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Macht sich Sorgen: Erich Solchenberger will, dass die Parkplätze am alten Feuerwehrhaus erhalten bleiben.

Bürgerversammlung

Tage der Inninger Alm sind gezählt

Die Gemeinde Inning hat einiges vor. Bei der Bürgerversammlung informierte Michaela Mühlen neben den aktuellen Haushalts-Zahlen (wir berichteten) auch über abgeschlossene und noch laufende Projekte. Das Aus für die Inninger Alm ist besiegelt.

InningFür Fragen bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Rott in Ottering sorgte unter anderem der Verbleib der Innninger Alm und des alten Feuerwehrhauses. Bürgermeisterin Michaela Mühlen berichtete über den „von allen mit großer Sehnsucht erwarteten“, abgeschlossenen ersten Abschnitt des Breitbandausbaus. Nun sei ein Großteil der Gemeinde mit 30 bis 50 M/bit versorgt. Die Kosten dafür betrugen 267 635 Euro. Mit 80 Prozent, also 214 108 Euro, wurde die Maßnahme gefördert, so dass der Gemeindeanteil bei 53 527 Euro lag.

„Leider gibt’s immer noch ein paar weiße Flecken, wo sich die Internetgeschwindigkeit durch den Ausbau zwar erhöht hat, aber bei weitem noch nicht bei der angestrebten Mindestbandbreite von 30 Megabyte pro Sekunde angekommen sei“, bedauerte Mühlen. Deshalb sei ein zweiter Abschnitt geplant, der die gesamte Gemeinde Inning bis in zwei Jahren versorgen soll. Sie rechnet mit einem Eigenanteil von 54 589 Euro.

27 Tonnen CO2 jährlich und 10 900 Euro Energiekosten würden durch die neue Straßenbeleuchtung in der Gemeinde eingespart, die für knapp 76 000 Euro auf LED umgerüstet wurde. Die Ausgaben würden sich in knapp sieben Jahren amortisiert haben, erklärte sie. Weil die Ortsstraße in Heldering in einem ausgesprochen schlechten Zustand war, wurde sie für knapp 120 000 Euro saniert. Dabei sei festgestellt worden, dass auch der Regenwasserkanal stark sanierungsbedürftig war. Also wurde dieser für etwa 83 000 Euro neu gebaut.

Dieses Jahr sollen die Bushaltestellen in Heldering barrierefrei umgebaut werden. Dafür gebe es sehr ordentliche Förderprogramme. „Wir sollten langfristig jede Chance nutzen, um öffentliche Bereiche nach und nach barrierefrei zu gestalten“, betonte Mühlen. Die Bushaltestellen in Heldering seien ein erster Schritt, auf den hoffentlich noch einige folgen werden. In Heldering mache es besonders Sinn, weil hier die Einrichtung Lebens(t)raum sei, deren Bewohner den Bus regelmäßig nutzen.

Nach 25 Jahren soll die Holzlandhalle für rund 357 000 Euro saniert werden, neue Fenster, Fassade und Dämmung erhalten. 205 000 Euro werden an Förderung erwartet. Das Ingenieurbüro Neumeier sei gerade an der Ausschreibung. Der Recyclinghof beschäftige die Gemeinde schon seit 2015. „Leider war es für uns wesentlich aufwändiger als erwartet“, weil die wasserrechtliche Genehmigung gefehlt habe, diese aber hoffentlich noch heuer erteilt werde. Das Baugebiet „Am Reimeringer Weg“ habe ebenfalls größere Schwierigkeiten bereitet, wegen der Zufahrtsmöglichkeiten, die erst geregelt werden müssen. Mühlen hofft, im Frühjahr 2018 das Baugebiet erschließen zu können.

Die Bürgermeisterin informierte auch noch über den Stand der geplanten Freiraumgestaltung und das Bürgerhaus, das im Rahmen der Dorferneuerung entstehen soll. Die Schützen hätten sich entschlossen, dort ihre Vereinsräume zu beziehen und die Inninger Alm aufzugeben. Der Platz um das alte Feuerwehrhaus werde nach gründlicher Überlegung nicht bei den Maßnahmen mit aufgenommen, sondern für Wohnbebauung veräußert, betonte sie, um Spekulationen vorzubeugen. Sie appellierte noch an die Anwesenden, die guten Fördermöglichkeiten für Privatmaßnahmen zu nutzen. Verwaltungsleiter Karlheinz Miksch stehe bei Fragen gerne zur Verfügung.

Der Inninger Erich Solchenberger wollte wissen, was mit den Parkplätzen am alten Feuerwehrhaus passiere, wenn der Grund verkauft werde. Diese seien von RVO-Busfahrern belegt und dort würden auch Leute ihre Autos parken, die „anständigerweise“ mit dem Bus zur Arbeit fahren. „Wir werden auf alle Fälle die Parkplätze erhalten“, versprach ihm Mühlen. Hans Thaler wünschte sich, dass der Winterdienst wieder früher nach Sonnendorf komme, nicht erst nach 7 Uhr, und die „unwichtigen, kleinen Siedlungsstraßen“ später räume. Mühlen verstand sein Problem. Es gebe eine neue Winterdiensttour, und zwei Fahrzeugen würden den Dienst mittlerweile versehen. Irgendeiner müsse aber „in den sauren Apfel beißen“, meinte die Bürgermeisterin zu ihm. Der neue Plan werde nochmals überprüft.

Hans Huber freute sich zwar „ganz narrisch“ über den Breitbandausbau, warf aber ein, dass es Folgeschäden gebe. Der Weg bei den Trainingsplätzen des FC Inning sei vorher gekiest gewesen und nun nur noch „Lettn und Baaz“. Ob dies nur vergessen worden sei und wieder behoben werde, fragte er Mühlen. Sie versprach, sich darum zu kümmern. Den Helderinger Günter Fenk interessierte, ob die Schützen der Gemeinde ihr Gelände überlassen wollen und im Gegenzug ihren Schießstand im Bürgerhaus kriegen. „Das ist so nicht ganz richtig“, konterte Mühlen und erklärte ihm, sobald genaue Zahlen vorlägen, werde man sich mit den Schützen einigen, wer welchen Teil der Kosten trage. Wie es mit der Alm weitergehe, bewegte Anlieger Christian Schalk. Ihm ging es vor allem um den guten Platz und den schönen Baumbestand. Mühlen antwortete, man sei erst am Anfang der Planung, aber die Alm werde nicht erhalten bleiben.

Birgit Lang

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