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So sieht’s aus: Bürgermeisterin Michaela Mühlen (r.) sprach sich vor Gemeinderäten und Anwohnern gegen Bäume in Siedlungen aus.

Baugebiet am Reimeringer Weg

Für Gemeinderat sind Bäume im Wohngebiet ein Ärgernis

Inning – Für Bäume in der Siedlung haben Innings Gemeinderäte und Bürgermeisterin Michaela Mühlen nicht viel übrig. Das wurde in der Sitzung klar, als es um das Baugebiet am Reimeringer Weg ging.

Gut eine Stunde wurde der Bebauungsplan erörtert und ausgiebig über die Bäume sowie die Zufahrten zu landwirtschaftlichen Grundstücken diskutiert. 26 Parzellen sollen im nördlichen Anschluss an die Siedlung an die Helderinger Straße auf einer Fläche von 24 7000 Quadratmeter entstehen. Dazu wäre eine Ausgleichsbedarf von 6178 Quadratmetern nötig, der unter anderem als eine 2878 Quadratmeter große Obstwiese und eine weitere Fläche von 3300 Quadratmetern nachgekommen werden soll. 

Die von Planerin Birgit Kastrup vorgesehen Bäume in den Straßenräumen wurden vom Gremium als nicht nötig, ja sogar laut Gemeinderat Norbert Gruber als „Ärgernis“ angesehen. Kastrup erkläre, dass am Ortsrandeingang eine öffentliche Grünfläche mit Fußweg vorgesehen sei. Der „Dorfanger“ könnte eventuell als Vorplatz für die Kirche, vielleicht mit Schotterflächen und Bänken versehen werden. In der Ortsrandeingrünung seien Ahorn-, Sali- und Weidenbäume vorgesehen, im Straßentorso sollen weitere Bäume gepflanzt werden, wobei die Lage noch nicht genau festgelegt sei. 

Gruber fragte, ob die Bäume wieder in die Straße gebaut werden sollen. Das habe sich in der Siedlung in der Helderinger Straße nicht bewährt. „Eigentlich haben wir nur Stress damit. Das ist ein Schmarrn, unpraktisch ohne Ende“, viele wurden schon angefahren. Diesen Fehler sollte man nicht mehr machen und sich etwas anderes überlegen. Kastrup konterte, dass die Gärten auch nicht so üppig seien und die Anwohner dort kaum größere Bäume pflanzen werden. Es könnten noch „Stückchen aus den privaten Grundstücken rausgeknapst“ werden.

„Da machen überall bloß die Hunde rein“, wendete Bürgermeisterin Mühlen ein. Bäume würden Schatten spenden, zur Auflockerung in einer Siedlung beitragen, argumentierte die Planerin. Worauf Alois Winkler konterte: „Wir haben eh so viel Wald rundherum“. „Die Bäume sind auch für die Ausgleichs-Bilanzierung nötig“ und wichtig für das Kleinklima, hielt Kastrup dagegen und betonte. „Wir müssen auch darlegen, wie wir dem Klimawandel entgegenwirken“. 

Das ließ auch Sepp Fenk nicht gelten. „Mit Grün sind wir reichlich gesegnet. Wir verschenken nur Grundfläche. Auch die Anlieger sind nicht glücklich über die Beschattung.“ „Wir haben einen Riesenfleck drinnen, schaffen Außenbegründung und müssen auf die Bauwerber schauen, um die geht’s.“ Auch die Bürgermeisterin teilte diese Ansicht. „Ich glaube, dass uns die Anwohner danken, wenn wir auf Bäume verzichten. Wenn immer wir an die Stephanus- und Jakobussraße denken.“ 

Maria Tristl schlug vor, die Bäume erst zu pflanzen, wenn die Siedlung stehe. Manche Bäume in der Stephanusstraße stünden „wirklich ungünstig“. Auch die künftigen Zufahrten zu den landwirtschaftlichen Grundstücken wurden behandelt. Darum waren Andreas und Hans Hofer gekommen. Die Rede war von einer 3,50 Meter breiten Zufahrt über den Reimeringer Weg und ein Gemeindegrundstück zu ihrem Grund. 

Mühlen plädierte, dies so zu belassen. Winkler setzte sich zuerst für eine andere Zufahrt, dann für mindestens vier Meter Breite ein, damit der Weg auch mit dem Mähdrescher befahren werden könne. Das hielt Fenk für übertrieben. „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen“, sagte er. Worauf Winkler antwortete: „Ich setze mich für die Landwirtschaft ein. Ich bin für sie auch aufgestellt worden.“ 

Insgesamt sollen in der neuen Siedlung ein Doppelhaus ganz im Süden mit je einer Wohneinheit, ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen und 24 Einfamilienhäuser mit maximal zwei Wohneinheiten entstehen. Die Erschließung erfolgt von Norden, also am Friedhof entlang, die Zufahrtsstraße wurde verschwenkt, damit sie nicht so lang wirkt. Mit entsprechender Gestaltung und Tempolimit soll der Verkehr am Eingang zum Wohngebiet beruhigt werden. Die Häuser sind über eine durchgängig sechs Meter breite Ringstraße zu erreichen. Die Straßenbreite beträgt 7,5 Meter, davon werden 2,5 Meter für den Fußweg verwendet, so die Planerin. Damit kämen zwei Autos aneinander vorbei. Die Bauräume für die Gebäude wurden auf 12 Mal 13 Meter, die Grundfläche auf 150 Quadratmeter großzügig festgesetzt, die Garaten dürfen eine Grundfläche von 40 Quadratmeter nicht überschreiben, sei aber flexibel von der Lage her.

Birgit Lang

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