Ein Prosit auf ein gutes neues Jahr: Bürgermeisterin Michaela Mühlen bedankte sich bei Bürgern, Vereinen und Verbänden für das ehrenamtliche Engagement im vergangenen Jahr. Foto: lang

NEUJAHRSEMPFANG INNING

„Es geht uns allen schon zu lange zu gut“

Es waren sehr kritische Worte, die Innings Bürgermeisterin Michaela Mühlen gestern beim Neujahrsempfang von Gemeinde und Bürgerforum sprach. Sie kritisierte „die ewigen Nörgler“ und beklagte, dass sich „Unzufriedenheit und ein rauer, respektloser Ton verbreiten“.

Von Birgit Lang

Inning – Auch im Arbeitsalltag sei sie mit Streitereien von Menschen konfrontiert, die oft von Neid getrieben seien, sagte Mühlen. Oft würden „die Anderen“ verantwortlich gemacht, seien es Politiker, Nachbarn, Kollegen, Lehrer, Chefs, Flüchtlinge oder sogar die eigene Familie und Ehrenamtliche. „Hauptsache, man kann sich über jemanden beklagen und beschweren.“ Oft denke sie sich, „dass es uns allen schon zu lange zu gut geht“, konstatierte die Gemeindechefin in der Holzlandhalle, viele könnten dies nicht mehr schätzen. Frieden, Sicherheit und Wohlstand würden als selbstverständlich hingenommen.

Die weltweite Situation könne man nicht verändern, jeder einzelne aber könne Werte wie Mitmenschlichkeit, Respekt, Dankbarkeit und Zusammenhalt als Grundlage für sein Denken und Handeln nehmen. Auf keinen Fall wollte Mühlen den Eindruck erwecken, dass alles schlecht sei. „Im Gegenteil!“, betonte sie und dankte den vielen Bürgern, die sich in der Gemeinde im Vorjahr wieder engagiert hätten, sei es in der Vereinsarbeit, bei der Organisation kultureller Ereignisse, im Chor, in der Nachbarschaftshilfe, im Asylhelferkreis, bei der Feuerwehr oder im Pfarr- und Gemeinderat. „Enorm viel Zeit steckt in der Kinder- und Jugendförderung“, sagte Mühlen, angefangen vom Mutter-Kind-Turnen über Vereinsangebote bis hin zum Ferienprogramm oder den Ministranten. Die Bürgermeisterin würdigte alle, die sich neben Beruf und Familie die Zeit nehmen, Kinder zu betreuen, zu trainieren und zu fördern. Sie alle würden einen „großen Beitrag leisten, um unsere Gemeinde lebenswert zu machen.“ Dafür gebühre ihnen Anerkennung und Respekt.

Auch dieses Jahr gebe es Ereignisse, die viel Organisation und Arbeit erforderten. Mühlen nannte das Doppeljubiläum im Kinderhaus, die 40-jährige Freundschaft mit der Partnergemeinde Griffin und das erste Freilichttheater in der Gemeinde. Auch der Gemeinderat sei im Vorjahr aktiv gewesen. In den kommenden zwei Jahren könnte die Ernte dieser Arbeit eingefahren werden, erklärte sie. So werde in spätestens zwei Jahren die Gemeinde komplett mit Breitband-Internetanschluss versorgt sein. Die Planungen für Bürgerhaus und Freizeitgelände liefen auf Hochtouren. Als Erstes werde dieses Frühjahr der Freizeitweg aus der Dorferneuerung verbessert. Ende des Jahres rechnet Mühlen mit einem neuen Feuerwehrauto und nach vielen Rückschlägen endlich mit der Erschließung des neuen Baugebietes Am Reimeringer Weg.

An die Anwesenden appellierte die Bürgermeisterin, sich Gedanken zur Gestaltung und Entwicklung der Gemeinde zu machen, sich in die Gemeinschaft einzubringen, sowie offen und aufgeschlossen einander zu begegnen und füreinander dazu sein. Mit einer Umarmung folgten viele ihrer Bitte und wünschten sich ein gutes Neues Jahr. Danach ging es ans Büffet.

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