Wildschäden auf Forstflächen

Fischer: Wir verzögern keine Verfahren

Vom Bayerischen Waldbesitzerverband an den Pranger gestellt fühlt sich die Gemeinde Isen. Bürgermeister Siegfried Fischer ist verärgert.

Isen Die pauschale Aussage des Bayerischen Waldbesitzerverbands, dass Kommunen Verfahren im Zusammenhang mit Wildschäden verschleppen oder fehlerhaft durchführen, hat den Isener Bürgermeister Siegfried Fischer veranlasst, sich öffentlich zu den Vorwürfen zu äußeren.

Bei der Hegeschau in Isen brachte er in einer ironisch gefärbten und von den Jägern mit großem Applaus bedachten Rede seine Kritik auf die in „Forst und Holz in Bayern“, dem Fachorgan der Bayerischen Waldbesitzer, veröffentlichten Vorwürfe vor. Hintergrund ist, dass Waldbesitzer die Schäden, die auf forstwirtschaftlich genutzten Flächen durch Wildtiere entstehen, zweimal jährlich bei der Gemeinde melden können. Diese führt dann, sollte es zu keiner Einigung zwischen Grundeigentümer und Jäger kommen, das Vorverfahren durch, zu dem dann ein Ortstermin und ein schriftliches Gutachten eines Wildschadensschätzers gehören.

In den letzten 20 Jahren, so berichtete der Isener Bürgermeister auf Nachfrage, sei das lediglich zweimal geschehen. Dabei habe die Gemeinde alles „gut und richtig“ gemacht. „Es stimmt einfach nicht, dass wir Verfahren verzögern. Wir schauen immer, dass wir alles schnell und zeitnah erledigen“, sagte Fischer. Auch wenn es sich, wie 2010 geschehen, lediglich um einen Streitwert von 30 Euro gehandelt hat. Die Kosten eines solchen Verfahrens können sich bei entsprechender Hartnäckigkeit der Kontrahenten schnell auf rund 900 Euro belaufen. Das habe er selbst erlebt, betonte Fischer. Bis zum Vorbescheid, der die Höhe des Schadensersatzes festlegt und eine Regelung zur Kostenübernahme des Verfahrens enthält, müssten, so Fischer, bei der Hegeschau „die Äußerungen der Beteiligten in zwei druckreife Protokolle übersetzt werden. Weil wir sind ja bei einer Behörde und nicht beim Königlich Bayerischen Amtsgericht, wo ellenlange Monologe über Wildschaden, unsinnige Gesetze und unfähige Politiker angehört“ sowie Termine vereinbart und verschoben würden, „weil der Waldbesitzer noch fertig siliern oder Kaibe ziang muaß“. Weit weniger spektakulär gehe es bei der Regulierung von Wildschäden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zu. Wie Fischer im Gespräch mit dem Dorfener Anzeiger sagte, lägen die durch Wildschweine verursachten Schäden auf Äckern und Wiesen zwischen 300 und 600 Euro. Die Kommune musste bei den neun Schadensmeldungen der vergangenen vier Jahre allerdings nicht tätig werden. „Die bringen das selber hin“, meinte er anerkennend.

Anne Huber

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