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Klare Zustimmung: 95 Prozent der Vertreter votierten für eine Fusion mit der VR-Bank Erding.

Raiffeisen-Volksbank Isen-Sempt

Banken-Hochzeit ist jetzt perfekt

Die Vertreter der Raiffeisen-Volksbank Isen-Sempt haben der Fusion mit der VR-Bank Erding zugestimmt. Bereits im September dieses Jahres soll die Verschmelzung umgesetzt sein.

Von Anne Huber

Isen – „Das ist ein sehr guter Tag für uns alle“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Holnburger nach der Abstimmung. Zwar rechnete in der Führungsetage der Isener Bank niemand ernsthaft damit, dass das Gros der Vertreter der Fusion die Zustimmung verweigern könnte. Die Frage war nur, wie hoch das Einverständnis ausfallen würde. Schließlich waren es 95 Prozent der 81 stimmberechtigten Vertreter, die mit Ja stimmten. Damit blieb das Isener Ergebnis nur gut zwei Prozent hinter der Abstimmung in Erding am Mittwochabend zurück.

Erleichtert: Vorstandsvorsitzender Friedrich Reiser.

„Ein entscheidender Punkt ist der Rückgang unserer Ertragssituation aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase“, ging Vorstandsvorsitzender Friedrich Reiser auf die Hintergründe der Fusion ein. Daran werde sich in den nächsten Jahren nichts ändern: „Durch dieses Tal der Tränen müssen wir 2017 bis 2019 gehen“. Als mögliche Konsequenz nannte Reiser Einschränkungen bei der Kreditvergabe, da niedrige Zinsergebnisse zu niedrigeren Zuweisungen zum Eigenkapital führten. Auch die fortschreitende Digitalisierung mache der Bank zu schaffen. Junge Kunden seien nahezu ausschließlich über die digitale Vernetzung zu erreichen. „Uns kostet der Ausbau und die Vernetzung von Kommunikationswegen viel Geld“, sagte Reiser zu den 85 Prozent der Kunden, die den Zahlungsverkehr online abwickeln. Doch gerade der Jugendmarkt berge im Landkreis mit seinem hohen Anteil junger Menschen die Chance, verlorene Geschäftsbereiche zu ersetzen.

In der Fusion sieht Reiser zudem die Möglichkeit, den Aufwand und die hohen Kosten der Regulierung leichter zu stemmen und die Beratungsqualität durch Spezialisierung zu steigern. „Kostensynergien ergeben sich durch den Wegfall von Doppelarbeiten“, niedrigere Prüfungskosten und gemeinsame Bilanzierung, führte er aus. Eine fusionsbedingte Schließung von Geschäftsstellen oder Entlassung von Mitarbeitern schloss der Vorstandsvorsitzende aus: In den nächsten 30 Monaten sollen keine fusions- oder betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden. Allerdings rechne man damit, dass die Fusion zu einer höheren „freiwilligen Fluktuation“ führt.

Die aktuellen Schwerpunkte in Erding, Lengdorf und Isen sollen beibehalten werden; Hörlkofen sei als Standort des Versicherungsbereichs vorgesehen. Neubauten seien nicht geplant, vorhandene Grundstücke sollen bebaut werden, um die Vermögensstruktur zu stärken. Die Kostenvorteile in Höhe von etwa 1,2 Millionen Euro, die sich die fusionierte Bank bis 2021 erwartet, gingen zum Teil auf Personalkosteneinsparung, zum Teil auch auf die Verkleinerung des Vorstands zurück. Wie sein Erdinger Kollege Josef Kressirer wird auch Reiser noch in diesem Jahr in den Ruhestand gehen. Da die Vorstandsposten nicht neu besetzt werden, wird es in Erding in naher Zukunft nur noch drei Vorstände geben.

Auch der Aufsichtsrat wird durch die Fusion kleiner: Weil kein Ersatz für altersbedingte Aufsichtsratsmitglieder gewählt wird, ergebe sich hier eine automatische Reduzierung“ des bislang 14-köpfigen Gremiums. Für den Vorstandsvorsitzenden war es die vermutlich letzte Vertreterversammlung. Die Zufriedenheit über die reibungslose Verschmelzung war dem 61-Jährigen anzusehen: „Wir werden nicht nur juristisch fusionieren, wir werden in unserem neuen Verbund noch stärker für unsere Mitglieder und Kunden da sein“, versprach Reiser.

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