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Hans Edmund Lechner, Ehrenbürger der Marktgemeinde Isen, ist im Alter von 91 Jahren gestorben.

Nachruf Hans-Edmund Lechner

Altbürgermeister, Ehrenbürger, Volksfestgründer

Er war 42 Jahre in der Kommunalpolitik seiner Heimat aktiv. Jetzt ist der Isener Altbürgermeister Hans-Edmund Lechner im 92. Lebensjahr verstorben.

Isen– 1960 wurde der gelernte Schreiner und Zimmerermeister in den Marktgemeinderat gewählt, sechs Jahre später bekleidete er bereits das Ehrenamt des zweiten Bürgermeisters. Von 1978 bis 1996 war er erster ehrenamtlicher Bürgermeister. Parallel dazu setzte er sich von 1966 bis 1972 im Wasserburger und von 1972 bis 2002 im Erdinger Kreistag für die Belange seiner Heimatgemeinde ein.

In Lechners lange Amtszeit fielen der Bau der Isener Schule und der Straßenausbau. Er war aber auch Initiator und Motor der Partnerschaft mit Ernstbrunn, einer Marktgemeinde in Niederösterreich. Und auch das Isener Volksfest hat Lechner aus der Taufe gehoben, als er nach der 550-Jahrfeier des Marktes Isens dem Gemeinderat vorschlug, das erfolgreiche Fest beizubehalten. Stolz war der gebürtige Isener auf den Status seiner Heimatgemeinde als Markt, also als Zwischenstufe zwischen Gemeinde und Stadt. Nicht nur einmal rügte er die Zeitungsschreiber, wenn er wieder einmal Gemeinde statt Markt in der Zeitung hatte lesen müssen.

Gern würzte Lechner Gespräche mit Witzen und Anekdoten. Etwa der, dass der Ortsname Isen ja bereits in der Schöpfungsgeschichte vorkomme. Denn in Lechners bayerischer Version reichte Eva ihrem Adam den Apfel mit den Worten: „Do! Is’n!“

Über 40 Jahre kommunalpolitisches Ehrenamt bedeuteten für „H. E.“, wie Lechner genannt wurde, auch zahlreiche Auszeichnungen. Bereits 1978 erhielt er die Kommunale Verdienstmedaille in Bronze, 1984 wurde er mit der Bürgermedaille des Marktes Isen geehrt. Als Zeichen der Verbundenheit mit der Partnergemeinde Ernstbrunn durfte er ab 1993 deren Ehrenring tragen. Groß war seine Freude, als er 2002 zum Ehrenbürger des Marktes Isen ernannt wurde.

Lechner war auch im politischen Ruhestand Ehrengast bei Bürger- und Vereinsversammlungen. Wenn er eingeladen werde, sei es ihm Ehre und Verpflichtung, an den verschiedenen Veranstaltungen teilzunehmen, sagte er einmal.

Tief betroffen von Lechners Tod ist neben politischen Freunden und Wegbegleitern auch der amtierende Bürgermeister des Marktes, Siegfried Fischer. „Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Als mein Vorgänger hat er mir von Anfang an in die Amtsgeschäfte nicht dreingeredet“, sagt Fischer. Als Bürgermeister habe er schnell Lechners Verdienste um den Markt schätzen gelernt.

Vor knapp vier Jahren konnten Lechner und seine Frau Antonie Eiserne Hochzeit feiern. Während Hans-Edmund notgedrungen viel unterwegs war, stellte und stellt Antonie den Ruhepol der großen Familie mit vier Kindern, zahlreichen Enkeln und Urenkeln dar. Es sei schön, zusammen alt werden zu können, meinte Lechner beim Pressebesuch aus Anlass des seltenen Ehejubiläums.

Nach rund viermonatiger Krankheit ist Lechner im Dorfener Krankenhaus gestorben. Seinen 92. Geburtstag, den er im Mai hätte feiern können, hat er nicht mehr erlebt.

Beerdigung

Sterberosenkranz: Freitag, 2. März, 19 Uhr in der Pfarrkirche St.Zeno. Trauergottesdienst:Samstag, 3. März, 10 Uhr in der Pfarrkirche, anschließend Beisetzung auf dem Gemeindefriedhof.

Anne Huber

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