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Neues Führungstrio bei der Feuerwehr Isen: Kommandant Andreas Maier (Bild links, M.) mit seinen Vizekommandanten Zeno Solchenberger (l.) und Alex Baumann.

Feuerwehr Isen

Das erste Kommandanten-Trio im Landkreis

Nichts wird’s mit dem Vorruhestand: Andreas Maier (50) lässt sich doch noch einmal zum Kommandanten der Feuerwehr Isen wählen.

Isen – Mit drei Kommandanten geht die Freiwillige Feuerwehr Isen in die nächsten sechs Jahre. Andreas Maier sowie seine beiden Vize-Kommandanten Zeno Solchenberger und Alexander Baumann wurden in der Dienstversammlung einstimmig gewählt. Damit ist die Isener Stützpunktwehr die erste Feuerwehr im Landkreis, die von der Möglichkeit Gebrauch macht, Amt und Verantwortung auf drei Schultern zu verteilen (wir berichteten).

In der anschließenden Jahreshauptversammlung ging Maier auf 20 Jahre Kommandant der FFW Isen ein und skizzierte wichtige Zukunftsthemen wie die Sicherung des Tagesalarms. Was eigentlich eine Abschiedsrede werden sollte – der 50-Jährige hatte eigentlich „einen ruhigen Vorruhestand in der Feuerwehr“ geplant, sich dann allerdings noch einmal der Kandidatur gestellt – wurde zum ausführlichen Rechenschaftsbericht.

Mit der Einführung der First Responder, mehreren Fahrzeuganschaffungen und einem kontinuierlichen Ausbau des Gerätehauses habe man sich während der letzten 20 Jahre bemüht, „die Feuerwehr voranzubringen, auf dem Stand der Technik zu halten und ein gutes Ausstattungsniveau zu halten“. Derzeit warte man auf die Lieferung des neuen First-Responder-Fahrzeugs – ein Audi Q5 wird den 18 Jahre alten Fiat Dobro ersetzen – und des neuen Versorgungs-Lkw.

Doch damit nicht genug: Laut Feuerwehrbedarfsplan steht im Jahr 2028 der Austausch des Löschfahrzeugs und der Drehleiter sowie die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs im Raum. „Dass das nicht in einem Jahr leistbar ist, liegt auf der Hand“, sagte Maier. Deshalb soll zusammen mit der Verwaltung ein realistischer Zeitrahmen entwickelt werden.

Da das große Problem Tagesalarmsicherheit auch die Isener Stützpunktwehr plagt, brauche es die Zusammenarbeit von Gemeinde und Feuerwehr, um Konzepte zu entwickeln, die auch unter Tag eine ausreichende Mannschaftsstärke garantierten. „Wir müssen es schaffen, den Feuerwehrdienst so attraktiv zu gestalten, dass sich noch mehr Bürger zur Mitarbeit bereit erklären“, sagte er. Darunter versteht Maier Menschen, die zum Arbeiten nach Isen kommen und bereits an ihrem Wohnort in der Feuerwehr aktiv sind, Frauen, die tagsüber in Isen sind, Neubürger und ältere Mitbürger als Quereinsteiger. Daneben gelte es, bei Arbeitgebern Überzeugungsarbeit zu leisten, damit diese ihre Mitarbeiter während der Arbeitsstunden für Einsätze freistellten.

Auch den Generationswechsel auf der Führungsebene hatte Maier im Blick: Junge und jüngere aktive Feuerwehrleute müssten in den nächsten Jahren mehr Verantwortung übernehmen. Dass die Feuerwehr es bereits jetzt schafft, für Nachwuchs zu sorgen, machte Jugendwart Martin Kowalski deutlich. 31 Kinder und Jugendliche, und damit zehn mehr als vor einem Jahr, sind in der Jugendfeuerwehr aktiv. In 20 Übungen seien 720 Stunden feuerwehrtechnische Übungen geleistet worden. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, habe man 504 Stunden mit Freizeitaktivitäten verbracht.

Auch am Festjahr habe der Nachwuchs eifrig mitgewirkt – von der Ausstellungseröffnung im Museum bis zum Bobby-Car-Parcours beim Feuerwehrfest. Dass sie es feuerwehrtechnisch drauf haben, hätten 24 Jugendliche bewiesen, die im November die Jugendflamme 1 und 2 mit Erfolg abgelegt hatten.

Wie wichtig Öffentlichkeitsarbeit ist, stellte Bernhard Schex, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, in seinem Bericht heraus. Zuvor ließ er aber das Jubiläumsjahr 150 Jahre Feuerwehr Isen, die Ausstellung im Heimatmuseum, die Historische Löschübung beim Kreuzmarkt und das Gründungsfest noch einmal in Bildern Revue passieren. „Nur durch eine aktive Feuerwehr kommen die Leute zu uns oder schicken ihre Kinder, weil sie sagen, das ist ein Verein, der vernünftige Arbeit macht“, sagte er. Durch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit, die nicht zuletzt über soziale Medien stattfinde, werde die Bevölkerung umfassend informiert.

Mit dem Grußwort von Kreisbrandinspektor Martin Angermaier schloss das Treffen. Angermaier dankte nicht nur Feuerwehrleuten und Gemeinde, die ihre Pflichtaufgabe immer erfüllt hätten („Ihr könnt euch nicht beklagen“), sondern appellierte auch an die örtlichen Arbeitgeber, die Feuerwehrleute tagsüber für Einsätze zur Verfügung zu stellen.

Vom jungen Falken, der aus dem Nest gefallen war, dem das Nest erweitert und mit einer Absturzsicherung versehen wurde, über die Brände des Papiercontainers beim Netto-Supermarkt bis zum Einsatz an Silvester – einem Fehlalarm, bei dem man zunächst das Schlimmste vermutete – reichte das 2019er Spektrum der Einsätze. Neben Skurrilem, Nervigem und Irritierendem erlebten die Feuerwehrleute auch Positives: Viele Anwohner und Passanten hätten, wie bei einem Verkehrsunfall auf der Münchner Straße, helfend eingegriffen, so sich Maier.

Zahlen und Fakten:

Aktive: 55 (davon 5 Frauen und 5 Doppelmitglieder).

Alarmierungen: 275 (davon 212 Frist Responder, 39 technische Hilfeleistungen. 15 Brände, 5 Fehlalarme)

Einsatzstunden: 848

Übungen: 54

Stunden Übungen, Aus- und Weiterbildung, Dienstsport: 2381.

Anne Huber

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