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Schulamtsleiterin Marion Bauer

Vorbereitungsklassen an zwei Mittelschulen 

Die 9+2-Wende: Zuschlag für Isen und Finsing

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Überraschende Wende im Streit um das 9+2-Modell an den Mittelschulen. Die Vorbereitungsklassen sollen nun doch an beiden konkurrierenden Standorten Isen und Finsing eingeführt werden – und das bereits zum nächsten Schuljahr.

Erding – Die Vorbereitungsklasse, besser bekannt als 9+2-Modell, ermöglicht es Mittelschülern, die Mittlere Reife zu absolvieren. Adressaten sind Neuntklässler, die mit Erfolg (Durchschnittsnote schlechtestenfalls 2,5) am Qualifizierenden Abschluss (Quali) der Mittelschule teilgenommen haben. Sie können in zwei weiteren Schuljahren den Mittleren Abschluss der Mittelschule erwerben. Über die Aufnahme entscheiden Schulleitung und -amt.

Bislang gab es dieses Angebot nur in Wartenberg. Voriges Jahr wurde beschlossen, die Vorbereitungsklassen auszubauen. Zwei Gemeinden bewarben sich: Finsing und Isen. Für Landkreis und Schulamt war wichtig, bestehenden Mittelschulen mit M-Zug, etwa Dorfen, nicht das Wasser abzugraben.

Zugleich bestand der Landkreis darauf, für das erweiterte Angebot keine gesonderten Schulbusse verkehren zu lassen. Im Oktober beschloss der Kreistag nach einem Gutachten der Fachhochschule Erding, Isen den Vorzug zu geben. Grundlage bildete ausschließlich die angeblich bessere Möglichkeit der Schülerbeförderung. Die eigentliche Entscheidung obliegt aber dem Schulamt.

Daraufhin entbrannte ein heftiger Streit, Finsing wehrte sich gegen die Ablehnung. Die Befürworter dieses Standortes wiesen darauf hin, dass es sehr wohl möglich sei, die Schülerbeförderung zu organisieren. Im Falle Isen würden einigen Jugendlichen teils stundenlange Schulwege mit dem Bus zugemutet.

Erst Ende voriger Woche hatte Landrat Martin Bayerstorfer in einer Veranstaltung der Isener CSU angedeutet, für den Ort sehe es sehr gut aus. Am Montagnachmittag dann die überraschende Wende.

Sowohl Bayerstorfer als auch Schulamtsleiterin Marion Bauer teilten mit: Beide Standorte kommen zum Zug. Die Vorbereitungsklassen könnten im September starten – sofern sich genügend Schüler finden.

„Nach konstruktiven Gesprächen mit Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich, Regierungs-Vizepräsidentin Maria Els und Schulamtsleiterin Marion Bauer konnten wir mit Wartenberg, Finsing und Isen die Schaffung von nunmehr drei Standorten erreichen“, teilte Bayerstofer erfreut mit. Er bedankte sich bei Bauer für die „gute Entscheidung“. Sie bedeute „eine weitere deutliche Verbesserung des schulischen Angebots für den gesamten Landkreis“. Man habe „vertrauensvoll zusammengearbeitet“.

Bayerstorfer zitiert aus dem Gutachten der FH Erding, demzufolge „sowohl die Mittelschule Finsing als auch die in Isen das Potenzial für die Einrichtung von Vorbereitungsklassen haben“.

Damit ist auch der Streitpunkt Schülerbeförderung vom Tisch. Durch die Bewilligung beider Standorte wird der Kreis auch bei beiden die ÖPNV-Kosten übernehmen. Das sicherte Bayerstorfer im Gespräch mit unserer Zeitung ausdrücklich zu.

Was den Kreischef besonders freut: Er kann die Zusage, dass man sich die Bildungslandschaft hinsichtlich eines dritten 9+2-Standorts in zwei Jahren noch einmal ansehen werde, sofort erfüllen.

Diese Angaben bestätigt Bauer: „Wir verfolgen das Ziel, möglichst vielen Schülern den Zugang zu diesem Bildungsangebot zu eröffnen und kurze Beförderungswege und -zeiten zu gewährleisten.“ Schul- und Landratsamt, so Bauer weiter, hätten diesbezüglich kommunale Einzugsbereiche für beide Standorte festgelegt, in denen die kürzesten Schulwege beziehungsweise die geringsten Beförderungszeiten zugrunde lägen. Bauer versicherte, der Wartenberger Sprengel bleibe unverändert.

Sie versprach, alle betroffenen Erziehungsberechtigten würden „zeitnah und umfassend über die neuen Bildungsangebote sowie die Einschreibmodalitäten informiert“.

Warum der Staat nun doch auf einmal beiden Standorten Grünes Licht gibt, darüber lässt sich nur spekulieren. Möglicherweise handelt es sich um eine rein politische Entscheidung, um den Streit zu beenden. Jetzt liegt der Ball nämlich bei den Familien. Nur wenn sich in beiden Einzugsbereichen ausreichend Schüler finden, kommt dort die Vorbereitungsklasse.

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