Leerrohre für den Aufbau eines Glasfasernetzes werden in Isen künftig verlegt.

Leerrohr-Verlegung

Isen beschließt Masterplan zum Aufbau eines Glasfasernetzes

Der Markt Isen wird künftig bei Tiefbaumaßnahmen Leerrohre für den Aufbau eines Glasfasernetzes verlegen. Ein Leerrohr-Masterplan dient der Kommune dabei als Grundlage.

Isen – Rund 14,8 Millionen Euro würde es kosten, Glasfaser in alle 1845 Gebäude zu verlegen. Geld, das die Kommune trotz des hohen Fördersatzes von rund 80 Prozent nicht hat. Um trotzdem die Versorgung mit hoher Bandbreite zu ermöglichen, sollen bei Tiefbaumaßnahmen Mikroröhrchen bedarfsgerecht verlegt werden, in die später die Glasfasern eingeblasen werden können. Die so geschaffene Infrastruktur könnte einen Anreiz für mögliche Netzbetreiber schaffen, hofft man in der Kommune.

Der Masterplan, der von der Regensburger Firma IK-T entwickelt wurde, setzt auf den FTTB-/FTTH-Ausbau, bei dem die Glasfasern bis zum Haus (FTTB) bzw. bis zur Wohnung (FTTH) verlegt werden. „Wir gehen bis ins Haus rein“, erläuterte IK-T-Ingenieur Rainer Letz das Ausbaukonzept im Gemeinderat. Dabei sei vorgesehen, jede Wohneinheit mit vier Fasern anzufahren, zwei Fasern sind pro Gebäude zusätzlich als Reserve gedacht. In Isen wären damit 14734 Fasern nötig, um alle 2797 Haushalte zu versorgen. Für die Verwaltung hat der Masterplan einen besonderen Nutzen: Sie weiß künftig, bei welchen Tiefbaumaßnahmen Leerrohre, die den Anforderungen eines künftigen Betreibers genügen, mitverlegt werden müssen.

Allerdings wird es zwischen fünf bis zehn Jahren dauern, bis auf diesem Weg sinnvolle Netzverbindungen geschaffen wird. Denn große Tiefbaumaßnahmen sind im Markt Isen derzeit nicht geplant. Die anstehende Kanalsanierung, die eine Möglichkeit bieten könnte, soll in erster Linie durch grabenlose Sanierung im Inlinerverfahren erfolgen. Die Alternative, die Leerrohre an der Decke der Kanäle verlaufen zu lassen, lässt der zu geringe Rohrdurchschnitt der Isener Kanäle nicht zu. In Neubaugebieten sind die Kommunen aufgrund des im November 2016 in Kraft getretenen Digi-Netz-Gesetzes ohnehin verpflichtet, bei der Erschließung Glasfaserinfrastruktur zu schaffen.

Dass digitalen Hochgeschwindigkeitsnetzen die Zukunft gehört, machte der IK-T-Vertreter deutlich. Bereits in fünf Jahren werde die Anforderung, die die Verbraucher an die Bandbreite stellen, bei einem Gigabit liegen, prognostizierte er. Da vor allem in ländlichen Bereichen die Netzbetreiber aber aus Rentabiltätsgründen kein Interesse an einem Ausbau hätten, sei die Verlegung von Leerrohren der geeignete Weg, um Anreize zu schaffen. Die Kosten, um einen Meter Leerrohr zu verlegen, bezifferte Letz auf 20 Euro.

Wie man künftig in der Gemeinde verfahren wird, blieb in der Sitzung offen. Die Marktgemeinderäte nahmen den vorgestellten Masterplan lediglich „zustimmend zur Kenntnis“. Gekostet hat der Plan die Kommune übrigens nichts. Die laut Angebot 9200 Euro Nettokosten werden vollständig durch das Bundesförderprogramm gedeckt.  ahu

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