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Viele hundert Zuschauer säumten den Weg des Isener Faschingszugs.
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Isener Faschingszug

Zwischen Wahlkampf und A 94

Am Faschingsdienstag war Ausnahmezustand in Isen.

Isen – Die Isener hatten bei ihrem Faschingsumzug am Dienstag Petrus auf ihrer Seite. Denn während woanders Umzüge wegen des Sturms abgesagt werden mussten, spielte das Wetter in Isen mit. Und das, obwohl dunkle Stimmungs-Wolken über die Marktgemeinde ziehen.

Dass kommunalpolitisch einiges ins Haus steht, war den Wagen, die traditionell nur mit der Hand gezogen, oder geschoben werden durften, auch anzusehen. „Isen braucht eine größere Schule“, hieß es am Gefährt des Faschingskomitees. Ein gemaltes Schloss Neuschwanstein wies auch gleich darauf hin, wie „. . . unsere Entscheidungshilfe!“ aussieht: Der Ziehwagen war als kleiner Boxring eingerichtet, die Wahlplakate der Bürgermeisterkandidaten außen verrieten, für wen sie gedacht war. „Kampf um das Isener Rathaus, Runde 1“, hieß es.

Mit einem ganz eigenen Bürgermeisterkandidaten war eine lustige Truppe aus Pemmering angereist, die „Partei der Platterten“, die nach eigenen Angaben „Christlich, Spendabel, Cool“ ist. Auf Transparenten stellten die „Platterten“ auch gleich ihr Programm vor, mit Zielen wie „der Rückführung zum unabhängigen Pemmering“ oder dem „Neubau einer Ganztagsschule in Pemmering mit Förderung der Hochbegaten und Inklusion der selten Bläden“. Und die Partei verspricht: „Gratis Haare schneiden für Mitglieder incl. Kopfmassage und Glatzenpolitur.“

Die A 94 und die Debatte um die Lärmbelästigung hatte unter anderem den MSC zu einem Gefährt inspiriert, das mit schleifenden Blechdosen die eigenen Rasseln zu übertönen versuchte. „Nur die A 94 ist LAUTER!“ verriet ein Schild. Den zweiten Autobahnwagen zogen junge Leute aus Isen und Lengdorf, die von einem „Scheich aus den Emiraten“ begleitet wurden, der mit seinem Maserati immer getreu dem alten Markus-Song Gas gab, um Spaß zu haben. Der Wagen wies eine stilisierte Karte mit Abzweigungen nach Isen und Lengdorf aus, „weil eben die Isener sich freuen, dass sie schneller in Mühldorf oder München sind, die Lengdorfer aber den Krach haben!“, wie eine Isen-Vertreterin erklärte.

Andere Mottowagen befassten sich mit dem Gesundheitswesen und der Zweiklassen-Welt zwischen Privat- und Kassenpatienten („Jetzt müssen wir wieder zum Boder!“) und versorgten das Publikum vorsorglich mit hochprozentiger „Medizin“ und Verbänden gegen Ohrenweh. Die Westacher Feuerwehr war dabei mit einem „selbstlöschenden Container“ – in Anlehnung an die Einsätze wegen der Zündeleien auf dem Netto-Parkplatz.

Der Schachverein Isen kam stilecht als Schachfiguren verkleidet, und der Bowlingclub präsentierte diesmal die „Abschiedstournee der EAV“. Angeführt wurde der Gaudiwurm von der Blaskapelle Isen, die für ihr Frühjahrskonzert im März warb. Danach ging es musikalisch weiter mit den „Pinklers“, die auf ihr 40-jähriges Jubiläum hinwiesen. Dass Albert Zimmerer dabei nur als Double mitlief, ist dem Umstand geschuldet, dass er als Bürgermeisterkandidat heuer nicht ganz so viel in der Kultur in Erscheinung tritt. Ebenfalls dabei war der Burschenverein Burgrain.

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