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„Zum Geh“ bieten die Gastwirte Thomas und Dana Klement ihre Gerichte an.

Service in Corona-Zeiten

Isener Liefer-Lichtblicke für die Kunden daheim

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Auch in Isen und Umgebung sind Geschäftsinhaber und Wirte findig, wenn es darum geht, dem Corona-Virus ein Schnippchen zu schlagen. 

Isen–  Die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, das Verbot von Veranstaltungen und der Schließbefehl für alle nicht-systemrelevanten Läden lassen kleine Händler und Gastronomen um ihre Existenz fürchten. Doch auch die Solidarität untereinander ist in Gemeinden wie Isen groß. „Es kamen neue Gäste zum Essen-Abholen, die gesagt haben ,Wir werden euch jetzt unterstützen, sonst haben wir später keinen Wirt mehr im Ort‘“, erzählt Dana Klement vom gleichnamigen Gasthof in Isen.

Das Wirtspaar versucht das Beste aus der Situation zu machen und bietet Gerichte „Zum Geh“ an – die deutsche Version von „to go“. Die Karte hängt draußen am Lokal, findet sich aber auch auf der Website und in sozialen Medien. Mit Erfolg: Bei der traditionellen Fischauswahl am Karfreitag gab es so viele Bestellungen, dass Wirt Thomas Klement in der Küche Unterstützung brauchte. Natürlich seien die Einnahmen nicht mit normalen Zeiten vergleichbar, „aber wir haben was zu tun. Und das tut uns gut“, sagt Dana Klement.

Kai Ensen von „Servus Kinder“ bietet nun einen Lieferdienst an. Erst vor knapp einem Jahr hat er seinen Spielzeug-, Schreibwaren- und Buchladen in der früheren Apotheke Am Gries eröffnet. Per Whatsapp kann man bei ihm bestellen und bekommt das Gewünschte dann bis vor die Haustür geliefert und kontaktlos übergeben. Ensen, der sich mit dem Geschäft einen Lebenstraum erfüllt hat, konnte so wenigstens einen Teil der Osterumsätze retten.

Um den Kunden die Auswahl zu ermöglichen, hat er alle Regale in seinem Laden abfotografiert und die Bilder ins Netz gestellt. Manch cleverer Käufer hat sich dann detaillierte Informationen aus dem Internet gezogen und dann doch lokal gekauft.

Auch für den Bauernmarkt, der immer freitags in Isen vom gleichnamigen Verein abgehalten wird, sind harte Zeiten angebrochen. Der Markt ist eine Institution in Isen, viele ältere Menschen nutzen ihn als soziales Zentrum für eine Tasse Kaffee und einen Ratsch.

Das Team hat lange überlegt, ob der Markt abgehalten werden soll, auch zum Schutz der eigenen Verkäufer. Schließlich wurde entschieden, dass er für die Lebensmittelversorgung unverzichtbar ist und damit unter der Beachtung von Sicherheitsmaßnahmen geöffnet wird. Allerdings wird das warme Mittagessen nur noch zum Mitnehmen angeboten.

Und wer von den Kunden gar nicht auf den Markt gehen möchte, kann für bestimmte Lebensmittel einen Bringservice nutzen. Beispielsweise Obst und Gemüse: Bei Brigitte Hundschell, die mit ihrem Mann Hilarius auch das Marktstandl betreibt, wird telefonisch oder per Whatsapp bestellt. Meist gemeinsam mit einem ihrer Kinder liefert Brigitte Hundschell dann bis zur Haustür.

Diesen Service bietet auch Bernhard Wimmer an, dessen Fleisch- und Wurstwaren am Bauernmarkt angeboten werden. Der Hofmetzger aus St. Wolfgang hat sich mit der Bäckerei Gruber und der Gärtnerei Kurz, beide ebenfalls aus St. Wolfgang, zusammengetan. Wer möchte, kann nun Backwaren, Fleisch und Wurst sowie Gemüse oder Pflanzen zusammen bestellen und auch mit einer einzigen Rechnung bezahlen – das ist besonders für ältere Leute sehr praktisch.

Beim Ausfahren hilft dann Wimmers Schwester Mia Straßmann, die Wirtin von „Mias Wirtshaus z’Klaus“. Da sie ihr Lokal ebenfalls nicht öffnen darf, bietet auch sie selbst Mittag- und Abendessen zum Abholen oder auf Nachfrage auch zum Liefern an. Und selbst Speiseeis kann man sich bis an die Haustür bringen lassen: Ein entsprechendes Angebot hat die erst im Februar eröffnete Eisdiele „Eistraum Isen“.

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