Die kroatische Insel Kres
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Die kroatische Insel Kres gilt nicht als Risikogebiet. Dort urlaubte eine Isener Familie.

Sie waren nicht im Risikogebiet

Kroatien-Urlaub zu Corona-Zeiten: Familie aus Bayern erhält Hassbrief - der Inhalt macht betroffen

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Weil sie während der Corona-Pandemie nach Kroatien reiste, hat eine Familie aus dem Landkreis Erding einen Hassbrief erhalten. Der Inhalt macht betroffen.

  • Eine Familie aus dem Landkreis Erding war im Kroatien-Urlaub.
  • Wegen der Corona-Pandemie gelten derzeit einige Teile Kroatiens als Risikogebiete. 
  • Nach ihrer Rückkehr erhielt die Familie einen Hassbrief.

Isen – Gut erholt kam eine dreiköpfige Isener Familie in der Corona-Zeit aus dem Urlaub in Kroatien zurück, da traute Irene Zuber (Name von der Redaktion geändert) beim Blick in den Briefkasten ihren Augen nicht.

In einem anonymen Schreiben wurde ihnen vorgeworfen, „mit ihrem ignoranten, verantwortungslosen und selbstgefälligen Verhalten sicher nicht dazu beizutragen, dass wir Bürger wieder in den normalen Alltag zurückkehren dürfen.“ Aber die Zubers hätten „sicherlich Ausreden, warum sie diese Reise angetreten sind“. Die Familie könnte dazu beigetragen haben, „dass wir durch die Regierung wieder eingeschränkt werden“.

Kroatien-Urlaub zu Corona-Zeiten: Familie erhält Hassbrief

Zuber stellt klar: „Wir waren mit einer befreundeten Familie zwei Wochen auf der Insel Cres. Die Kvarner-Bucht ist nicht einmal Risikogebiet.“

Sie meint: „Man fragt sich natürlich schon, welche ,Freunde‘ so um einen herum leben. Für mich ist das ein Brief voller Neid. Eigentlich traurig für solche Leute.“ Angst hat sie keine, allerdings macht sie sich Gedanken: „Der Brief zeigt, wie Corona die Gesellschaft spaltet.“

Corona-Quarantäne für Reiserückkehrer: Keine Anzeigen durch Nachbarn

Bei den Polizeiinspektionen Erding und Dorfen sind bislang keine Anzeigen gegen Reiserückkehrer oder Quarantänebrecher erstattet worden. Erdings Polizei-Vize Harald Pataschitsch berichtet, dass „sehr vereinzelt“ Anrufe eingingen, wenn in einem Geschäft das Hygienekonzept nicht stimmt oder in Restaurants keine Meldezettel ausliegen.

Sein Dorfener Kollege Harald Kratzel stellt allenfalls „eine gewisse Müdigkeit bei der Maskenpflicht“ fest – gerade bei jungen Leuten. Deswegen habe man am Montag am Busbahnhof in Taufkirchen mal nach dem Rechten gesehen. „Es geht darum, die Leute wieder zu sensibilisieren“, so Kratzel, „und nicht ums Bestrafen“.  

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