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Wie gut geht’s dem Wald? Revierleiter Ralph Kreitz (l.) erklärt Jagdvorständen und Revierinha bern, wie an den Stichprobenpunkten die Bäume für das Gutachten erfasst werden.

Forstliches Verbissgutachten 

Alle drei Jahre muss der Wald zum TÜV

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Jagdvorstände, Jäger, Revierinhaber und Landrat Martin Bayerstorfer trafen sich zum Auftakt des Verbissgutachtens in Isen.

Isen Im Kreis Erding starten die Verbissgutachten. Sie bilden die Grundlage für die Planung der Abschusszahlen in den nächsten drei Jahren. Der Auftakt fand bei Isen statt.

Wie geht es den jungen Bäumchen, die in vielen Jahren der Wald sein werden? Bayerns Förster wollen es herausfinden und werden in den kommenden Wochen stichprobenartig den hölzernen Nachwuchs untersuchen. „Forstwirtschaftliches Gutachten zur Situation der Waldverjüngung“ heißt das Verfahren offiziell. Es läuft unter Federführung der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF).

Alle drei Jahre wird diese „Verjüngungsinventur“ für jede der rund 750 Hegegemeinschaften im Freistaat erstellt. Ermittelt werden die Bissschäden, die durch das Schalenwild, hauptsächlich Rehe und Hirsche, verursacht werden. Mit Hilfe der Ergebnisse wird ein Gutachten erstellt, das für die Planung der Abschusszahlen entscheidende Empfehlungen gibt. Werden zu viele Bäumchen durch den Verbiss am Wachstum gehindert, sollte das Schalenwild verringert werden.

Im Landkreis Erding, der sechs Hegegemeinschaften zählt, fiel der Startschuss für die Gutachten am vergangenen Dienstag im Kopfsburger Holz zwischen Isen und Lengdorf. Dieses Gebiet gehört zur Hegegemeinschaft Dorfen. Eingeladen hatte Stefan Warsönke, Bereichsleiter Forsten des AELF Erding, zusammen mit seinen Revierförstern Stefan Klutschewski und Ralph Kreitz, der unter anderem für Isen und Lengdorf zuständig ist.

Gekommen waren nicht nur Jagdvorstände, Jäger und Revierinhaber, auch Landrat Martin Bayerstorfer ließ sich von minus zehn Grad nicht abschrecken. „Die Gutachten sind gesetzlich vorgeschrieben und werden seit 1986 heuer bereits zum zwölften Mal erstellt“, erklärte Warsönke. Im Vergleich zu 2015 gebe es keine Änderungen am Verfahren.

Wie der Ist-Zustand ermittelt wird und was Meterstab und Wäscheklammern damit zu tun haben, war nach einem kurzen Marsch durch den Wald von Kreitz zu erfahren. Die Forstflächen werden in ein gleichmäßiges Gitternetz eingeteilt. In jeder dieser Flächen werden entlang einer Geraden an fünf geeigneten Stichprobenpunkten jeweils 15 Einzelbäumchen untersucht, die zwischen 20 und 130 Zentimeter hoch sind. Diese Bäumchen werden zunächst mit einer roten Klammer markiert, dann werden die Daten erfasst. Dazu gehören die Baumart, die Höhe in drei Stufen und ob Bissspuren von Rehen oder Hirschen im oberen Drittel oder gar am für den Wachstum wichtigen Leittrieb zu finden sind. „Es zählt nur der Schalenwildverbiss“, sagt Kreitz. Zu erkennen sei der daran, dass er fransig oder „rupfig“ sei. Ob ein Hase am Zweig genagt hat, falle nicht ins Gewicht. „Tanne, Stufe 2, Seitentriebverbiss“, diktiert der Förster. Erfasst werden an den Stichprobenpunkten auch die fünf nächstgelegenen Bäumchen, die kleiner als 20 Zentimeter oder höher als 1,30 Meter sind.

Etwa bis Mai erfolgt die Inventur durch Mitarbeiter des AELF und studentische Hilfskräfte. Danach werden die Daten ausgewertet und die Ergebnisse an Jagdvorstände und Revierinhaber versendet. Die können sich dann dazu äußern, bei Bedarf kann es auch Informationsveranstaltungen mit den Beteiligten geben.

„Wir finden es wichtig, ins Gespräch zu kommen“, meint Warsönke. Deswegen werden auch gemeinsame Waldbegänge auch für einzelne Reviere angeboten. Die Gutachten selbst werden im September erstellt, an die unteren Jagdbehörden versendet und an die Beteiligten weitergegeben. Im November sollen die Beteiligten das für sie wichtige Papier in den Händen halten. 

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