Abschiedsbesuch aus dem Rathaus mit vorgeschriebenem Abstand: Angelika Läng (M-) zusammmen mit Christine Pettinger (l.) und Irmi Hibler (r.). 
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Abschiedsbesuch aus dem Rathaus mit vorgeschriebenem Abstand: Angelika Läng (M-) zusammmen mit Christine Pettinger (l.) und Irmi Hibler (r.). 

Abschied im Kindergarten Mittbach

30 Jahre voller Herzenswärme: Kindergartenleiterin Angelika Läng geht in Ruhestand

Ihr Abschiedslied sangen die Kinder quasi im Homeoffice: Zum Ruhestand bekam die Mittbacher Kindergartenleiterin Angelika Läng ein Video und viele gute Wünsche.

Isen – Bereits als kleines Mädchen wollte Angelika Läng Erzieherin werden. Jetzt wurde die beliebte Leiterin des kommunalen Kindergartens in Mittbach in den Ruhestand verabschiedet. Auch wenn die Abschiedsfeier nicht so ausfallen konnte wie geplant – statt eines großen Fests mit allen Kindern kamen die Gäste, unter ihnen Bürgermeisterin Irmi Hibler und Verwaltungschefin Christine Pettinger, im Stundentakt – ist es den Organisatorinnen gelungen, Läng einen würdigen Abschied zu bereiten.

Seit 1990 hat die ehemalige Kirchheimerin, die ursprünglich aus Arnstorf in Niederbayern stammt und seit 1984 in Pemmering lebt, im kleinsten Isener Kindergarten gearbeitet. Der war, bevor der Umzug ins umgebaute Mittbacher Schulhaus stattfinden konnte, zunächst im Isener Freizeitheim untergebracht.

An ihr Einstellungsgespräch mit dem damaligen Bürgermeister Hans Edmund-Lechner kann sich Läng noch gut erinnern. Das wurde nämlich zum Teil im nahen Kneippbecken geführt, durch das Bürgermeister und angehende Erzieherin gemeinsam stakten.

Aus der Notgruppe im Freizeitheim ist längst ein dreigruppiger Kindergarten, zu dem einen Integrationsgruppe geworden mit einem besonderen Betreuungsschlüssel gehört. Eines sei er allerdings geblieben, erklärte Läng: ein kleiner und familiärer Kindergarten, in dem ein gutes Klima und gute Laune herrsche. Das sahen auch Längs Kolleginnen so, die jetzt den Weggang der Leiterin mit personeller Umstrukturierung kompensieren müssen.

Es sei eine große Aufgabe, den Kindergarten weiterzuführen, sagte Längs designierte Nachfolgerin Irmi Achterling. „Bei deiner Herzenswärme und deinem Engagement muss man schauen, dass man hinterherkommt. Obwohl Eltern und Kolleginnen sich schon früh Gedanken über eine Abschiedsfeier gemacht hätten, sei es durch die Pandemie zeitlich eng geworden.

„Zum Glück haben wir so tolle Mütter, die bis zum Schluss am Video gebastelt haben“, sagte Achterling. Statt beim Sommerfest haben die Kinder zuhause vor der Kamera gesungen. Aus dem Singen auf Distanz haben die technikbegabten Eltern ein „Abschiedslied aus dem Homeoffice“ gemacht, erzählte Achterling. Mit viel Hingabe und Inbrunst trugen die Kinder ihr Lied vor. „Wir geben dich nicht gerne her und haben uns gefragt, ob du uns auch vermissen wirst, wie wir dich jeden Tag“, sangen sie.

Mit einem weiteren Geschenk haben die Mittbacher Erzieherinnen schon früh begonnen: alle rund 400 ehemaligen Kindergartenkinder, von denen die ältesten Mitte 30 sind, durften sich in einem Abschiedsbuch verewigen. Drei dicke Ordner sind es geworden, die die sichtlich gerührte Kiga-Leiterin entgegennehmen konnte.

Ihren Ruhestand wird die dreifache Großmutter mit viel Sport verbringen. Reisen, Wandern, Radeln und Golf spielen stehen auf ihrem Programm. Die Musical-Reise nach Berlin, die ihr Eltern und Kolleginnen gemeinsam geschenkt haben, muss allerdings noch warten.

Ihrem ehemaligen Team wünscht Läng, „dass sie zusammenbleiben“. Richtig bange, dass ein Personalwechsel stattfinden könnte, ist ihr allerdings nicht. „in Mittbach gab es im Grunde nur einen Wechsel, wenn eine Erzieherin schwanger wurde“, führt sie als Indiz für das gute Betriebsklima an.

Den Kindern hat sie für die Zeit nach den Beschränkungen durch die Pandemie einen Besuch versprochen. „Dann gibt’s ein Eis und noch etwas, aber das verrate ich nicht“, sagte Läng. Eines gab sie allerdings gegenüber den wenigen Kindern, die bereits im Kindergarten sein durften, und ihren Kolleginnen zu: „Ihr werd’s mir alle sehr fehlen.“

Anne Huber

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