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Freifunker: Stefan Lorenz (l.) und Alexander Fox stellten das Konzept Freifunk in Isen vor. 

Flächendeckendes WLAN-Netz

Freifunk will Internet ohne Zensur

Isen - Zwölf der 50 Freifunk-Router, die im Landkreis in Betrieb sind, stehen in der Marktgemeinde Isen. Dennoch besteht längst keine flächendeckende Versorgung mit einem offenen Wlan-Netz.

Dass es längerfristig mehr Router werden sollen, ist der Wunsch von Freifunk Erding: Grüne und Piraten luden deshalb zu einer Infoveranstaltung mit den Erdinger Freifunk-Pionieren Stefan Lorenz und Alexander Fox ein. „Seltsam“ fanden die beiden den Beschluss des Isener Marktgemeinderates, Freifunk in kommunalen Liegenschaften zu untersagen. Wie berichtet, hatten die Fußballer des TSV Isen einen Freifunk-Router aus dem Vereinsheim entfernen müssen. Als Grund hatte der Marktgemeinderat angeführt, dass das frei zugängliche Netz keinen Jugendschutz gewährleiste.

„Wir haben nicht die Pflicht, einen Jugendschutzfilter einzubauen“, sagte Lorenz. Denn das Ziel von Freifunk sei es, „freie Bürgernetze ohne Zensur“ zur Verfügung zu stellen. Dass kostenloses Wlan nicht nur für Flüchtlinge wichtig sei, sondern dass auch Gaststätten und Hotels von dem offene Netz profitierten, in das man sich ohne Passwort einwählen kann, sei ein wichtiges Argument für Freifunk. Ausländer, die es aus ihrer Heimat gewöhnt seien, dass ein Hotspot kostenlos zur Verfügung steht, seien überrascht, dass es in Deutschland kaum die Möglichkeit gibt, frei im Internet zu surfen.

Die Ursache, dass es fast ausschließlich Hotspots gibt, die ein Passwort verlangen, liegt an der deutschen Rechtsprechung, die die sogenannte Störerhaftung vorsieht. Nach ihr sind Netzbetreiber beispielsweise auch für den illegalen Download von Filmen oder Musik der Nutzer verantwortlich. „Die Störerhaftung verhindert, dass ein Privatmensch seinen Router frei geben kann“, sagte Lorenz. Um die Haftung zu umgehen, wende Freifunk einen „und sehr guten und erfolgreichen, aber keineswegs billigen Trick an“, indem es einen VPN-Tunnel ins Ausland aufbaue, sagte Lorenz.

Einfach ist die Handhabung der Freifunk-Router: Wer Teil des Netzes werden will, braucht lediglich einen speziell konfigurierten Router. Einen speziellen Provider braucht es hingegen nicht, „bei uns darf jeder unabhängig vom Provider mitmachen“. Im Idealfall sind es genügend Menschen, die ihren Wlan-Router für den Datentransfer der anderen Teilnehmer zur Verfügung stellt, um ein flächendeckendes Netz zu schaffen.

Anne Huber

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