Großes Interesse: Der Saal im Gasthaus in Ottering war gut gefüllt. Foto: Birgit Lang

Bürgerversammlung Inning

Viel investiert, trotzdem weniger Schulden

Schulden zu senken, Investitionen und Ausgaben maßvoll halten, darum sind Bürgermeisterin Michaela Mühlen und der Gemeinderat immer bestrebt. Das betonte Mühlen bei der Inninger Bürgerversammlung im Gasthaus Rott in Ottering, in der sie nicht nur über positive Entwicklungen berichten konnte.

Inning – Die Bürgermeistern informierte ausführlich über die wichtigsten Ausgaben und Projekte im Vorjahr. Sehr erfreulich habe sich der Schuldenstand entwickelt. Er konnte um cirka 103 000 Euro auf rund 1,05 Millionen Euro abgebaut werden. Mühlen sprach von einer deutlichen, kontinuierlichen Schuldensenkung seit 2006: „Gleichzeitig ist viel geschehen. Wir setzen den Trend meines Vorgängers fort.“

Die Pro-Kopf-Verschuldung pendelte sich dementsprechend bei knapp 711 Euro ein. Vor vier Jahr lag sie noch bei fast 1200 Euro. Der Verwaltungshaushalt lag bei über 1,5 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt bei über 837 000 Euro. Der Hebesatz bei den Grundsteuern A und B blieb stabil bei 350 Prozent. Die Grundsteuern lagen bei knapp 25 000 Euro beziehungsweise über 128 000 Euro. Für mittlerweile 81 Hunde wurden 3240 Euro Hundesteuer eingenommen.

Ein Problem, das Inning mit vielen anderen Kommunen teile, sei der weitere Rückgang der Gewerbesteuer. Sie lag 2015 bei knapp 314 000 Euro, im Jahr davor waren es über 360 000 Euro. „Ohne Gewerbesteuer können wir nicht investieren und Schulden abbauen“, erklärte Mühlen. Äußerst erfreulich hat sich hingegen die Einkommensteuerbeteiligung entwickelt. Mit über 815 000 Euro sei ein „enormer Anstieg“ zum Vorjahr (knapp 719 000 Euro) zu verzeichnen und der Ansatz weit übertroffen worden. Angestiegen sei auch die Steuerkraft, die pro Einwohner bei 685 Euro (554 Euro) lag, und die Umlagekraft von über 1,2 Millionen Euro (970 00 Euro).

Mühlen bedauerte, dass die Schlüsselzuweisungen mit 222 360 Euro nicht so hoch ausgefallen seien. Zugleich mussten die Inninger eine hohe Kreisumlage von fast 600 000 Euro (467 567 Euro) stemmen. Gesenkt worden sei die VG-Umlage von 172 Euro pro Einwohner im Jahr 2014 auf 152 Euro. Für Bildung und Erziehung hat die Gemeinde insgesamt über 358 000 Euro investiert, darin enthalten sind die Ausgaben für Grund- und Mittelschule, Kinderhaus, Volkshochschule und Kreismusikschule.

Der Bauhofkooperation der vier Holzlandgemeinden war eines der Projekte 2015, der sich die Inninger im Vorjahr anschlossen. Dies sei sinnvoll, weil so die Kräfte gebündelt, Gerätschaften und Fahrzeuge gemeinsam genutzt werden könnten. Im Mai wurde damit begonnen. „Ich bin mit dem Start sehr zufrieden“, betonte Mühlen. Fünf Angestellte seien es bereits, ein weiterer sei geplant.

„Ein großer Gewinn für uns ist der Radweg an der B388“, erklärte die Bürgermeisterin weiter. Er führt jetzt von Sonnendorf durchgehend bis nach Taufkirchen. Weiteres Thema sei der Breitbahnausbau, der „beschäftigt uns auch weiterhin“. Der Vertrag mit der Telekom wurde im Vorjahr geschlossen und es werde bereits fleißig gebaut. Die Kosten für die Gemeinde bezifferte sie auf 290 228 Euro. Nach Abzug von 80 Prozent Förderung durch den Freistaat in Höhe von 232 182 Euro verblieben nur noch knapp 60 000 Euro für die Gemeinde. „Trotzdem, ein paar weiße Flecken bleiben“, erklärte sie. Deshalb werde derzeit geprüft, ob der Anschluss der restlichen Gemeinde ans Netz möglich sei.

„Ein Thema, das uns beschäftigt, wie kein anderes“ sei Asyl. 23 Plätze seien in der Gemeinde verfügbar, 22 belegt. 18 Personen, je fünf Frauen und Kinder sowie acht Männer, seien aus Syrien, eine vierköpfige Familie aus Afghanistan. Mühlen lobte die tolle Unterstützung durch den Helferkreis, der Teestunden, Fahrdienste, Unterricht und Gespräche anbiete sowie den Flüchtlingen die bayerische Kultur und Lebensweise vermittele. Immer wieder kämen ihr Gerüchte zu Ohren, wonach ein Privatinvestor in Adlberg einen Container für 80 Flüchtlinge aufstellen möchte. Dies dementierte sie. Der Grund sei an einen Natursteinhändler verkauft worden. Die Gemeinde verfolge die kleinteilige Unterbringung der Flüchtlinge, erklärte sie und, dass sie froh sei über die gefundene Lösung.

Auch die B 15 neu bewegt die Inninger. Der Gemeinderat habe sich für die raumgeordnete Trasse ausgesprochen. „Für uns kommt keine Alternative in Betracht.“

Kurz informierte Mühlen noch über die Dorferneuerung, die drei Arbeitskreise, die sich um Ortsbild und Ortsgestaltung, soziale Angebote und Dorfgemeinschaft sowie Wege, Grünstruktur und Erholung kümmern. Für den Neubau des Bürgerhauses soll 2017 ein Wettbewerb durchgeführt werden, um Fördergelder zu erhalten. Die Planungen seien am Laufen. Die Vorbereitungen sollen am 19. Juni abgeschlossen sein, die Ergebnisse bei einer Veranstaltung vorgestellt werden. Der Recyclinghof, das Baugebiet „Am Reimeringer Weg“, die LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung, die Ortsstraße Heldering und die Feuerwehrbedarfsplanung seien die großen Vorhaben für dieses Jahr, schloss die Bürgermeisterin ihren Bericht.

Diskussionsbedarf gab es kaum. Sepp Jell wollte noch wissen, ob die Grundstücke des neuen Baugebiets hauptsächlich an Auswärtige verkauft werden. Mühlen antworte, dass auch die Einheimischen zum Zuge kämen.

Hermann Weingartner

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