Sabrina Jung
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Sabrina Jung

Tribut an steigende Inzidenz

Dorfener Autoausstellung erneut abgesagt

Ein Interview mit Sabrina Jung, Versicherungskauffrau und Wirtschaftspsychologin

Frau Jung, die Dorfener Autoschau (DAA) wurde zum zweiten Mal abgesagt. Warum?

Weil viele Händler Bedenken hatten, wie es von der Umsetzung her ist, Sie hatten Angst, dass sie nicht rechtzeitig hinterherkommen, die Fahrzeuge zu desinfizieren. Außerdem hatten sie Angst vor negativer Presse, wenn die Ausstellung wirklich zu einem Corona-Ausbruch beigetragen hätte. Das verstehen wir voll und ganz. Wir wollen das als ESC ja auch nicht.

Wie viel Zeit und Geld haben Sie schon in die Vorbereitungen gesteckt?

Die Zeit ist für uns nicht messbar. Wir machen Vieles abends oder am Wochenende alles privat. Wir machen es gerne und ehrenamtlich, weil uns der ESC Dorfen am Herzen liegt. Wir machen es primär. Da wollen wir unsere Zeit gar nicht messen. Wenn wir die Personalkosten ansetzen würden, würde sich die DAA nicht rentieren. Das können wir auch nicht in Geld messen. Bis dato hatten wir eine Anzeige geschaltet.
Wir planen ja schon seit 2020, da war es wegen der Corona-Situation ausgeschlossen. Dann wollten wir es dieses Frühjahr angehen, haben aber keine Genehmigung erhalten, weil Messen bis 1. September grundsätzlich untersagt waren. Das ist jetzt der dritte Anlauf. Wir haben Grundkosten für Sicherheit und Werbung, die Anzeige, für die Homepage und den Facebook-Auftritt. Wir bewerben die Händler ja schon vorab online. Aber das zahlen wir privat, wie 2019 auch schon.

Hätten sie die Veranstaltung kurzfristig abhalten können?

Wir hatten es immer im Hinterkopf. Die Standplatzplanung hatten wir schon. Wir können ja auf viel aus dem Vorjahr zurückgreifen. Auch Georg Stöger von der Design Loge ist unser Werbepartner, der uns sehr unter die Arme greift. Er stand schon in den Startlöchern und hatte einiges vorbereitet. Wir hätten nur noch die Werbung takten müssen zum Rausschicken. Wir waren nie unvorbereitet, wir hätten nur noch die Genehmigung final gebraucht. Die haben wir jetzt nicht mehr eingeholt.

Wie war das Interesse der Aussteller, an der DAA teilzunehmen?

Von Anfang an groß. Es sind mehr Aussteller und Firmen auf uns zugekommen als 2019, die gerne mitmachen wollten. Sie freuten sich und meinten: ‚Super, dass ihr etwas wagt und etwas organisiert‘. Wir hatten im Frühjahr sehr viele Zusagen, aber mit den steigenden Corona-Zahlen kamen auch steigende Absagezahlen. Das hat uns ins Grübeln gebracht.

Halten Sie an der DAA fest?

Ja, wir sind guter Hoffnung, dass wir nächstes Frühjahr oder Anfang Sommer die DAA wieder durchführen können. Wir müssen abwarten und schauen, welche Auflagen es gibt. Bis dahin können wir nur im Standby-Modus sein. Sobald wir einen Lichtblick sehen, schreiben wir die Aussteller an. Wir müssen ja nicht bei Null anfangen.
Natürlich ist es rückblickend sehr viel Arbeit. Aber wenn man durch das Gelände ging, das uns Robert Decker dankenswerterweise zur Verfügung stellt, und sah, was die Händler alles auf die Beine gestellt haben, wie toll es die Besucher fanden und wie viel positiven Zuspruch wir von den Ausstellern bekamen, dann vergisst man die viele Arbeit, weil es einfach eine tolle Veranstaltung war.

Was hatten Sie für dieses Jahr geplant?

Es wäre noch besser geworden. Wir hätten das gesamte Gelände eingebaut. Dieses Mal hätten wir die Ausstellerzahl nochmal erweitert. Die Polizei, die Stadtwerke, Feuerwehr und das BRK waren schon 2019 dabei und präsentierten einige ihrer Aktivitäten.
Wir wollten noch kleinere Stände anbieten, etwa für Fahrradhändler mit Lastenfahrrädern und Ebikes, Brillen- oder Sportschuh-Anbietern aus Dorfen, um Marktcharakter zu erzeugen. Das klappt nur mit einer guten Mischung an Ausstellern. Das rentiert sich auch für die heimischen Geschäfte, weil unsere Besucher danach oft noch in die Stadt gehen.

Was macht den Erfolg der DAA Ihrer Meinung nach aus?

Die persönliche Kommunikation und der Erlebnischarakter, die ganze Atmosphäre. Das macht es aus. Wenn man durch die Autoschau schlendert, sich noch einen Cocktail im Tonwerk-Biergarten gönnt oder nachher schön zum Essen geht, das ist einmalig. Außerdem sind wir mittlerweile eine, wenn nicht die größte Autoschau im östlichen Bayern. Das steigert den Bekanntheitsgrad für unsere Aussteller, deshalb haben auch viele großes Interesse, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein,

Das Interview führte Birgit M. Lang

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