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Tritt er zur Bürgermeisterwahl noch mal an: Gemeindechef Siegfried Fischer (l.) machte bei der Bürgerversammlung auf jeden Fall solche Andeutungen.

Bürgerversammlung

Hohe Schulden: Macht Fischer weiter?

Der Markt Isen steht finanziell nicht so schlecht da, wie es zu Beginn des Haushaltsjahrs 2017 ausgesehen hat. Grund ist unter anderem eine unerwartete Steigerung der Gewerbesteuer. Doch Isen muss sich hoch verschulden. Ein Grund, dass Bürgermeister Siegfried Fischer möglicherweise doch noch mal antritt.

Von Anne Huber

Isen – Dass die positive Finanzlage allerdings nicht lange anhalten wird, machte Bürgermeister Siegfried Fischer bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend ebenfalls klar. Denn große Maßnahmen sind geplant oder werden gerade realisiert. „Gar nicht schlecht“, sagte Fischer zu den Zuführungen in Vermögenshaushalt in Höhe von jeweils 1,5 Millionen Euro, die in den Haushaltsjahren 2016 und 2017 erwirtschaftet wurden. Mitverantwortlich für die positive Entwicklung sei ein „Rekordergebnis“ bei der Gewerbesteuer. Statt der veranschlagten 1,6 Millionen Euro hat die Kommune heuer 2,4 Millionen Euro eingefahren.

In den letzten Jahren seien viele Dinge angelaufen, „die uns sehr viel Geld kosten, die uns aber auch weiterbringen“, sagte Fischer zu den laufenden und geplanten Maßnahmen. Zu ihnen gehören die vorgesehene Generalsanierung der Schule, der Anbau an die Kinderkrippe, die Erweiterung des Friedhofs, der Breitbandausbau und die Kanalsanierung.

Der Bau des neuen Hochbehälters, ebenfalls eines der aktuellen Großprojekte der Kommune, wird die Gemeindekasse dagegen nicht belasten. Um die 2,4 Millionen Euro zu finanzieren, die der Neubau kosten wird, ist ein Verbesserungsbeitrag geplant. Mit Kosten zwischen 1900 Euro und 2500 Euro muss der Eigentümer eines durchschnittlichen Einfamilienhauses rechnen. Weniger belastend wird die Kanalsanierung sein, die sich nur moderat auf die Gebühren auswirken wird, da ihre Umsetzung über einen längeren Zeitraum erfolgt.

Größter Posten ist die Generalsanierung der Schule, mit der 2018 begonnen werden soll. 2022 sollen die Anbauten stehen. Auf rund 17 Millionen Euro beläuft sich die Kostenschätzung, zehn Millionen Euro muss die Kommune selbst tragen. Dazu kommen die Ausgaben für die Kinderkrippe (Baukosten: 1,4 Millionen Euro) mit einem Eigenanteil für den Markt Isen in Höhe von rund einer Million Euro.

Offensichtlich wurde in der Bürgerversammlung, dass die hohe Neuverschuldung Fischer auch persönlich trifft. „Wenn i in zweieinhalb Jahren aufhören tat, und vier bis fünf Millionen Schulden hätt’, kannt i mi zurücklehnen und sagen, das hast sauber g’macht“. Trotzdem komme für ihn nur der eingeschlagene Weg in Frage, anstehende Maßnahmen, nicht auf die lange Bank zu schieben. „So kann ich sagen, du hast es anpackt, du hast es net ausg’sessen“. Dass Fischer mit seiner Aussage eine erneute Kandidatur nicht ausschloss, könnte damit zu tun haben, dass er sich nicht vor der Verantwortung drücken will, eine stark verschuldete Gemeinde zu führen. Für seinen dreistündigen Vortrag bekam er reichlich Beifall.

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