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Hilfe für die Vögel: Spender Karlheinz Miksch (hinten, M.) mit den Buben, Mädchen und Erzieherinnen des Kinderhauses, die sich über die gespendeten Nistkästen freuen.

Kinderhaus Inning

Nistkästen aufhängen, Natur erleben

Inning - Kleine Kinder für die Natur zu sensibilisieren und ihnen die Hintergründe zu erklären, das wird im Kinderhaus Inning großgeschrieben. Jetzt gab es Nistkästen als Anschauungsmaterial.

Die Betreuungskräfte vom Kinderhaus Inning haben gerne das Angebot von Karlheinz Miksch angenommen. Leiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Steinkirche hat vier Vogelnistkästen beim Kinderhaus vorbeigebracht. Sie werden in den nächsten Tagen vom Hausmeister und von Miksch, falls es seine Zeit erlaubt, an den Bäumen im Garten der Einrichtung im Beisein der Kinder angebracht. „Damit die Vögel dort schon über den Winter schlafen und sich einleben können“, erklärt er. Gerade jetzt, wenn Schnee fällt, sei das wichtig. Im Frühjahr würden die Vögel dann mit dem Bauen ihrer Nester beginnen.

Die Kästen sollten auf mindestens zwei Meter Höhe an den Bäumen angebracht werden, empfiehlt er. „Starenbehausungen noch etwas höher. Das Ausflugsloch sollte dabei immer in Richtung Süd bis Ost gerichtet sein“, weiß Miksch, der ein passionierter Naturschützer ist. Insgesamt hat die VG schon an die 220 Nistkästen besorgt, die Miksch und die Mitarbeiter des Bauhofes in den vergangenen Jahren vor allem im Bereich Steinkirchen in der Natur aufgehängt haben. Er rät dem Inninger Kinderhaus-Personal, für die Starenkästen „ein ruhiges Plätzchen“ zu suchen, denn „sie kacken raus“; also nicht über einer Sitzbank oder einen Kinderspielplatz anzubringen.

Es handelt sich um Kästen für verschiedene Vögel. „Der Kasten mit dem großen Loch ist für den Star, der mit dem kleinen für die Blau- und Tannenmeisen. Die etwas größeren, also Kohlmeisen, Gartenrotschwanz und Trauerfliegenschnepper, erhalten die Behausungen mit den mittelgroßen Löchern.“ Eine Besonderheit sei der Kasten für den Baumläufer, erklärt Miksch weiter. Wie der Name schon sagt, läuft dieser den Baum hoch, deshalb ist die Öffnung für sein künftiges Brutnest hinten in Stammnähe.

Mit den Vogelarten in der Region sei es nicht mehr so üppig wie früher, weiß der Verwaltungsleiter. „Leider. Aber durch flächendeckende Anbringung von Nistkästen könnte man die Anzahl wieder erhöhen und auch selten gewordene Arten wieder zurückbringen“, betont der Naturschützer und fügt an: „Soweit auch das Nahrungsangebot stimmt beziehungsweise stimmen würde.“ Jeder Bürger könnte seinen Beitrag dazu leisten.

Die Kästen besorgt Miksch über zwei gemeinnützige Einrichtungen: über die Jugendarrest-Anstalt in Landshut und über CHROMA in Wartenberg. „Das ist dann gleichzeitig eine gute Sache“, meint er überzeugt. Der stellvertretenden Leiterin des Kinderhauses, Claudia Hanuschke, rät er, die Vogelnistkästen im Herbst nach der Brutsaison auszuputzen. Zu diesem Zweck könnten sie aufgeklappt werden. Der Herbstputz sei wichtig, weil die Kästen im Laufe der Zeit immer voller würden und sich dort Ungeziefer sammeln könne. Beides muss raus, damit die Vögel wieder Platz für ihre neue Aufzucht haben. „Die Häuschen sind sehr stabil. Die überleben uns“, sagt er. Wenn sie nicht mutwillig zerstört oder geklaut würden, was immer wieder vorkomme.

Dass sich die Kleinkinder für Natur interessieren, bestätigt Hanuschke. „Letztes Jahr haben wir lauter Naturthemen gehabt.“ Die Kinder hätten sogar Fliegen, Spinnen und Raupen in den Kindergarten mitgebracht. Die Raupen hätten sie im Internet bestellt. Über die Jahre verliere sich dieses Interesse aber wohl. Denn die Erwachsenen zeigten oft sehr wenig Verständnis und Liebe für die Natur.

Birgit Lang

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