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„Wer Hilfe sucht, bekommt sie bei uns“

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Von: Henry Dinger

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Hilfe in vielen Bereichen bietet Patrizia Brambring, Einsatzleiterin der Nachbarschaftshilfe Isen-Lengdorf-Pemmering. Den Rollator auf dem Bild verleiht sie an jemanden, der ihn akut benötigt.
Hilfe in vielen Bereichen bietet Patrizia Brambring, Einsatzleiterin der Nachbarschaftshilfe Isen-Lengdorf-Pemmering. Den Rollator auf dem Bild verleiht sie an jemanden, der ihn akut benötigt. © Henry Dinger

Ob mit Essenslieferungen, Pflege oder auch in finanziellen Notlagen – die Nachbarschaftshilfe Isen-Lengdorf-Pemmering hilft in vielfältiger Weise. Dazu trägt auch das Leserhilfswerk „Licht in die Herzen“ bei.

Isen – Dass Patrizia Brambring zum Fototermin mit einem Rollator erscheint, ist schon ein wenig ungewöhnlich. „Nein, den brauche ich nicht selbst, ich bin auf dem Weg zu einer Dame, die sich momentan nicht gut bewegen kann. Bis es wieder besser ist, kann sie sich diesen hier von uns leihen“, erklärt die Einsatzleiterin der Nachbarschaftshilfe Isen-Lengdorf-Pemmering.

Zwei Jahre Corona haben auch bei dem 450 Mitglieder starken Verein tiefe Spuren hinterlassen. Gelistet sind zwar etwa 60 Helfer, doch viele von ihnen sind in einem höheren Lebensalter und gehören zur Hochrisikogruppe. „Da sind sie lieber etwas vorsichtiger“, sagt Brambring und gibt zu verstehen, dass sich durchaus Menschen bei ihr melden dürfen, die gerne andere im Pfarrverband unterstützen würden. Vor allem für Lengdorf werden derzeit Helfer gesucht.

Fahrdienste übernimmt die engagierte Einsatzleiterin derzeit oft selber. „Der Dienst wird zurzeit ohnehin nicht so oft angefragt“, meint sie. Durch die Corona-Situation seien oft die Angehörigen wegen Kurzarbeit zu Hause oder im Homeoffice. Da fahren sie dann die Familienmitglieder selbst zum Arzt oder zur Therapie.

Patrizia Brambring, die seit 27 Jahren täglich über viele Stunden ehrenamtlich bei der Nachbarschaftshilfe tätig ist, hat gut zu tun. Am Telefon oder vor Ort gibt sie Ratschläge oder legt selbst Hand an. „Das geht los bei Problemen beim Ausfüllen eines Formulars oder Antrags übers Einkaufen im Supermarkt bis hin zu Anliegen rund um die Pflege und auch Demenz. Auch eine kurzfristige Unterstützung für die Zeit zwischen Krankenhausaufenthalt und Reha bei Mitmenschen, deren Angehörige nicht vor Ort sind, kann ich übernehmen“. Dank einer Reihe von zusätzlichen Qualifikationen kann die Pflege-Fachfrau in vielen Belangen weiterhelfen.

Kann sie selbst keine Unterstützung anbieten, sucht sie in ihrem großen Netzwerk, zu dem Ämter und große Hilfsorganisationen gehören, weiter. „Dort weiß meistens jemand Rat. Wer Hilfe sucht, bekommt sie bei uns auch“, meint die 59-jährige.

Was kaum jemand weiß: Die Nachbarschaftshilfe kann auch bei kurzfristigen finanziellen Engpässen eingreifen. „Das Geld kann schnell knapp werden, besonders jetzt, wo bei so manchem der Job wegbricht und die Energiepreise drastisch steigen. Viele scheuen sich aber, sich damit an uns zu wenden. Bei uns ist aber auch dieses Problem gut aufgehoben, da wir der Schweigepflicht unterliegen“, so die Lengdorferin.

Was seit Jahren gut funktioniert, ist ein Mittagessen, das viermal wöchentlich in einem örtlichen Gasthof gekocht und derzeit an sechs Familien ausgefahren wird. „Da gehören drei Essensfahrer zum Kernteam“, so die Einsatzleiterin. Eines Tages wieder ein Mittagessen in den eigenen Räumen anbieten zu können, ist Brambrings großer Wunsch für die Zukunft.

Im vergangenen Jahr hat sich der Verein schweren Herzens von seinem „Treff“ in der Bischof-Josef-Straße getrennt. Hier hatte Patrizia Brambring eine Reihe von gemeinsamen Zusammenkünften mit Betreuten organisiert, bei denen auch pflegende Angehörige entlastet wurden und die vor allem Demenzkranken Unterstützung boten. Da coronabedingt niemand mehr kommen durfte, die Miete aber weiterlief, hatte der Verein die Räume gekündigt.

Jetzt hofft Brambring, im kommenden Jahr zumindest im Pfarrheim wieder Treffen anbieten zu können. Dort sind derzeit wegen der Pandemievorschriften keine Bewirtungen erlaubt. Bis dahin ist ihr aber wichtig zu betonen, dass sie jederzeit ein offenes Ohr für alle hat, die ihr Herz ausschütten, oder einfach nur reden wollen. „Ich höre gerne zu. Einen Tipp oder Ratschlag habe ich in der Regel immer parat – wir lassen niemanden im Regen stehen“.

Licht in die Herzen

Das Leserhilfswerk des Erdinger/Dorfener Anzeiger unterstützt unverschuldet in Not geratene Bürger im Landkreis und auch die Arbeit der Nachbarschaftshilfe Isen-Lengdorf-Pemmering. Spenden sind auf das Konto (Nummer 17 111) bei der Sparkasse Erding möglich. Kontoinhaber: Zeitungsverlag Oberbayern. IBAN: DE54 7005 1995 0000 0171 11.

Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt. Dies vermerken Sie bitte mit Ihrer Adresse auf dem Überweisungsträger. Die Namen der Spender werden veröffentlicht. Wer dies nicht wünscht, vermerkt es bitte ebenfalls auf der Überweisung.

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