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Mit Handschlag und persönlichen Worten begrüßten (v. l.) Bürgermeister Siegfried Fischer, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Irmgard Hibler und Pfarrer Josef Kriechbaumer die Gäste beim Neujahrsempfang.

Neujahrsempfang isen

Fischer will gute Lebensqualität für jeden

Mehr Toleranz und Solidarität in Deutschland hat sich Bürgermeister Siegfried Fischer beim gemeinsamen Neujahrsempfang des Marktes Isen und der Pfarreien Isen und Pemmering gewünscht. Populismus jedweder Couleur und Machtgeplänkel der Parteien verurteilte er.

Von Anne Huber

Isen – Fischer ließ sich von der Weihnachtsansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier inspirieren. Dessen Aussage, dass gute Beispiele von Bürgerengagement im Kleinen für die großen Zusammenhänge wichtig sind, übertrug Fischer auf seine Kommune. Im Markt Isen geschehe nicht nur viel, um eine gute Lebensqualität zu schaffen, sagte er und erinnerte an die aktuellen Infrastrukturmaßnahmen. Es bestehe auch ein soziales Netz, das von den Kirchen und den caritativen Einrichtungen gebildet wird. „Sie, meine Damen und Herren, repräsentieren dies Bürgerengagement, ein dichtes Netz von Helferinnen und Helfern, in dem man sich geborgen fühlen kann, in dem man keine Angst haben muss“, richtete er seinen Dank an die Besucher.

Dieses Engagement sei umso wichtiger, da in Isen mit seinen mittlerweile 6000 Einwohnern, „nicht mehr jeder jeden“ kenne. Oft lasse „der Kampf um’s monatliche Einkommen“ gar nicht zu, Sozialkontakte zu pflegen. „Umso wichtiger ist es, dass es Organisationen, Vereine, Privatinitativen, Menschen eben, gibt, die diese Menschen ungeachtet von gesellschaftlichem Status, finanzieller Ausstattung, Herkunft oder Religion, aufnehmen, sie mit ihrem sozialen Verständnis begleiten und ihnen helfen. Die sie halt teilnehmen lassen an unserem Leben“. Auch wenn die politische Landschaft zur Zeit wenig Anlass zur Zuversicht biete, im Kleinen sei Zuversicht berechtigt. Wenn „die Kleinen“ nicht vergessen würden, könne dies auch wieder für das große politische Gefüge gelten, gab sich der Bürgermeister zuversichtlich.

An künftige und vergangene Feiern, Aktionen und Aktivitäten in den Pfarreien Isen und Pemmering erinnerte Pfarrer Josef Kriechbaumer in seiner Rede. Vom beeindruckenden Ergebnis der Sternsingeraktion 2018 in Höhe von 17000 Euro, schlug er den Bogen zu den Veranstaltungen im Lutherjahr 2017. Kriechbaumer ging auf die Neuerungen im Pfarrverband ein und stellte die Personen hinter den neu geschaffenen Stellen – Kathrin Fritsch als Kita-Verwaltungsleiterin und Dr. Gerhard Gaigl aus Pastetten als Verwaltungsleiter – vor. Der Seelsorger appellierte an die Anwesenden, auch weiterhin dafür zu sorgen „dass sich die Menschen hier wohlfühlen, dass möglichst alle hier eine Heimat finden“. Die Lösung von Zukunftsfragen, sollten nicht den Populisten überlassen werden, sondern sollten die Aufgabe aller sein.

Mit einer humorvollen Rede brachte Irmgard Hibler, die Vorsitzende des Isener Pfarrgemeinderates, die Zuhörer zum Schmunzeln – und zum Nachdenken. Ihr Ansatz waren die guten Vorsätze, die die Bundesbürger zum Jahresanfang fassen. Hibler hatte diverse Vorschläge parat, wie sich diese Vorsätze im Rahmen der Kirchengemeinde umsetzen ließen. Mehr Zeit für sich selbst etwa, könne der Besuch des Gottesdienstes bieten. Allerdings gab sie dem Kind einen anderen Namen: „Nicht nur einfach „I geh heit in’d Kirch, sondern mach ma mal wieda Wellness in the Church“, schlug sie vor. Zusätzlich mehr Bewegung, Stressabbau und Zeit mit Freunden und Familie, ebenfalls Vorsätze der Spitzenkategorie, ließen sich durch Wallfahrten oder die Teilnahme beim Flurumgang erreichen, sagte sie.

Auch beim mittlerweile 23. Neujahrsempfang folgten zahlreiche Gäste der Einladung von Kommune und Pfarrverband. Musikalisch begleitet von einem Ensemble der Blaskapelle und wie immer bewirtet von der Katholischen Frauengemeinschaft – Hibler dankte stellvertretend Michaela Rosenhuber – versteht sich der Empfang als Möglichkeit zum Gedankenaustausch und zum Gespräch.

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