Feuerwehreinsatz in Pasing: Bahnhof komplett gesperrt - Stellwerkstörung in Unterföhring

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Aus der Tonne in die Halle: Im Sollacher Forst bei Isen wird der Restmüll der Erdinger umgeladen. Täglich rollen acht Mülllaster an. In drei Großfuhren geht es dann weiter zur Müllverbrennungsanlage nach Ingolstadt. Nach 30 Jahren muss die Deponie nun saniert und umgestaltet werden. 

Anlagen in Isen und Unterreisbach 

Sanierungsfall Mülldeponien

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Aus den Augen, aus dem Sinn: Was mit den jährlich über 22 000 Tonnen Restmüll passiert, wenn der Mülllaster weg ist, wird den meisten Bürgern egal sein. Die Entsorgung ist ein aufwändiges Geschäft – mit jahrzehntelanger Hypothek. Zwei Deponien muss der Landkreis nun sanieren.

Isen/Taufkirchen – Das Herz der Müllverwertung im Landkreis schlägt in Isen. Im Sollacher Forst wurde 1988 eine Deponie in Betrieb genommen, die 2004 geschlossen wurde. Zirka 400 000 Kubikmeter Müll wurden auf 50 000 Quadratmetern Fläche eingebaut, wo heute Schafe grasen. Immer noch entsteht in dem Hügel Gas, das in Strom umgewandelt wird. Der Ertrag sinkt laufend – von 1,3 Millionen Kilowattstunden 2006 auf zuletzt 154 000. Das giftige Sickerwasser fließt durch Drainagen, wird aufgefangen und umweltsicher entsorgt.

Seit 2006 dient das Areal im Wald als Müllumladestation. Der Restmüll kommt hier zusammen, um in die Verbrennungsanlage nach Ingolstadt weitertransportiert zu werden. In Isenbefinden sich auch der zentrale Recyclinghof des Landkreises und die Wertstoffsammelstelle der Gemeinde.

Weil das nie so geplant war, geht es hier mitunter recht ungeordnet zu. Müllkipper fahren ein und aus, aber auch Privatanlieferer. Das sorgt für Probleme und ist auch nicht ganz ungefährlich. Hinzu kommt: Durch das insgesamt gestiegene Müllaufkommen wird im Sollacher Forst der Platz knapp.

Nun soll die Umladestation umgestaltet werden. Die Pläne für das über fünf Millionen Euro teure Vorhaben stellten dem Kreis-Strukturausschuss Claudia Alzner von der Abfallwirtschaft und Architektin Claudia Peschel bei einem Ortstermin vor.

Für das Personal wird in einem Neubau neben der Umladehalle mehr Platz geschaffen. Die Wertstoffcontainer werden zentral in einer Reihe angeordnet, und zwar so, dass die Bürger Grüngut, Holz, Metalle und Elektroschrott bequem einwerfen können. Ein Dach soll sie vor Regen schützen, das auch dafür sorgt, dass sich in den Wannen nicht das Wasser staut. Auch die Waage bekommt einen neuen Standort. „Dann können wir die Wege so anlegen, dass es zu keinen gefährlichen Situationen mehr kommt“, sagte Peschel.

Bereits seit 30 Jahren stillgelegt ist die 1981 in Betrieb genommene Deponie in Unterriesbach (Gemeinde Taufkirchen). In den 70er Jahren hatte sie der Landkreis von der Stadt Dorfen übernommen. Und obwohl heute in malerischer Hügellandschaft nur noch ein dicht bewaldeter Berg zu sehen ist, beschäftigt die Altdeponie den Landkreis bis heute – ein teures Erbe. Auf 34 500 Quadratmeter Fläche wurden in acht Jahren etwa 380 000 Kubikmeter Müll eingebaut – nach längst nicht so strengen Umweltvorgaben wie heute.

Der Berg lebt: Alzner und Ingenieur Bernhard Hofmann erklärten, dass immer noch Gas und Sickerwasser austräten. Ersteres wird nicht mehr in Strom umgewandelt, sondern abgefackelt. Den Hügel durchziehen Leitungen für das Sickerwasser.

Sickerleitungen und Schächte sind marode

Und genau hier ist das Problem, das den Kreis geschätzt 1,5 Millionen Euro kosten wird, wie Alzner vorrechnete. Eine Sickerwasserleitung weist laut Hofmann starke Verformungen auf, hinzu kommt ein Knick in einer der Trassen. Diese müssen saniert werden. In diesem Zuge, schlagen er und Alzner vor, müssten auch zwei der drei Schächte erneuert werden.

Vorläufig gescheitert sind nach den Worten von Landrat Martin Bayerstorfer die Pläne für eine so genannte Umtriebsplantage. Auf dem Berg sollten rasch wachsende Bäume gepflanzt werden, etwa Pappeln. „Wir wollten die Menge des Regenwassers, das in den nicht ganz dichten Berg läuft und die Sickerwassermenge in die Höhe treibt, drosseln. Das Holz hätte man gut verwerten können“, so der Landrat. Doch das Wasserwirtschaftsamt machte nach Angaben Alzners derart hohe Auflagen, „dass die Plantage nicht mehr wirtschaftlich gewesen wäre“. Beiden Sanierungen stimmten die Kreisräte zu.

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