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Fingerzeig in die Zukunft: Bürgermeisterin Michaela Mühlen mit Verwaltungsleiter Karlheinz Miksch, der auf die Wegeverbindung zum Freizeitgelände deutet.

Dorferneuerung

Inning soll ein Zentrum bekommen

Ein Jahr lang haben sich die Inninger Gedanken über ihre Dorferneuerung gemacht. Nun ist die Vorbereitungsplanung abgeschlossen. Drei Maßnahmen sollen heuer umgesetzt werden, eine neue Dorfmitte mit Bürgerhaus im nächsten Jahr entstehen.

Von Birgit Lang

Inning – Bei einem Pressegespräch erörterten Bürgermeisterin Michaela Mühlen und Verwaltungsleiter Karlheinz Miksch die Details. „Wir wollen das Dorf als Ganzes spürbar werden lassen“, sagte Mühlen. Das sei auch der Leitspruch gewesen, der über dem Ganzen stand. Sie lobt die „sehr rege Bürgerbeteiligung“, aus dem dieser Leitsatz stamme. Im Wesentlichen gebe es zwei Maßnahmenbereiche, die umgesetzt werden sollen. „Zum einen soll eine wahrnehmbare Dorfmitte geschaffen werden und zum anderen sollen wichtige Freibereiche aufgewertet werden.“

Der Bereich um Schule, Kirche, Kinderhaus und Wirt habe eine sehr zentrale Bedeutung im Ort. Er soll städtebaulich zur Dorfmitte weiter entwickelt werden. Dort soll ein Dorfgemeinschaftshaus mit Treffpunkt-Funktion entstehen und der Außenbereich gestaltet werden. Der Standort sei am alten Kramerhaus, das abgerissen werde, erklärte Mühlen. Über die künftige Nutzung hätten sich die Bürger bei verschiedenen Dorfwerkstätten viele Gedanken gemacht.

Das Dorfener Büro Peter Byrne wurde mit der Planung beauftragt. Um Fördermittel zu erhalten, möchte die Gemeinde am ELER-Wettbewerb (Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) teilnehmen, ein neues Verfahren, das erst 2016 eingeführt wurde. Beim Antrag müsse schon ein genehmigter Bauplan vorliegen, führte Miksch aus. Deshalb könne man erst im Frühjahr 2018 an dem Wettbewerb teilnehmen. Sobald die Maßnahme und damit der Zuschuss bewilligt sei, gehe es flott weiter. Frühestens im Sommer 2018 könne mit dem Bau des Bürgerhauses begonnen werden. Die förderfähigen Kosten würden bei rund 50 Prozent liegen. Die Planung falle nicht darunter, sagte der Verwaltungsleiter. Mühlen betonte, dass durch das Bürgerhaus keine Konkurrenz zum Wirt Hofer entstehen soll, sondern man mit ihm kooperieren möchte. „Er wird immer die erste Wahl sein.“

Aktionsbereich für Alt und Jung geplant

Der Außenbereich um das Bürgerhaus herum soll zudem aufgewertet werden durch die Gestaltung eines Dorfplatzes, so die Bürgermeisterin. Des weiteren soll am Bachlauf am so genannten Anger in Inning ein Aktionsbereich für Alt und Jung geschaffen werden. Geplant seien Wasserspiele, eine Haltestange, um das Wasser betreten zu können, und den Bach einfach besser zugänglich und erlebbar zu machen. „Auch ein bisschen ökologisch soll er aufgewertet werden“, fügte Miksch an. Zudem soll dort ein Aufenthaltsbereich entstehen. „Das wird ebenso gefördert, als Einzelmaßnahme im Rahmen der Dorferneuerung.“ Auch hier muss die Holzlandgemeinde einen förderfähigen Plan vorlegen, der in Arbeit sei. Die Höhe des Zuschusses sei 50 Prozent.

Neben diesem Freibereich soll noch der Fußweg zwischen Haupt- und Kapellenstraße aufgewertet werden. „Das ist die Verbindung zwischen Altort und Siedlung“, erläuterte Mühlen weiter: „Und wir planen, dass wir Bach begleitend eine Wegeverbindung zum Freizeitgelände schaffen, vom Anger ausgehend in den Außenbereich.“ Das sind rund 500 Meter. Das Büro Mussig aus Mühldorf übernimmt diese Planung. Für die Freiraumgestaltung und den Fußweg rechnet Miksch mit 70 000 Euro Kosten. Umgesetzt werden sollen diese Maßnahmen bereits dieses Jahr.

Konzentration auf einzelne Maßnahmen

Warum keine umfassende Dorferneuerung? „Wir wollen uns lieber auf einzelne Maßnahmen konzentrieren, die wir gut umsetzen können, anstatt uns den Rucksack mit zahllosen Maßnahmen voll zu packen, die wir am Ende nicht bezahlen können“, antwortet Mühlen. Das habe ihnen auch das Amt für Ländliche Entwicklung empfohlen. Auswirkungen auf die Fördermittel habe dies keine. Die Dorferneuerung soll aber nicht nur öffentliche Plätze stärken, sondern das gesamte Dorferscheinungsbild aufwerten, ergänzt Miksch. Dazu gehören auch private Objekte. „Somit können im Rahmen der Dorferneuerung auch private Maßnahmen gefördert werden, zum Beispiel Um- oder Neugestaltungen von Fassaden und Zaunanlagen. Voraussetzung ist immer, dass der dörfliche Charakter gewahrt wird, beziehungsweise dieser wieder zum Tragen kommt.“

Der Antrag ist beim Amt für ländliche Entwicklung in München zu stellen. Die Gemeinde berät die Bürger gerne.

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