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Zwei Ausstellungen - ein Ort

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Von: Birgit Lang

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Zwei Männer mit Maske vor zwei Papierkrippen
Sammler Benno Hofbrückl zeigte Taufkirchens Bürgermeister Stefan Haberl seine böhmische Krippe © Birgit Lang

Papierkrippen und Luftbilder aus der Heimat sind in den kommenden Wochenenden im Taufkirchener Wasserschloss zu besichtigen

Taufkirchen – „Papierkrippen zum Staunen und Schmunzel“ und „Luftbilder unserer Heimat aus der Vogelperspektive“ lautet das Motto der zwei interessanten Ausstellungen, die so gar nichts miteinander zu tun haben, aber ihre Besucher bestimmt begeistern werden. Denn in jeder gibt es sehr viele spannende Details zu entdecken, die für strahlende Augen sorgen werden, was in Corona-Zeiten mehr als nötig ist.

Der Vilshofener Benno Hofbrückl stellte bei einem Presserundgang mit Taufkirchens Bürgermeister Stefan Haberl 60 seiner farbenfrohen Papierkrippen mit bis zu 100 Figuren vor. Dabei brillierte der 80-Jährige mit seinem Wissen. Seit 1968 ist er laufend in Tschechien, wo seine „Arme-Leute-Krippen“ eine lange Tradition haben und überwiegend herstammen. Sie wurden teilweise von prominenten Künstlern wie Kinderbuchautor Josef Lada („Kater Miksch“) illustriert. Die Geburt Jesu werde in den Exponaten immer in ein Dorfgeschehen eingebaut, oft bei Jahrmarkt-

szenen, wo viel Traditionelles, sei es Trachten oder alte Berufe gezeigt werden. Auch witzige Szenen sind zu sehen, z.B. wie einen der Heiligen Drei Könige gerade der Teufel holt. Die Krippen sind in unterschiedlichsten Stilrichtungen gezeichnet, von naiv bis pop-artig. Sie stammen aus den Karpaten, Krakau oder böhmisch Kanada, zwei aus dem Bayerischen Wald und eine aus der ehemaligen DDR. Sogar eine Werbekrippe für Seifen aus den 1930er Jahren und eine prämierte Silberkrippe befinden sich darunter. Viele seien Nachbildungen von Originalen. „Mir gefallen alle“, sagt Hofbrückl. Die Figuren schneidet er mitunter aus Druckbögen selber aus, klebt sie auf Holz und steckt sie mit Nadeln auf bemalte Styroporplatten in die Krippenlandschaft. Zu jeder hat er ein Kärtchen mit Hintergrundinfos vorbereitet.

Eine Frau und zwei Männer stehen vor Pinwänden mit Fotos
Gemeinderätin Anneliese Mayer und Archivmitarbeiter Konrad Karbaumer organisierten die Ausstellungen im Wasserschloss mit, hier in der Fotoausstellung mit Bürgermeister Stefan Haberl © Birgit Lang

Ebenso interessant, vor allem für Hiesige, ist die Foto-Ausstellung, die Archivar Tobi Karbaumer mit seinem Vater Konrad und Hermann Hoffmann aus 330 Luftbildern aus dem Heimatkundlichen Gemeindearchivs zusammengestellt hat. Es ist die erste von vielen Ausstellungen, die noch folgen sollen mit Exponaten aus dem Schaudepot. Die älteste Luftaufnahme von Taufkirchen wurde 1915 im Auftrag des damaligen Kriegsministeriums von einem Fesselballon aus gemacht. Aus fast gleicher Perspektive ist daneben eine Fotografie von Hans Seeholzer, knapp 100 Jahre später zu sehen. Übersichtlich auf Schautafeln gepint, verdeutlichen diese Luftbilder wie sich Taufkirchen und die umliegenden Dörfer in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt haben.

Haberl dankte allen Beteiligten. Das Hygienekonzept sei gut. Zugang ist nur für Personen mit 2Gplus-Nachweis und FFP2-Maske möglich. Geöffnet ist bei freiem Eintritt an den vier Advent-Wochenenden, am 28. November, am 3./4./5./10./11./12./17./18. und 19. Dezember, und zusätzlich am 1./2. und 6. Januar; an Freitagen jeweils von 15 bis 18 Uhr, an Samstagen, Sonntagen und Feiertag jeweils von 14 bis 17 Uhr.

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