Über eine Vogelfutterstation freuen sich Bewohner und Mitarbeiter des Isener Seniorenzentrums: (v. l.): Bewohner Josef Gfüllner, Pflegerin Edith Bayer, Einrichtungsleiterin Gabriele Rohrer, Bewohnerin Inge Schwinghammer, Projektleiterin Kathrin Lichtenauer und LBV-Kreisvorsitzende Uschi Schmidt-Hoensdorf. Foto; Anne HUber
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Über eine Vogelfutterstation freuen sich Bewohner und Mitarbeiter des Isener Seniorenzentrums: (v. l.): Bewohner Josef Gfüllner, Pflegerin Edith Bayer, Einrichtungsleiterin Gabriele Rohrer, Bewohnerin Inge Schwinghammer, Projektleiterin Kathrin Lichtenauer und LBV-Kreisvorsitzende Uschi Schmidt-Hoensdorf.

Aktion des LBV

Futter für Vögel, Abwechslung für Senioren: Futterstation am Pflegeheim in Isen

Bewohner des Isener Pflegeheims können an einer Vogelfutterstation Amsel, Drossel, Fink und Star beobachten. Die Aktion des Landesbundes für Vogelschutz sowohl für etwas Abwechslung im Heimalltag sorgen.

Isen – „Alle Vögel sind schon da“, heißt es seit Kurzem im Seniorenheim Isen. Eine neue Vogelfutterstation des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) soll nicht nur helfen, dass heimische Vögel gut durch den Winter kommen. Sie soll auch den Bewohnern, deren Leben durch die Pandemie massiv eingeschränkt ist, Freude und Abwechslung beim Beobachten der Vögel und Versorgen der Station bringen.

Bei ihrem Besuch im Isener Seniorenzentrum hatte Kathrin Lichtenauer, die beim LBV für das Projekt verantwortlich ist, nicht nur die Station mit Futtersäule, Häuschen, Meisenknödel und Wasserschale dabei. Anhand von Vogelbüchern und Stoffvögeln mit originalgetreuen Vogelstimmen sprach sie mit den Bewohnern über das Thema. Auch einen ersten Futtervorrat hatte sie dabei. Bei der lockeren Gesprächsrunde im Speisesaal trug Lichtenauer selbstverständlich Maske und war dafür extra auf das Corona-Virus getestet worden.

„Das Isener Seniorenheim ist mittlerweile die 88. Senioreneinrichtung, die eine Futterstation erhalten hat“, sagt sie. 2017 hat der LBV das Projekt gestartet, das 2020 eigentlich beendet werden sollte. Wegen der Corona-Pandemie sei sie allerdings noch einmal bis Ende 2021 verlängert worden.

Die Aktion sei mehr als aktiver Vogelschutz, betont Lichtenauer. Vielmehr könne die Vogelbeobachtung dazu beitragen, die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Bewohner von Senioreneinrichtungen steigern. „Die Station soll die älteren Menschen ermuntern, im nahen Umfeld ihrer Einrichtung Vögel zu beobachten, um dadurch geistig und körperlich aktiv zu bleiben.“

Bestätigt wird der Nutzen der Vogelbeobachtung auf die psychosoziale Gesundheit der Senioren durch Studien der Katholischen Universität Eichstätt, die das Präventionsprojekt wissenschaftlich begleiten. „Unsere aktuellen Daten zeigen, dass die Vogelbeobachtung besonders die kognitive Ressourcen, die Mobilität und das soziale Wohlbefinden fördert“, schreibt Elisabeth Kals, Professorin für Sozial- und Organisationspsychologie. Die Vogelbeobachtung sei außerdem ein niedrigschwelliges Angebot, von dem alle Senioren profitieren könnten – unabhängig von ihrer möglichen körperlichen oder kognitiven Einschränkung.“

Auf volle Begeisterung stößt das Projekt nicht nur bei den Bewohnern. Auch die Mitarbeiter des Isener Seniorenzentrums stehen voll hinter der Aktion. „Damit haben unsere Bewohner in dieser ereignisarmen Zeit etwas, worauf sie sich freuen können“, sagt Einrichtungsleiterin Gabriele Rohrer. Damit möglichst viele Bewohner die Gäste der Futterstation beobachten können, wurde sie in der Einfahrt aufgestellt, auf die man vom Speisesaal aus einen guten Blick hat. Und was sagen die Bewohner?

„Das ist eine richtig gute Idee“, meint Inge Schwinghammer. Die Seniorin hat früher gleich mehrere Futterhäuschen aufgestellt, um Vögel zu füttern. Die meisten Vögel im Vogelbestimmungsbuch des LBV, das sie mit einer Pflegerin durchblättert, sind ihr vertraut. Auch der farbenfrohe Distelfink sei früher zu ihren Futterhäuschen gekommen, erzählt sie. Jetzt will sie ihre Tochter bitten, eines der Häuschen mitzubringen und in Sichtweite ihres Zimmerfensters aufzuhängen.

Bücher, ein Vogel-Memory und die Stoffvögel sollen auch künftig motivieren, sich mit den Vogelarten auseinanderzusetzen. Und das Auffüllen der Station soll nicht nur Bewegung in den Alltag bringen, sondern solle auch dazu dienen, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen, wünscht sich Lichtenauer. Pflegekassen und die Stiftung Naturerbe unterstützen das Präventionsprojekt, das noch in weiteren Pflegeeinrichtungen umgesetzt werden soll.

ANNE HUBER

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