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Einem Fahnenmeer glich die Isener Pfarrkirche (Bild l.) beim Festgottesdienst. Die historische Fahne der Veteranen- und Soldatenkameradschaft wurde von Peter Grasser (r.) getragen.

150 Jahre Veteranen- und Soldatenkameradschaft Isen

Glauben leben und damit Frieden schaffen

Lange Zeit schien das Wetter zu halten. Aber der immer stärker werdende Regen zwang gestern die Veteranen- und Soldatenkameradschaft Isen beim 150-jährigen Gründungsfest noch während des imposanten Kirchenzugs mit über 70 Vereinen zur spontanen Programmänderung.

Von Albert Zimmerer

Isen – Statt beim Kriegerdenkmal am Marktplatz wurde der Festgottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Zeno gefeiert. Am Ende hat dann doch alles gepasst und auch vom Vereinsvorsitzenden Michael Betz fiel die Anspannung ab. „Wir haben das Beste daraus gemacht“, sagte Dekan Josef Kriechbaumer, der bei schlechter Witterung eigentlich ins Festzelt ausweichen wollte. Jedenfalls war die Kirche soll voll besetzt, wie selten. Während der Messfeier wurden das neue Erinnerungsband, das von den Festdamen Regina und Johanna Bauer mitgeführt wurde, von Kriechbaumer gesegnet.

In seiner Predigt sagte der Geistliche, in unruhigen Zeiten wie diesen, wo Amerika einen Präsidenten habe, „der nicht weiß was er will“, könne man auf die Bibel vertrauen. Wenn alleine die zehn Gebote gelebt würden, gäbe es Frieden auf der Welt.

Im Festakt, der ebenfalls in der Kirche stattfand, erinnerte Betz an die 70 Jahre, „die wir schon in Frieden leben dürfen“ und die – wie tägliche Medienberichte zeigten – keine Selbstverständlichkeit seien. Schirmherr und Bürgermeister Siegfried Fischer freute sich über die große Beteiligung an der Feierlichkeit, die allein schon Beweis dafür sei, dass ein Verein wie die Veteranen- und Soldatenkameradschaft auch in der heutigen Zeit noch eine Berechtigung habe. Das Gedenken an die Gefallenen sei keine Glorifizierung des Krieges, sondern Mahnung für den Frieden.

Lob für Kultur des Erinnerns

Der stellvertretende Landrat Jakob Schwimmer ging sogar noch weiter und bezeichnete die Isener Veteranen als „top-aktuellen Verein“, angesichts eines „derzeit stattfindenden 3. Weltkriegs mit Live-Bildern von Hinrichtungen und Bombenangriffen“. Schwimmer lobte ausdrücklich die Kultur des Erinnerns, wie sie in der neuen Chronik der Isener umgesetzt worden sei. Den Feldpostbrief von Anton Manseicher aus dem 1. Weltkrieg, der ebenfalls in der Chronik abgedruckt ist und den Marianne Brucker während der Kommunion vorlas, nannte Schwimmer „ein Zeitzeugnis, das belegt, wie sinnlos Kriege sind“.

Stellvertretend für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge überreichte ebenfalls Schwimmer das Fahnenehrenband „Mortui viventes obligant“ (Die Toten verpflichten die Lebenden) für die großartige Spendenbereitschaft der Isener Bevölkerung.

Bayernhymne zum Abschluss

Nach dem Totengedenken mit symbolischer Kranzniederlegung folgte zum Abschluss die Bayernhymne.

Obwohl mittlerweile Dauerregen herrschte, formierten sich die Vereine zum ordnungsgemäßen Rückmarsch ins Festzelt. Die vier Züge wurden von je zwei Gruppen den Blaskapellen Schwindegg und Isen angeführt.

Die Isener sorgten dann auch im Festzelt zum Ausklang des Festes für eine angenehme Stimmungsmusik, die auch einen gemütlichen Ratsch zuließ. Nicht sofort ins Trockene durften allerdings die Mitglieder der Veteranen- und Soldatenkameradschaft. Sie mussten erst noch auf die Tribüne für das Gruppenfoto – Regen hin oder her.

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