Fotograf im Bild: Jubilar Anton Böld (M.) mit (v. l.) Vizebürgermeisterin Eva Pfennig, Ehefrau Johanna, den Enkeln Florian und Benedikt, Tochter Christine und Sohn Stefan. F.: ahu

Anton Böld 80

Der Fotograf, der Beethoven liebt

Isen – Er hatte unzählige Isener vor der Linse, hat immer wieder seine Heimat fotografiert und stimmungsvolle Landschafts- und Naturfotografien mit klassischer Musik hinterlegt: Die Rede ist von dem Isener Fotografen Anton Böld, der jetzt seinen 80. Geburtstag gefeiert hat.

Doch während die meisten Isener den Jubilar mit Aufnahmen von Taufe, Kommunion und Hochzeit in Verbindung bringen und vielen seine beeindruckende Diaschau zur Musik Beethovens über das Isental in Erinnerung ist, gibt es noch eine zweite Seite des Iseners. So war Böld treibende Kraft bei der Gründung der örtlichen Pfarrbücherei, die es unter seiner Mitarbeit in sieben Jahren auf 2000 Bücher brachte.

Auf „lebendiger Teamarbeit“ habe die kirchliche Jugendarbeit basiert, der sich Böld zu Beginn der 50er-Jahre verschrieben hatte. Bunte Abende mit legendären Theateraufführungen, Seminare zu Kirche und Gemeinde sowie Vorträge hat das rührige Team organisiert. Doch die Mitglieder des „Bundes der Katholischen Jugend“ haben nicht nur organisiert, sie standen oft genug auch selbst auf der Bühne. Das schauspielerische Talent habe er von seinem Vater geerbt, der vor allem als Humorist erfolgreich war, erzählt der Jubilar. Doch Böld, der mit drei Geschwistern in Isen aufwuchs, erinnert sich vor allem an die Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Toleranz seines Vaters, die auch vor russischen Kriegsgefangenen nicht Halt machte. „Mein Vater war mir immer ein Vorbild“, erzählt er.

Kein Wunder, dass Böld, auch beruflich in die Fußstapfen des Vaters trat. 1960 bestand er als Jahrgangsbester die Meisterprüfung zum Fotografen, unter anderem mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen von der Dachziegelherstellung in der Isener Ziegelei. 1974 übernahm er das Fotogeschäft, das er vor zwölf Jahren an seinen Sohn übergeben hat. Vier Jahre vorher war er mit Braut Johanna vor den Traualter getreten; die Kinder Stefan und Johanna machten die Familie komplett.

Auch nach der Heirat blieb Böld der kirchlichen Gemeindearbeit treu, so war er lange im Pfarrgemeinderat und in der Kirchenverwaltung tätig. Hier hat er sich mit der Organisation von Vorträgen zu „Themen, die den Besuchern auf den Nägeln brennen“ um die Erwachsenenbildung verdient gemacht. Auch Elmar Gruber, der bekannte katholische Pfarrer und Schriftsteller, ist einer Einladung Bölds nach Isen gefolgt.

Daneben hat sich der Jubilar immer für die Geschichte seiner Heimat interessiert, im Arbeitskreis für Heimatpflege und Kultur ist er geschätztes Mitglied. Seine große Liebe allerdings gehört der klassischen Musik, die er sich selbst erschlossen hat. Eine Leidenschaft, die sich auch auf seine Fotografie ausgewirkt hat. Der Gedanke „so wie Beethoven komponiert, so möchte ich fotografieren“, habe ihn schon als junger Mann umgetrieben, erzählt er.

In den 60 Jahren, während derer Böld die Isener Ortsgeschichte fotografisch festgehalten und sich kirchlich engagiert hat, habe ihn vor allem aber immer eines geleitet, erzählt er: „Nicht Posten sind wichtig, das Richtige kann auch im Hintergrund getan werden.“

Anne Huber

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