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Sorgen ums Stolzgassl hat Sonja Edelmann. Der mögliche Ausbau könnte eine alte Weißdornhecke gefährden.

Anwohner wehren sich gegen Ausbau des Stolzgassls

„Isen wird immer hässlicher“

In Isen sorgen sich Anlieger um einen kleinen Weg. Sonja Edelmann und Gustav Teuber, deren Garten angrenzt, fürchten, dass ein Ausbau des Stolzgassls zwischen Münchner Straße und Kreuzstraße eine alte Weißdornhecke gefährden könnte. Sie wollen, dass der naturnahe Zustand erhalten bleibt. Obwohl noch keine konkrete Planung vorliegt, haben sie ihr Anliegen in einem Antrag an die Bürgerversammlung am 26. November formuliert.

VON ANNE HUBER

Isen – Darin fordern sie Bürgermeister und Gemeinderat auf, den Weg, der nur von Fußgängern benutzt werden darf, zu belassen. Eine Meldung im Amtsblatt hatte Edelmann alarmiert. Darin hatte die Verwaltung informiert, dass ein Ausbau des Wegstücks möglicherweise den Bestand der beidseitigen Weißdornhecke gefährden könnte. „Es wäre sehr schade, wenn auch dieser naturnahe und unverfälschte Bereich mitten im Ort verschwinden würde“,sagt Edelmann.

Die 64-Jährige findet: „In den letzten Jahren geht bei öffentlichen Baumaßnahmen immer ein Stück Grün verloren, und Isen wird dadurch immer hässlicher“, bedauert sie und verweist auf die Gabionenwand an der Lengdorfer Straße. Auch hätte die Gestaltung des Hochbehälters an der Münchner Straße für die direkten Anlieger durch eine Bepflanzung ansprechender ausfallen können. Ein Dorn im Auge ist ihr auch die nackte Mauer am Urtlmühlweg. „Hier hätte die Kommune eine Bepflanzung verlangen müssen. Das sind alles kleine Sachen, die man für wenig Geld hätte umsetzen können“, sagt sie.

So richtig aufgebracht hat sie aber erst der mögliche Ausbau des Fußweges, den das Rathaus in seiner Bedarfsplanung an die Städtebauförderung gemeldet hat. „Weil ich hier wohne, weiß ich, dass die Hecke vielen Vögeln Unterschlupf und Nahrung bietet.“ Auch der Mirabellenbaum, dessen Früchte im Herbst Wespen anziehe und deswegen für Fußgänger ein Ärgernis darstelle, habe hohen ökologischen Wert.

Kein Argument ist für Edelmann, dass der Ausbau des Wegs für eine barrierefreie Verbindung der Bewohner des Seniorenzentrums zum Ortszentrum sorgen soll. „Die meisten Bewohner sind schwerste Pflegefälle, die ihren Alltag nicht mehr selbstständig meistern können. Als direkte Anrainerin kann ich die klare Aussage machen, dass die Bewohner das Stolzgangl so gut wie nicht nutzen.“ Die mangelnde Attraktivität des Wegs liegt ihrer Meinung nach nicht nur in der Steigung, sondern vor allem auch in zu engen und oft zugeparkten Gehwegen im Ort. „Die Barrierefreiheit würde auch nach dem Ausbau am Ende des Wegs enden, weil es im Ort nicht barrierefrei weitergeht.“

Der neue Weg würde für Edelmann bedeuten, dass Radler dort noch schneller als bislang fahren könnten. Hinzu kämen in diesem Fall verkehrswidrige Motorräder und Mopeds. Auch die geplante Straßenbeleuchtung stößt auf ihr Unverständnis. „Das ist eine Lichtverschmutzung im anschließenden Landschaftsschutzgebiet.“ Edelmann und Teuber haben deswegen mit den örtlichen Grünen und der SPD Kontakt aufgenommen. Doch dort herrsche die Meinung vor, dass der Weg als Teil des innerörtlichen Wegenetzes ausgebaut werden solle.

Für Bürgermeister Siegfried Fischer besteht das Ziel des Ausbaus darin, die Teilhabemöglichkeit der Bewohner des Seniorenzentrums in der Ortsmitte zu verbessern. Öffentliche Veranstaltungen könnten viel leichter erreicht werden. Tatsächlich werde der Weg in seinem derzeitigen Zustand vor allem wegen der Steigung gemieden, gibt Fischer Edelmann recht. Der Ausbau, durch den die Steigung verringert und die Kurven abgeflacht werden sollen, sei aber gerade deswegen angedacht, um Barrierefreiheit herzustellen und die Benutzung mit Rollator oder Rollstuhl zu ermöglichen.

„Mit den Maßnahmen und der optischen Aufwertung des Wegs im Bereich der Münchner Straße wollen wir auch die Fußgängerfrequenz zu Seniorenzentrum und Bürgerpark verbessern, um für die gar nicht mehr mobilen Bewohner für etwas mehr Abwechslung zu sorgen. Es geht dabei also sehr stark auch um Inklusion“, sagt Fischer. Selbstverständlich spiele beim möglichen Ausbau der Erhalt der Weißdornhecke eine Rolle. „Sicherlich wird sie nicht gerodet werden“, sagt Fischer. Die Mitteilung im Marktblattl basiere auf einer ersten fachlichen Stellungnahme des technischen Bauamts. Fakt sei zudem, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder eine Planung noch eine endgültige Entscheidung über den Belag gebe. Erst nach einer Probebohrung werde sich zeigen, ob die Maßnahme überhaupt realisiert werden könne.

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