich zwei Gegenstimmen Rainer Mehringer nach zehn Jahren erneut zum Vorsitzenden. Dem neuen Vorstand gehören außerdem an: Korbinian Empl (2.Vorsitzender, er ersetzt Bernhard Empl) und Martin Gruber aus Fraunberg als 3. Vorsitzender. Beisitzer sind: Anton Bauer, Dorfen, Josef Grasser, Isen (neu im Amt), und Valentin Vorbuchner, Taufkirchen. Zu Kassenprüfern wurden Rupert Hutterer, Lengdorf, und Anton Kaltenbrunner, Taufkirchen, bestimmt.

Anne Huber

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