Respekt! Diesmal las Bruder Isenator (Rul Kellner) per Livestream die Leviten. Ein einsamer Weg, so ganz ohne Bühnenzauber. Kein Wunder, dass dieser Kraftakt durstig machte. Screenshot: Vogel
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Respekt! Diesmal las Bruder Isenator (Rul Kellner) per Livestream die Leviten. Ein einsamer Weg, so ganz ohne Bühnenzauber. Kein Wunder, dass dieser Kraftakt durstig machte. Screenshot

Rul Kellner liest den Isenern als Bruder Isenator per Livestream die Leviten

Guter Rat für den Grünen-Rat

Sauber eing’schenkt hat Rul Kellner – wie gewohnt – den Isenern bei seiner Fastenrede. Ungewohnt war allerdings, dass Bruder Isenator seine Leviten diesmal nicht vor Publikum lesen konnte, sondern nur via Livestream im Internet.

Isen – Die schwierige Aufgabe, ohne motivierende Publikumsreaktionen launig die Leviten zu lesen, meisterte der erfahrene Fastenprediger Isidor (Rul Kellner) vom Faschingskomitee Isen. Er sprach diesmal per Livestream zu den Menschen – ein einsamer und herausfordernder Weg, so ganz ohne Bühnenzauber. Rund 200 Leute waren live vor dem PC dabei. 90 Schmankerlbegeisterte hatten sich vorher das deftige Schweinshaxn-Starkbier-Paket vom Gasthaus Klement geholt, das heuer zum Onlineprogramm des Isener Starkbierfestes gehörte. Die Wirtsleute würden für die rege Bestellung danken, richtete Bruder Isenator aus.

Der Pater rügte in seiner Fastenpredigt übereifrige „Hilfssheriffs“, die in Corona-Zeiten ihren Kontrollzwang auslebten, ging auf die schwierige Zeit der vielen Schließungen sowie den strahlenden Friseurjubel nach der Öffnung ein und plauderte aus dem kommunalpolitischen Nähkästchen. Bemerkenswert sei der „Kampfgeist der Isener Grünen“. Trotz hochrangiger Unterstützung habe es Florian Geiger nicht geschafft, der erste Isener Grünen-Bürgermeister zu werden. Dass der Grünen-Rat „ständig präsent“ sei, vermerkte der Fastenpater respektvoll und gab ihm einen freundschaftlichen Rat auf den Weg mit: „Lass dir nix g’falln!“

Mit dem Satz „Jetzt wird’s schwierig – die CSU“, beleuchtete Bruder Isenator den krisenhaften Zustand und konstatierte: „Die Pandemie macht der CSU schwer zu schaffen.“ Als nach dem erneuten Lockdown die Wirtshaustüren zugesperrt blieben, habe Wirtsgattin Dana Klement Stellung bezogen, ihren CSU-Ausweis zerschnitten, fotografiert und samt Austrittserklärung verschickt. Dafür sei ihr Mann, der „staade“ Thomas Klement, prompt Delegierter bei der CSU geworden.

Geschäftstüchtig dank mobilem Hühnerstall: Die Isener Bürgermeisterin Irmi Hibler (FW) könne mit ihrer Anschaffung in der Mittagspause, wenn die Amtsgeschäfte ruhen, „Eier klauben“. Bruder Isenator war angetan: „Des g’foid ma!“ Das ambitionierte architektonische Engagement des Vereins „Isenwerk“ ließ ihn die ironische Frage stellen, ob es da den Isener Gemeinderat überhaupt noch brauche. Die beschriebene Siedlungsplanung als einen „Ort, wo die Seele zuhause ist“, war für den Fastenprediger „fast schon lyrisch“. Seine Befürchtung: Der Planentwurf „erinnert eher an einen Friedhof als an eine fröhliche Siedlung“.

Auch das Sportgeschehen nahm der Fastenprediger aufs Korn. So lange schon würden die Isener Fußballer „sehnsüchtig“ auf ihren Aufstieg warten. Da verheiße die Aussage von „Weltklassetorhüter“ Christian Zech Hoffnung, dass er seit dem Lockdown „komplett ohne Gegentor“ geblieben sei. „Respekt“ kommentierte Isenator: „Solange hat es nicht einmal der Oliver Kahn geschafft.“ Einen hoffnungsvollen Ausblick auf ein geselliges Kulturleben nach der Pandemie gab’s zum Schluss: „Prost! Bleibt’s g’sund. Wir sehen uns dann wieder live.“

Vroni Vogel

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