Das Trinkwasser in Isen wird ab Januar teurer - und zwar um das Dreifache.

GEMEINDERAT ISEN

Gebührenschock: Wasserpreis verdreifacht

Isen - In Isen wird Trinkwasser ab Januar teurer. Und das um über 300 Prozent. Hintergrund: Ein Beratungsbüro hat geschlampt.

Gründe für die Gebührenerhöhung sind eine Unterdeckung während des letzten Kalkulationszeitraum in Höhe von 240 000 Euro sowie die Tatsache, dass der Markt Isen während der eineinhalb Jahre dauernden Bauzeit des neuen Trinkwasserspeichers für 90 000 Euro Wasser vom Zweckverband Mittbachgruppe kaufen muss. Statt wie bisher 0,55 Euro müssen die Isener während der nächsten drei Jahre 1,63 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser zahlen. Die Grundgebühr für den haushaltsüblichen Wasserzähler (Nenndurchfluss bis 2,5 Kubikmeter pro Stunde und Dauerdurchfluss bis vier Kubikmeter pro Stunde) erhöht sich zudem von 40 Euro auf 101,70 Euro.

Wie die Verwaltung am Dienstagabend im Marktgemeinderates mitteilte, hätte die Verbrauchsgebühr während des letzten Kalkulationszeitraums um 0,53 Euro pro Kubikmeter höher sein müssen. Dass zu wenig von den Verbrauchern verlangt wurde, hängt mit der fehlerhaften Kalkulation des damaligen Beratungsbüros zusammen. Da die aktuelle Gebührenkalkulation auf dem inzwischen erfassten Anlagevermögen der Wasserversorgung basiert, habe man statt wie bislang mit Schätzwerten, endlich mit tatsächlichen Werten kalkulieren können, sagte Bürgermeister Siegfried Fischer.

Rechtlicher Maßstab für die Benutzungsgebühren ist Artikel 8 Kommunalabgabengesetz (KAG). Darin ist festgelegt, dass das Gebührenaufkommen die nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen ansatzfähigen Kosten decken muss. Das umfasst auch angemessene Abschreibungen von den Anschaffungs- und Herstellungskosten, welche um die Beiträge gekürzt werden, und eine angemessene Verzinsung des Anlagekapitals. In den neuen Gebühren sind lediglich Abschreibung und Verzinsung des neuen Trinkwasserspeichers erhalten. Finanziert werden soll er über einen einmaligen Verbesserungsbeitrag, der 2019 fällig wird. Die vorläufige Höhe des Verbesserungsbeitrags gibt die Verwaltung mit 1,43 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 2,75 Euro pro Qudratmeter Geschossfläche an. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 110 Quadratmetern Grundfläche und 575 Quadratmeter großem Grundstück würde sich der Verbesserungbeitrag dadurch auf 1850 Euro belaufen.

20 Cent der aktuellen Verbrauchsgebührenerhöhung gehen pro Kubikmeter auf die Kappe des nötigen Wasserkaufs. Dass sich die Gebühr nach 2020 wieder auf dem alten Niveau einpendeln wird, ist laut Auskunft von Rathaus-Geschäftsführer Werner Christofori unwahrscheinlich. Denn das Rohrleitungsnetz der Kommune ist in die Jahre gekommen und macht sich zunehmend mit nötigen Reparaturen bemerkbar. Eine Sanierung steht derzeit zwar nicht auf der Agenda, soll aber planerisch entwickelt werden.

Anne Huber

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