CSU-Frühschoppen

Rauscher: Inklusion muss in alle Köpfe

Erding - Mit dem Referenten Walter Rauscher stand das Thema Inklusion im Mittelpunkt beim CSU-Stammtisch mit neun Besuchern im Gasthaus Kreuzeder.

18,1 Millionen Menschen leben in Deutschland mit einer Beeinträchtigung, das heißt mit einem länger als einem halben Jahr währenden Krankheitsbild, so die Statistik. In der Kreisstadt habe man hinsichtlich der Barrierefreiheit einiges getan, erklärte Walter Rauscher, viel sei jedoch noch zu erledigen. Sein Wunsch ist, alle einzubeziehen, ob Jung oder Alt, Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte. Als Beispiel nannte er die Rollstuhl-Parkplätze am Schwimmbad. Jene, die nicht im Rollstuhl sitzen, aber doch stark gehbehindert sind, müssten weite, mühsame Wege auf sich nehmen.

Lobenswert seien die zahlreichen Behindertentoiletten, für die es einen Generalschlüssel gebe. Auch der Umbau des Rathauses werde unter dem Aspekt „behindertengerecht und barrierefrei“ erfolgen. Außerdem habe sich für das denkmalgeschützte Haus am Rätschenbach eine Lösung dergestalt gefunden, dass nach einem Mauerdurchbruch der Aufzug in der Bücherei benutzt werden kann.

Bei der Umgestaltung des Kronthaler Weihers wird noch nach einer Lösung gesucht, auch bei dem bis zu 50 Zentimeter schwankenden Wasserstand Rollstuhlfahrern das Baden zu ermöglichen. Ein Problem stellt für Rauscher das Kopfsteinpflaster dar. Hier sollten an bestimmten Stellen Platten verlegt werden, um wenigstens einen schmalen holperfreien Streifen zu schaffen. Die Schwierigkeiten bei schrägen Bürgersteigen seien ihm zwar bewusst, Ausweichen auf die Straße sei aber einfach zu gefährlich.

Burkhard Köppen lobte an dieser Stelle, dass man im Stadtrat durch einen Referenten politisch verankert habe, „dass wir die Inklusion wollen“. Dies genüge jedoch nicht in den Köpfen der Politiker, sondern müsse auch bei Planern, Architekten und Bauunternehmen stattfinden, erklärte Rauscher. Gebaut werde beispielsweise für maximalen Wohnraum, weil man nur den verkaufen könne, während Treppenhäuser minimiert würden. Es könne nicht sein, dass die Feuerwehr mit der Drehleiter anrücken muss, weil man mit einer normalen Trage nicht durchs Treppenhaus kommt.

Einigermaßen problematisch sei die Inklusion in den Schulen, die teils die Lehrkraft überfordere, aber auch den betreffenden Schüler. Um dies umzusetzen, benötige man mehr fachkundiges Personal. Zudem zähle der Elternwille. Bei Eltern werde eine sonderpädagogische Schule oft als Ausgrenzung angesehen, so Jakob Mittermeier. Die „war zwar einst total negativ angesehen“, ergänzte Rauscher, „aber die haben Spezialisten und Erfahrung, um zu einem guten Schulabschluss zu führen“.

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