Rund um das Kunsthandwerk dreht sich alles beim Lichtermarkt im Klement-Saal in Isen. Fotos: Huber

ISENER LICHTERMARKT

Ein Fest für die Sinne

Isen – Warmes Licht und sanfte Klänge: Das mittlerweile achte Lichterfest bot eine entspannte Atmosphäre zum Bummeln und Kaufen. Das Konzept ist aufgegangen.

Der frühe Termin des Kunsthandwerkermarktes, an dem noch niemand von den diversen Christkindlmärkten übersättigt ist, lockte viele Besucher in Saal und Außenbereich des Gasthauses Klement.

Der Name war auch heuer Programm: Bei vielen der rund 40 Ausstellern drehte es sich neben Gefilztem, Gedrechselten und Genähtem ums Licht. Ein Hingucker waren die Lichtobjekte des Steinbildhauers Matthias Bischoff, bei denen die Leichtigkeit und Wärme des goldfarbenen Lichtes mit der Schwere und Kühle der Steine korrespondiert. Auch am Stand von Jo Detterbeck aus Scheideck bei Isen verbreiteten bei Einbruch der Dunkelheit Laternen heimeliges Licht. Detterbeck, der zum festen Inventar von Lichterfest und Leinenmarkt gehört, fertigt sie aus Abbruchholz. Daneben bot er Objekte aus einem von Ameisen ausgehöhltem Eichenstamm an.

Aus Holz sind auch die Kunstwerke, die Bildhauer und Schnitzer Martin Krainthaler fertigt. Die angenehme Atmosphäre des Lichterfestes, das wie der Leinenmarkt von Annelie Lipfert organisiert wird, ließ ihn den Weg aus Mariastein bei Kufstein nach Isen antreten. Der Josef, an dem er beim Lichterfest arbeitete, hält schützend dem Umhang über Maria und das Kind. Die anrührende Interpretation des Krippenmotivs ist aus Zirbenholz gefertigt. „Zirbenholz dunkelt leicht nach, nach einigen Jahren bekommt das Holz eine warme Tönung“, verriet der Fachmann. Neben dem relativ weichen Zirbenholz arbeitet Krainthaler auch mit Linde. Eine Auswahl an Schnitzeisen hat der Bildhauer mitgebracht, um sein Handwerk den Besuchern demonstrieren zu können.

Auch Christine Asböck aus Kolbermoor arbeitete an ihrem Stand. Sie war zum ersten Mal beim Isener Lichterfest mit ihrer saamischen Zinnfadenstickerei dabei. Asböck war von einer Abbildung in einem Modejournal dermaßen fasziniert, dass sie sich auf die Suche nach geeignetem Material machte, um die Armbänder nacharbeiten zu können. Rentierleder und Zinndraht bezieht sie aus Schweden, das Flechten des Zinnfadens brachte sie sich selbst bei. Inzwischen arbeitet Asböck auch mit Lamm- und Rindsleder und fügt Silberperlen ein.

Die Besucher, ist Veranstalterin Lipfert überzeugt, schätzen die Mischung aus Bekanntem und Neuem. Deswegen sind neben Dauerbrennern wie Hüte und Mützen von Claudia Jung oder den Weihnachtsengeln von Anja Baumann immer wieder neue Aussteller mit dabei. Nicht fehlen darf die Stettner-Musi mit ihren unaufdringlichen Klängen. Neben allerlei Dekorativem gab es auch allerlei gegen den kleinen oder großen Hunger. Von Bergkäse, Geselchtem und frischen Brot an den Ständen bis zur modern inspirierten bayerischen Küche des Gasthauses Klement blieben keine Wünsche offen. Die Idee für das Lichterfest hatte vor acht Jahren Dana Klement. Weil sie wenig Zeit hat, Weihnachtsmärkte zu besuchen, wünschte sie sich einen eigenen kuscheligen Markt im eigenen Saal. Damit verdankt Isen den stimmungsvollen Markt der Wirtin seines Traditionsgasthauses.  

Anne Huber

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