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Brandprobe: (v.l.) Bezirksrat Wast Friesinger, Umweltministerin Ulrike Scharf, Andreas Franzl (Vorsitzender Südostbayerischer Verband der Obst- und Kleinbrenner), Benedikt Pointner (Vorsitzender des Vereins der Bayerischen Edelbrandsommeliers) und Brennerei-Fachberater Mathias Krönert von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau.

Edelbrandsommeliers

Bayernbrand: Das erste Fass kommt von der Fraueninsel

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Es soll ein ganz besonderer Brand werden: der Bayernbrand. Kredenzt wird er von Edelbrandsommeliers.

Pemmering/Gstadt – Bayerns Edelbrandsommeliers sind die „Botschafter des geistigen Genusses“. So steht es zumindest auf der Ehrenurkunde, die jeder Absolvent nach Ende seiner Ausbildung erhält. Jetzt haben sich die Edelbrandsommeliers etwas ganz Besonderes einfallen lassen: einen exklusiven Bayern-Brand.

Genau vor einem Jahr fand die Auftaktveranstaltung für dieses Experiment statt. Benedikt Pointner aus Pemmering, Vorsitzender des Vereins der Bayerischen Edelbrandsommeliers, und Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner haben damals sechs 50 Liter Eichenfässer mit Zwetschgenbrand von bayerischen Brennern abgefüllt. Danach wurden die Fässer an verschiedene Orte in Bayern gebracht und dort eingelagert: auf dem Kreuzberg in der Rhön, in der Teufelshöhle in der Fränkischen Schweiz, im Fürstbischöflichen Weinkeller in Veitshöchheim, in der Burg in Burghausen, auf der MS Bayern im Bodensee und schließlich noch auf der Fraueninsel im Chiemsee. Dort wurde nun im Beisein von Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf das erste Fass gehoben – und natürlich verkostet.

„Jedes Fass ist unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt, das ist das Experiment“, erzählte Pointner. „Besonders auf dem Schiff im Bodensee wird das sehr interessant, denn das Fass wird an Deck allen Witterungseinflüssen und starken Temperaturschwankungen ausgesetzt“, weiß der Vorsitzende der Edelbrandsommeliers. „Dazu kommt noch die ständige Bewegung. Wir sind echt gespannt.“ Eigentlich hatte der Verein geplant, jedes Fass separat zu vermarkten, aber das habe man mittlerweile verworfen. Grund: „Wir haben die Fässer im Frühjahr schon verkostet, erst einzeln und dann gemeinsam mit dem gleichen Anteil aus allen Fässern“, berichtete der Vorsitzende. „Und wir haben festgestellt: Jedes Produkt für sich ist brillant, aber vereint ist es nicht mehr zu toppen.“

„Ich freue mich auf dieses spannende Experiment und dass ich dabei sein darf, wenn das erste Fass gehoben wird. Das ist ein Highlight für mich“, sagte Umweltministerin Scharf. „Jedes Fass hat seine eigene Geschichte, und das Endprodukt wird so vielfältig sein, wie unsere bayerische Landschaft.“ Auch sei es ihr als Umweltministerin wichtig, ebenso wir ihrem Kollegen Brunner, Streuobstwiesen zu fördern, die nicht nur für die Artenvielfalt, sondern auch für die Brenner und deren Produkte so wichtig seien.

Andreas Franzl aus Oberkorb bei Dorfen, Vorsitzender des Südostbayerischen Verbandes der Obst- und Kleinbrenner, hatte dann die Ehre, die ersten Proben zu entnehmen und an die Gäste, vorwiegend Brenner aus ganz Oberbayern, zu verteilen. Alle waren begeistert. Der Brand „hat weniger Vanillearoma als erwartet und eine ganz leichte Rumnote“, stellte Pointner fest, der den Alkoholgehalt „bei rund 50 Prozent“ schätzte.

In den nächsten Wochen werden die anderen fünf Fässer gehoben, kündigte der Vorsitzende der Edelbrandsommeliers an. Danach werden sie wieder zusammengeführt, „zu einem echten Bayern-Cuvee geblendet, und dann haben wir ganz Bayern in einem Brand vereint“. Wann das exklusive Endprodukt dann auf den Markt gebracht wird, konnte Pointner allerdings noch nicht sagen, „aber wir werden es rechtzeitig bekannt geben“. Infos gibt es im Internet unter www.edelbrandsommeliers.de.

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