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Wechsel: David Hanus (l.) übernimmt die Lengdorfer Bäckerei Angermaier von Robert und Betty Angermaier.

Wirtschaft im Landkreis

Backstube am Kirchenplatz bleibt nicht kalt

Während immer mehr Bäcker aufgegeben, geht es mit der Lengdorfer Bäckerei Angermaier weiter. Denn Robert Angermeier, der den Familienbetrieb seit 1989 selbstständig führt, hat einen Nachfolger gefunden.

Lengdorf – David Hanus heißt der junge Bäckermeister, der auch künftig dafür sorgen wird, dass die Backstube am Lengdorfer Kirchenplatz nicht kalt bleibt.

Seit mittlerweile über zehn Jahren wohnt der 35-Jährige in der Gemeinde, gelernt hat er in der Dorfener Bäckerei Stelzer. Nach der Meisterschule arbeitete der Wahl-Lengdorfer mit österreichischen Wurzeln in der Moosinninger Bäckerei Ways. Bayerisch, französisch und österreichisch – diese drei Komponenten werden das künftige Sortiment der Bäckerei und des Cafés, das Hanus neu eröffnen wird, beeinflussen. Neben bayerischem Schmalzgebäck, die Spezialität der Bäckerei Angermaier, will Hanus auch französisches Brot und Gebäck, die Zubereitung hat er in Moosinning gelernt, anbieten. Zu Hauberlingen, Schuxn, Baguette und Pain au chocolat gesellen sich deshalb bald auch österreichisch beeinflusste Gebäck-Kreationen, mit denen der Bäckermeister die Kunden kulinarisch verwöhnen will.

Doch nicht nur im Backsortiment wird sich etwas ändern, wenn Hanus nach rund vierwöchigen Umbauzeit Mitte Februar Bäckerei und Laden wieder aufschließen wird. „Den Lebensmittelhandel wird es nicht mehr geben“, sagt Angermaier. „Das Geschäft weiterzuführen, dazu konnte ich meinem Nachfolger nicht raten“. Denn viel zu lange sei der kleine Lebensmitteleinzelhandel von der Bäckerei subventioniert worden. „Wir waren für den sogenannten Vergesslichkeitsbedarf da“, begründet er das neue Konzept. Regelmäßig sei es vorgekommen, dass Frischware wie Gemüse liegen geblieben sei. „Das tut einem in der Seele weh, wenn man zum Beispiel eine Kiste Karotten wegwerfen muss, weil sie nicht verkauft worden sind“, sagt Angermaier.

Bei allen Neuerungen bleibt eines beim Alten: Sowohl das Personal in der Backstube als auch im Laden wird von Hanus übernommen. Und auch Angermaier und seine Frau Betty halten dem Nachfolger die Treue. „An drei Tagen werd’ ich wohl noch in der Backstube stehen“, sagt Angermaier. „Ich helf’ ihm selbstverständlich, wenn er mich braucht.“ Dass es weitergeht mit der Bäckerei, die seit fast 120 Jahren in Lengdorf besteht, findet der Vater zweier Töchter, die sich beruflich anders orientiert haben, selbstverständlich gut. Auf eines freut er sich ganz besonders: an einem schönen Wintermorgen spontan entscheiden zu können, zum Skifahren in die Berge zu fahren. Die Bäckerei hat bis zum Samstag, 13. Januar, geöffnet. Die Wiedereröffnung ist für Mitte Februar geplant. Anne Huber

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