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So jung kumma nimmer zamm: Lore Hermannsdorfer (l.) übernahm die Begrüßung beim „Tag der Jungg ebliebenen“ im Gasthaus Rott in Ottering.

„10. Tag der Junggebliebenen“

Auszeit für Austragler

Der „Tag der Junggebliebenen“ des Bayerischen Bauernverbandes ist eine Erfindung der ehemaligen Kreisbäuerin Elisabeth Mayr. Er fand gestern zum zehnten Mal im Gasthaus Rott in Ottering statt.

Ottering – Allerdings hat Nachfolgerin Irmgard Posch die Schwerpunkte etwas anderes gesetzt: Information, wohl dosiert, stand erst einmal im Mittelpunkt. Lore Hermannsdorfer, die die Kreisbäuerin vertrat, wollte das Programm auch so verstanden wissen, dass genügend Zeit für das blieb, was sie die „Auszeit für die Austragler“ nannte.

Der Tag fand immer schon in diesem Gasthaus statt, und Hermannsdorfer nannte den Besuch zufriedenstellend. Sie überbrachte die Grüße der Kreisbäuerin und meinte scherzhaft: „Die hat mich her geschickt, weil sie gemeint hat, ich passe vom Alter her besser dazu.“

Zu Gast war Christian Satzl, Sicherheitsbeauftragter bei der Sozialversicherung Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. Er hatte einen richtig guten, reich bebilderten Vortrag dabei, mit dem es ihm gelang, die Gäste genau da abzuholen, wo sie standen. „Ich bin der klassische Außendienstler, ich komme auf die Betriebe raus und berate die Betriebsleiter in Sicherheitsfragen“, stellte er sich vor. Die „Ausbeute“ dieser Beratungsgespräche hatte er dabei. Es ging um Trittsicherheit, Vermeidung von Stürzen auf dem Betriebsgelände. „Es stürzt der Mensch, so lange er geht“, hatte er an die Leinwand geschrieben, dann aber auch die Folgen drastisch beschrieben: 120 000 Oberschenkelhalsbrüche jährlich in Deutschland, die in 20 Prozent aller Fälle zu dauerhafter Pflegebedürftigkeit führen.

Er stieg in den Betriebsalltag ein und wusste genau, mit welchen Arbeiten die Austragler sich einbringen: Als er „Kontrollgänge“ nannte, kam viel Heiterkeit auf. „Klar. Um zu schauen, ob die Jungen was arbeiten“, rief einer. Die wild auf dem Gartenweg herumliegenden Gartenschläuche – klassische Stolperfallen – kannten aber auch alle. Und die mit Material vollgestellte Treppe, die nicht einmal mehr ein 30-Jähriger sicher begehen kann in diesem Zustand, löste manchen Aha-Effekt aus. Satzl hatte aber auch konkrete und bebilderte Vorschläge für Abhilfe dabei.

Nebenbei machte er Werbung für Präventionsmaßnahmen: Kurse, die Trittsicherheit verbessern, beschrieb er am Rand der Veranstaltung so: „Da geht es um Muskelaufbau, Gleichgewicht, Beweglichkeit.“ Auch Hermannsdorfer schwört auf diese Kurse und empfahl sie eindringlich. Satzl schaffte es, seinen kurzweiligen Vortrag auf unter eine halbe Stunde zu begrenzen, so dass das Ziel, „Zeit zum Ratschen zu lassen“, erreicht werden konnte.

Klaus Kuhn

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