Seit 1960 gibt es Sonnendorfer in Inning. Unser Bild zeigt die Familie Braun mit (v. l.) Brigitte, Christian, Chef Josef Braun, Sebastian, Bettina und Oma Ida. Foto: Privat

Sonnendorfer Eier

Entwarnung nach Salmonellen-Alarm

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Wegen des Verdachts auf Salmonellen hat die Sonnendorfer GmbH eine Charge Eier vom Markt genommen. Jetzt kam die Entwarnung: Die Eier sind in Ordnung.

Sonnendorf – Es ist mit das Schrecklichste, was einem Betrieb passieren kann: Wegen möglicher Gefahren für die Gesundheit der Verbraucher muss ein Produkt zurückgerufen werden. Dem Eierproduzenten Sonnendorfer ist das passiert. Rund 60 000 Eier wurden vorsorglich wegen des Verdachts auf Salmonellen aus dem Handel genommen und vernichtet.

Tage später nach mehreren Untersuchungen jetzt die Entwarnung: Die Eier waren einwandfrei. Warum eine Probe dennoch positiv ausgefallen war, ist ungeklärt. Was bleibt, ist ein großer finanzieller Verlust und ein noch nicht überschaubarer Imageschaden.

Erste Rückrufaktion in der Firmengeschichte

Hinter den Produkten der Marke Sonnendorfer steht das 1960 gegründete Traditionsunternehmen der Familie Braun in Sonnendorf in der Gemeinde Inning. Für Josef Braun, den Chef des mittelständischen Unternehmens mit 14 Angestellten, steht fest: „Die Gesundheit der Verbraucher hat absoluten Vorrang.“ Deshalb habe sein Unternehmen die vom Salmonellen-Verdacht betroffene Charge sofort zurückgerufen, als vergangene Woche eine Routineuntersuchung auf Salmonellen positiv ausgefallen war. Die Eier wurden unter anderem über Rewe, Edeka und Kaufland angeboten. Bundesweit wurde auf Verbraucherportalen und in den Medien vor dem Verzehr der Eier gewarnt. Es ist das erste Mal in der Firmengeschichte, dass der Produzent von einer Rückrufaktion betroffen ist.

Dass es dazu kam, liegt auch an einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Familie Braun. Sie hat ihren Betrieb mit über 50 000 Hühnern mit dem Siegel „Geprüfte Qualität – Bayern“ zertifizieren lassen. Damit einhergehend ist ein Kontrollsystem, das regelmäßig Eier-Proben nimmt. Die Hälfte davon nimmt der Kontrolleur mit, die andere Hälfte bleibt als sogenannte Rückstellprobe im Betrieb. Die Probe wurde am vergangenen Donnerstag genommen – am Freitag der Anruf: Verdacht auf Salmonellen.

Weitere Untersuchungen negativ

Bei Sonnendorfer ging dann alles sehr schnell. Wie Bettina Braun berichtet, wurden sofort die Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) sowie das Landratsamt darüber informiert. Parallel wurde bei Rewe und den anderen Handelsketten der Warenrückruf organisiert. Eine weitere, behördliche Kontrolluntersuchung erfolgte am Freitag nicht mehr. Doch Sonnendorfer selbst schickte im Eilverfahren fünf Proben aller Eier, die auf Lager waren, zum Tiergesundheitsdienst Bayern (TGD) nach Grub. Im dortigen Labor wurde festgestellt, „dass alle Proben negativ sind“, so die Tochter des Firmenchefs. Auch eine weitere, am Montag zum TGD gebrachte Gegenprobe, wurde untersucht. Das Ergebnis wurde am Dienstag bekannt: ebenfalls negativ.

Warum das erste Probenergebnis positiv war, ist laut Braun völlig unklar. Es könnte genauso ein Fehler im Labor vorgelegen haben wie eine Kontaminierung mit Salmonellen auf dem Weg ins Labor. Vielleicht war aber wirklich ein Huhn krank, und genau dieses Ei wurde untersucht. Derzeit wird versucht, das zu klären.

Imageschaden wird befürchtet

Alleine der finanzielle Schaden für die Familie Braun ist groß. Die Eier hatten einen Wert von über 10 000 Euro, hinzu kommen die Kosten für die Rückrufaktion. Insgesamt bis zu 40 000 Euro haben die Brauns dadurch verloren. Und auch wenn die Produkte von Sonnendorfer nie von Amts wegen aus dem Verkehr gezogen wurden, so ist der Imageschaden „immens“, wie Firmenchef Braun befürchtet. Für ein Unternehmen könne so ein Rückruf „existenzbedrohend“ werden, da viele Verbraucher glaubten, der Betrieb arbeite nicht sauber.

Dabei betont Braun: „Die Sicherheit der Verbraucher ist das Wichtigste. Aber es kann überall mal was passieren.“ Bei Sonnendorfer geht nun die Angst um: Sollte sich das wiederholen, „dann ist unser Name kaputt“, sagt Braun. Und eines steht für den Unternehmer auch fest: Mehr Sicherheit, als bei Eiern aus einer großen Produktion, gibt es nicht. Denn die Eier vom Bauern würden gar nicht untersucht.

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