Thomas Klement und Thomas Hiemer Isen
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„Kochen mit Thomas und Thomas“: Unter der Anleitung von Gastronom Klement (l.) durften Event-Initiator Hiemer sowie acht zugeschaltete Videokonferenz-Gruppen ein 3-Gänge-Menü zubereiten.

Neues Projekt von Gastronom, Webdesigner und Weinhändler

Online-Kochshow Isen: Brutzeln am Bildschirm

In der Gastronomie-fernen Corona-Zeit haben sich ein Restaurantbesitzer, ein Webdesigner und ein Weinhändler etwas Neues einfallen lassen: Ein virtuelles Koch-Seminar in Isen.

Isen - Online-Unterricht, Online-Messen, Online-Chorproben, Online-Treffen mit Kollegen oder Freunden – seit der Pandemie hat sich beruflich und privat einiges ins Internet verlagert. Dass ein Kochkurs digital ausgerichtet wird, ist allerdings noch eher selten. Der Gasthof Klement aus Isen wagte nun das Experiment– mit Erfolg.

Das Online-Event „Kochen mit Thomas und Thomas“ sorgte bei allen Teilnehmern für viel Zuspruch und soll wiederholt werden. Offiziell stehen hinter dieser virtuellen Veranstaltung die Genussfreunde Isen – also Dana (47) und Thomas Klement (52) vom gleichnamigen Gasthof, Webdesigner Thomas Hiemer (49) sowie Weinhändler Alois Zollner aus Reithofen.

Teilnehmer konnten sich beim Gasthof Klement Kisten mit sortierten Zutaten und Weinen abholen. Gekocht wurde anschließend gemeinsam per Videokonferenz unter Anleitung von Thomas Klement. Auch diese Idee stammt von Hiemer, der mit den Online-Aktionen die lokale Gastronomie unterstützen möchte. „Wir können nun live erleben, was Thomas kann“, sagt der Isener. Selbst Dana Klement war überrascht, dass ihr Mann sofort zusagte. Ihr Thomas sei nämlich dafür bekannt, gerne eher im Hintergrund zu bleiben.

Live-Übertragung aus der privaten Küchen

Die Live-Übertragung aus seiner eigenen privaten Küche in Isen ist für den 52-Jährigen eine Premiere. Die Gerichte des 3-Gänge-Menüs waren bewusst nicht zu komplex gewählt, sagt der Gastronom, der während der Kochshow seinen früheren Berufswunsch offenbarte: Lehrer, am liebsten Lateinlehrer.

Der Abend startete mit der Nachspeise: ein Himbeer-Topfenrahm mit Baiserbrösel. Eingangs wurde die Sahne geschlagen und mit Topfen sowie Vanillezucker verrührt. Schichtweise wurden dann die Creme, Himbeeren, der mit der Hand zerdrückte Baiser sowie das vom Gasthof pürierte Fruchtmark in Gläser gefüllt und anschließend gekühlt.

Vorspeise Garnelen, Hauptgang Ochsenrücken

Als Vorspeise wurden frische Fanggarnelen aus dem Pazifik mit Romana-Salat kombiniert. Das Gemüse wurde dafür mit Aromabutter in der Pfanne angebraten, die Garnelen mit etwas Olivenöl. Die Butter sowie das Parmesan-Caesar-Dressing wurden bereits in Isen vorbereitet. Dieses Gericht kam bei den acht Teilnehmern so gut an, dass Dana Klement versprach, es nach dem Lockdown auf die Speisekarte zu setzen.

Ansichtssache: die Kochshow aus dem anderen Blickwinkel in einer Teilnehmerküche mit Laptop.

Der Hauptgang der Online-Kochshow war ein irischer Weideochsenrücken in Zwiebel-Senfkruste mit Rotweinsauce und Knollengemüse – „ein Restaurant-Klassiker“ laut dem Chefkoch, der seine Lehre vor knapp 30 Jahren als Jahrgangsbester abgeschlossen hat. Das Fleisch würzten die Teilnehmer nur mit Salz und Pfeffer. Die vier Tage lang eingekochte Rotweinsoße sowie das Knollengemüse mussten von den Teilnehmern nur noch erwärmt werden. Abschließend zeigte der Gastronom, wie man die Zutaten auf einem Teller anrichtet.

Gelegenheit, zwischendurch Fragen zu stellen

Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit und stellten zwischendurch immer wieder Rückfragen zur korrekten Ausführung. Alle äußerten sich am Ende der Kochshow positiv. „A saucoole Idee“ lobte ein Herr, „total lecker“ und „es war mega“ sagten andere. Weitere Teilnehmer regten eine digitale Wiederholung sowie einen Live-Kochkurs an, sobald das wieder geht.

Auch die Organisatoren waren am Ende der Veranstaltung hochzufrieden. Das Gastronomen-Ehepaar genießt die Online-Abende nach eigenen Angaben sehr, denn die Lockdown-Einschränkungen und die fehlende Perspektive gehen laut Dana Klement an die Psyche. Die witzigen virtuellen Treffen@ seien etwas Besonderes in der aktuellen Zeit. „Und es tut uns sehr gut, wenn wir so viel positives Feedback bekommen“, sagt die Wirtin.

Von Markus Ostermaier

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