Keine Möbel, kein Konzept: Jugendpfleger Matthias Gallenberger will die Isener Jugendlichen Ausstattung und Programm bestimmen lassen.
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Keine Möbel, kein Konzept: Jugendpfleger Matthias Gallenberger will die Isener Jugendlichen Ausstattung und Programm bestimmen lassen. 

Neueröffnung an der Münchner Straße in Isen

Beim neuen Treff hat die Jugend das Sagen

Bei Ausstattung und Programm des neuen Jugendtreffs in Isen dürfen die Teenager mitbestimmen. Eine erste Versammlung findet am 10. Oktober statt.

Isen– Der neue Isener Jugendtrefföffnet Anfang Oktober an der Münchner Straße. Dafür hat Jugendpfleger Matthias Gallenberger Einladungen an rund 300 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren verschickt. Zusammen mit Andreas Götz von der Mobilen Jugendhilfe, der wie Gallenberger bei der Brücke Erding angestellt ist, will er bei einem gemeinsamen Treffen die Wünsche der Teenager abfragen. Denn die haben nicht nur bei der Raumausstattung das Sagen. Auch bei dem, was im neuen Treff gemacht wird, bestimmen sie den Kurs.

„Es kann sein, dass sie sich Aktionen wie Graffitiworkshops oder Nähkurse wünschen. Oder sie wollen nur nach der Schule abhängen und dabei günstige Getränke und freies Wlan“, ist Gallenberger für Vorschläge und Wünsche offen. Eines kann er jetzt schon sagen: Der Treff kann nicht als Partylocation genutzt werden. Das gilt auch für die unabhängige Jugend-Organisation Isen (Jogi), die ebenfalls einzieht. Ihr wird ein kleiner Raum zur Verfügung gestellt, den sie mit Konsole und Fernseher ausstatten wird.

Die Räume sind nur ein erster Schritt in Richtung offene Jugendarbeit. Denn im Grunde brauche es mehr Platz, um auch Konzerte oder Feiern veranstalten zu können, so Gallenberger. Außerdem sei die Lage in einem Wohnhaus und gleich neben dem Rathaus nur suboptimal: „Eigentlich braucht es einen Ort, wo nur wenige bis keine Anwohner gestört werden.“

Offen ist Gallenberger auch bei Angeboten für Mädchen. Bei der von ihm durchgeführten Jugendbefragung hatte sich herausgestellt, dass sich vor allem die Isener Mädels betreute Angebote wünschen. „Wir werden auch in dem Bereich nichts künstlich etablieren“, sagt er.

Eine Kooperation kann sich Gallenberger mit der Flüchtlingshilfe vorstellen, die durch den Einzug der Jugendlichen nur noch den separaten hinteren Teil der Räumlichkeit zur Verfügung hat. „Ich denke an gemeinsame Kicker- oder Fußballturniere“, sagt der Sozialpädagoge. Der Treff stehe selbstverständlich auch Jugendlichen mit Migrationshintergrund offen, wenn sie zwischen 12 und 17 Jahre alt sind.

Während sich Gallenberger auf den neuen Treff freut, ist man bei der Flüchtlingshilfe besorgt, allmählich aufs gesellschaftliche Abstellgleis geschoben zu werden. Nicht nur, dass man künftig mit wesentlich weniger Platz auskommen muss. Auch dass man die Räume nur noch über den Hintereingang betreten kann, ist für sie „das falsche Signal“.

Für Gallenberger ist es allerdings wichtig, dass man schon von der Straße aus sieht, ob im Treff was los ist. „Vor allem mein ehemaliges Klientel aus der Schularbeit schaut auf dem Heimweg von der Arbeit dann vielleicht eher auf ein Bier vorbei oder sucht Beratung“, sagt er. Bier, das stellt Gallenberger vorsorglich klar, wird es nur für über 16-Jährige geben. Harter Alkohol wird nicht ausgeschenkt, und zum Rauchen müssen die Besucher auf die Straße – so sie über 18 sind.

Das Treffen

unter dem Motto „Red mit“ findet am Mittwoch, 10. Oktober, ab 18 Uhr an der Münchner Straße 16 (Vordereingang) statt.

Anne Huber

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