Planungsgutachten der MarktGemeinde Isen

Autobahn reduziert den Verkehr deutlich

Zum Thema Verkehr hatte die Marktgemeinde Isen ein Gutachten des Planungsbüros Ingevost aus Planegg in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind teilweise ziemlich verblüffend. Auch was die Rolle der A94 betrifft.

Isen – In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde das Verkehrsgutachten öffentlich präsentiert. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung wird die Verkehrsbelastung als teilweise „nicht wirklich hoch“ und die Parkplatzsituation als „nicht prekär“ eingestuft.

Handlungsbedarf sieht das Büro allerdings im Kreuzungsbereich der Staatsstraßen. Das Ergebnis von zwei Verkehrszählungen (Herbst 2016 und Frühjahr 2017) trug Diplomingenieur Christian Fahnberg vor. Die Kommune hatte sein Büro beauftragt, um im Rahmen der laufenden Städtebauplanung eine verlässliche Grundlage für künftige Maßnahmen zu erhalten. Fahnbergs Mitarbeiter hatten daraufhin Zählungen an neun Knotenpunkten und Kennzeichenerfassung an fünf Punkten durchgeführt.

Die größte Querschnittsbelastung hat demnach die Dorfener Straße nördlich des Marktplatzes mit 7500 Kraftfahrzeugen (Kfz) innerhalb von 24 Stunden. Im Kreuzungsbereich von Dorfener Straße (St 2086) und Am Gries (St 2332) liegt auch die größte Knotenbelastung: 10 000 Kfz passieren durchschnittlich täglich die Kreuzung. Eine Spitzenstellung nimmt die Kreuzung, die durch die starke Hangneigung der St 2332 gekennzeichnet ist, auch bei den Unfällen ein.

Als mögliche Lösung schlug der Verkehrsplaner ein Einbahnsystem vor. Beide Äste des Straßenzugs Am Gries, und dazu ergänzend die Zufahrt vom Marktplatz her (Rathausberg), sollten nur noch in einer Richtung befahrbar sein. Damit würde der Kreuzungspunkt für alle aus Richtung Buch am Buchrain kommenden Fahrzeuge an das Ende der westlichen Randstraße („Sattlerast“) verlegt. Alternativ sei auch die Konzentration auf den bisherigen Kreuzungspunkt möglich, wobei die Zufahrt vom Marktplatz auf die St 2086 nur in Richtung Norden möglich sein soll und der „Sattlerast“ für den Verkehr gesperrt wird.

„Eine nicht wirklich hohe Belastung für eine Hauptstraße“ attestierte Fahnberg der Münchner Straße, die von 3000 bis knapp 6000 Kfz befahren wurde. Eine deutliche Erleichterung sieht der Experte in der Autobahn, die einen Verkehrsrückgang von insgesamt 25 bis 30 Prozent generieren könne. „Im Moment wird die beste Umgehungsstraße gebaut“, sagte er.

Erhellendes brachte auch die Kennzeichenzählung: Derzeit beträgt der Anteil des Durchgangsverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen 60 Prozent. Für die West-Ost-Richtung prognostizierte Fahnberg einen Autobahn bedingten Rückgang von 70 bis 80 Prozent.

Interessiert hat das Büro auch der ruhende Verkehr im Bereich der Isener Ortsmitte. An 14 Plätzen wurde an einem Wochentag im September 2016 die Auslastung überprüft. „Insgesamt herrscht kein hoher Parkdruck,“, sagte der Planer, „im Grunde genommen haben sie nicht wirklich ein Parkplatzproblem“. Wenig ideal gelegen fand Fahnberg den Volksfestplatz als Auffangparkplatz. „Man fährt nicht an den Zielen vorbei durch das ganze Dorf“, sagte er. Für Autofahrer, die aus Richtung Süden kommen, sei der Parkplatz deswegen nicht attraktiv.

Eine Möglichkeit, zusätzlich Parkraum zu schaffen, sah Fahnberg speziell im Bereich der Münchner Straße: Hier könnten die bisherigen Längs- zu Schräg- oder Senkrechtsparkplätzen umgestaltete werden, schlug er vor. Andererseits solle gerade in diesem Bereich auch die Aufenthaltsqualität verbessert werden: „Es muss nicht auf allen drei Straßen geparkt werden können“, schlug er vor.

Keine Chancen für die Verkehrsentlastung sah der Experte in einem Verkehrskonzept für Radfahrer. „Sie sind nicht brettleben, ich würde mich nicht trauen, dem Radlverkehr das Wort zu reden“, sagte er. Diskussionsstoff im Gemeinderat waren die Dauerparker im Bereich der Bischof-Josef-Straße und am St.Zeno-Platz. „Das ist eine grenzwertige Geschichte, über die wir uns Gedanken machen müssen“, sagte Bürgermeister Siegfried Fischer.

Jetzt haben die Bürger das Wort: Nach der ersten Informationen in der Bürgerversammlung 2015 und der aktuellen Verkehrsuntersuchung sollen nun konkrete Vorschläge für Verkehrslösungen in Bürger-Workshops erarbeitet werden.

Anne Huber

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