Feinste Ware: Die zahlreichen Besucher schauten ganz genau hin. Foto: Anne Huber

Leinenmarkt in Isen

Dirndl, Tücher und ein Jodler

Isen - Im und um den Gasthof Klement haben rund 50 Aussteller ihre überwiegend kunsthandwerklichen Produkte angeboten. Der 9. Leinenmarkt war angesagt.

Bei hochsommerlichen Temperaturen überzeugten sich zahlreiche Besucher vom breit gefächerten Angebot. „Der Leinenmarkt hat auch in diesem Jahr den Sommer nach Isen gebracht“, kommentierte Veranstalterin Annelie Lipfert das Traumwetter, das eher zum Baden als zum Bummel über den Markt einlud.

Wer allerdings dennoch kam, den erwartete auch heuer eine bunte Mischung aus modern interpretierten Dirndln am Stand von Brigitte Eydig, originellen Wechselringen von Perlenmacherin Doreen Jessensky, federleichten Pullovern aus selbst gesponnener Alpakawolle bei Eva Jehmlich, oder edlen Leinentischtüchern von Sanita Smuidrina-Keil. Daneben wurden afrikanische Stoffe, Männerkleidung aus Hanf und dralle Zaunhockerinnen, Gedrechseltes, Geschnitztes und Gestricktes angeboten.

Das Wort „Leinen“, das der Markt im Namen trägt, ist damit eher als Metapher gemeint für Naturtextilien und -materialien sowie handwerkliche Herstellung. Denn auf eins achtet Veranstalterin Lipfert ganz genau: Massenware bekommt man auf ihrem Markt nicht. Dass die handgefertigten Produkte dadurch zur Überraschung mancher Marktbesucher ihren Preis haben, versteht sich von selbst.

Opfer der hochsommerlichen Temperaturen wurden allerdings die Mitmachaktionen und Vorführungen. So fand sich nur ein Teilnehmer bei Spinn-Workshop von Eva Jehmlich ein, und auch die Illusionsshow von Sonja und Daniel Diso alias Magic Leinad & Sonja war nur mäßig besucht.

Über immerhin drei Teilnehmerinnen freute sich Marille Götz, die in die Anfangsgründe des Jodelns einführte. Die sorgten mit ihren Jodelversuchen zu „Du damischer Deifi, hosd ebba an Zweifi“ zwar für ein wenig Irritation unter den Besuchern des Klement-Gartenhofs, hatten aber selbst viel Spaß. Und wissen jetzt nicht nur, dass überall auf der Welt gejodelt wird, sondern kennen auch den Unterschied zwischen Jodler und Juchzer. Für Götz ist Jodeln eine Herzensangelegenheit. „Jodeln muss aus Freude geschehen“, weiß die ehemalige Sennerin, die das Jodeln aus sich heraus gelernt hat. „Es ist wie auf den Fingern pfeifen“, gab sie zum Trost einer weniger begabten Teilnehmerin des Schnellkurses mit: „Oft probieren, irgendwann geht’s dann schon.“

Dass der Leinenmarkt hervorragend zu Isen mit seiner langen Markttradition passt, hatte Vizebürgermeisterin Eva Pfennig bei der Begrüßung der Aussteller und Besucher betont. Im nächsten Jahr feiert der Leinenmarkt, der vor seinem Umzug nach Isen bereits sechsmal in Kolbermoor stattgefunden hat, sein zehnjähriges Jubiläum in Isen.

Über die Teilnahme von Vereinen oder der Schule würde sich die Veranstalterin deswegen ganz besonders freuen. Eine Isener Initiative hat den Weg zum Leinenmarkt auch heuer schon gefunden: Die Flüchtlingshilfe Isen hat Kunsthandwerk aus Afrika zugunsten der Isener Asylbewerber und Flüchtlinge verkauft.

Anne Huber

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