Stolz präsentiert Marianne Brucker ihre Medaille – und sagt bescheiden, dass sie viele Menschen verdient hätten. Foto: HD
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Stolz präsentiert Marianne Brucker ihre Medaille – und sagt bescheiden, dass sie viele Menschen verdient hätten.

Marianne Brucker aus Isen erhält Korbiniansmedaille vom Kardinal – 40 Jahre Förderlehrerin

Die Kirche ist ihr zweites Wohnzimmer

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Wenn es ums Helfen geht, Organisieren und Verantwortung übernehmen, steht Marianne Brucker an vorderster Stelle.

Isen – Wenn es ums Helfen geht, Organisieren und Verantwortung übernehmen, steht Marianne Brucker an vorderster Stelle. In Isen und im Umland ist die 65-Jährige vielen bekannt – vor allem den Schülern und Eltern der Grund- und Mittelschule Isen. Fast 40 Jahre lang hat sie sich hier als Förderlehrerin für die Kinder eingesetzt. Doch vor allem aber wegen ihres großen ehrenamtlichen Engagements rund um die katholische Kirche wird Marianne Brucker geschätzt.

Für diesen Einsatz wurde die engagierte Isenerin im Rahmen des Korbiniansfests im Freisinger Dom von Kardinal Reinhard Marx mit der Korbiniansmedaille ausgezeichnet. Nur vier Menschen aus der Erzdiözese bekommen diese hohe Anerkennung, die im Jahr 1988 von Kardinal Friedrich Wetter gestiftet wurde und seither jährlich verliehen wird. Vorgeschlagen wurde sie vom Isener Pfarrer Josef Kriechbaumer, eine Jury stimmte darüber ab.

Brucker hat sich sehr über die Medaille und die Urkunde aus den Händen des Kardinals gefreut. Es ist ihr aber wichtig, zu betonen, dass die Ehrung stellvertretend für alle Ehrenamtlichen steht. „Ich sehe das nicht so, dass das nun meine Medaille ist. Ich habe sie nicht nur allein verdient, sondern alle, die mit mir gemeinsam etwas bewegen“, sagte Brucker beim Fototermin mit der Heimatzeitung. „Locker 300 Leute“ könne man in Isen mit dieser Auszeichnung bedenken. Sie selbst setze sich aus Überzeugung ein und nicht, „damit es irgendjemand anerkennt“.

Die Liste ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten ist lang. An vorderer Stelle steht ihr Einsatz für die Pfarrbibliothek. Seit 40 Jahren ist sie hier dabei, die letzten 22 Jahre hat sie die Bücherei erfolgreich geleitet. Auch ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass die Bibliothek mehrfach ausgezeichnet worden ist, zuletzt heuer mit dem Gütesiegel „Bibliotheken – Partner der Schulen“, das vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus und vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst verliehen wird. Außerdem darf die Bibliothek das silberne Büchereisiegel des Sankt Michaelbundes tragen. Brucker betont, dass es nicht ohne viele helfende Hände gehe. Vor allem jetzt, wo durch die besonderen Hygienemaßnahmen die zurückgegebenen Bücher und DVDs mit der Hand gereinigt werden müssten, seien die Freiwilligen mit viel Engagement bei der Sache.

Besonders am Herzen liegt der Pädagogin der Nachwuchs. Sie war Kommunionmutter, hat sechs Jahre lang die Kindergottesdienste vorbereitet, über einen Zeitraum von acht Jahren die Kinderbibeltage organisiert, ist seit 24 Jahren Kommunionhelferin. Sie selbst hat schwere Schicksalsschläge ertragen müssen. Eine ihrer zwei Töchter starb kurz nach der Geburt, ihr Sohn kam vor fast zehn Jahren bei einem Arbeitsunfall ums Leben. Und dennoch ist sie eine lebensbejahende Frau, der der Schalk aus den Augen blitzt, wenn sie mit trockenem Humor Anekdoten aus ihrem Leben erzählt.

In der Pfarrgemeinde ist Brucker eine wertvolle Stütze und setzt sich, wie Pfarrer Kriechbaumer betont, „mit Regelmäßigkeit, Konsequenz und sehr großer Leidenschaft“ ein. So wirkte sie neun Jahre lang bei der Vorbereitung und Durchführung der Paarsegnungsgottesdienste mit, zwölf Jahre lang gehörte sie zum Pfarrgemeinderat, den sie fünf davon als Vorsitzende leitete. Heute ist sie unterem anderem noch Lektorin. Und sie kümmert sich seit 27 Jahren um die Organisation der Veranstaltungen des Katholischen Bildungswerks und singt im Kirchenchor. Doch ihre wahre Leidenschaft ist ihre Bibliothek, die nun coronabedingt schließen musste. Kurz vorher hatten wir Brucker nach Buchtiteln gefragt, über die sich die Lesebegeisterten in der Familie bestimmt als Geschenk freuen würden.

Bruckers Lesetipps:

Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen; Drachenläufer

Ayelet Gundar-Goshen: Löwen wecken

Daniel Speck: Bella Germania

Ursula Poznanski: Erebos (2 Bände); Fünf

Andreas Steinhöfel: Rico, Oskar und die Tieferschatten

Corinna Bomann: Die Frauen vom Löwenhof

Jujja und Tomas Wieslander: Mama Muh (Serie)

Christian Berkel: Ada; Der Apfelbaum

Michael Ende: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

John Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama

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