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Einen hocheffizienten Stromspeicher hat Jürgen Hübner aus Isen im Keller stehen und leistet damit einen Beitrag zur Energiewende, wie er sagt.

„Klimaschutz ist erreichbar - wenn man es will“

Mit kleinen Schritten zu mehr Klimaschutz

Deutschland steht sie noch bevor und erfordert große Anstrengungen. Bei Jürgen Hübner in Isen ist sie längst passiert – die Energiewende.

Isen– Was der 69-jährige Wahl-Isener vor einigen Wochen in seinem Keller installieren ließ, wirkt von außen unspektakulär wie ein neuer Kühlschrank. Es macht seinen Besitzer jedoch mächtig stolz, denn es handelt sich um einen hocheffizienten Stromspeicher der neuesten Generation, der seine Photovoltaikanlage ideal ergänzt. Die Technologie darin nennt sich Vanadium-Redox-Flow, wurde in der Raumfahrt entwickelt und war bisher nur in Großspeichern im Einsatz.

Ist der Speicher voll, geht der übrige Strom ans Netz

Auf die Frage, was der Speicher bringen soll, zückt der Ruheständler sein Handy und startet eine App. Schon sieht man grafisch dargestellt, was die Photovoltaikanlage aktuell leistet, wie viel nachhaltig produzierter Strom im Haus verbraucht wird und was davon in den Speicher fließt. „Ist dieser voll, geht der übrige Strom ans Netz“, erklärt Hübner. Kommt vom Dach nichts mehr, liefert der Speicher.

Der gebürtige Dortmunder arbeitete lange Jahre als Rohrleitungsbauer für Industrieanlagen und ist deshalb seit jeher interessiert an technischen Innovationen. Sein Beruf brachte ihn vor 28 Jahren nach Erding, wo er beim Erdinger Weißbräu tätig war. In dieser Zeit lernte er auch seine Hilde aus Isen kennen und lieben. Hübner blieb und fand hier eine neue Heimat, in die er sich auch rasch integrierte.

Elektroautos: Gute Ökobilanz nur dann, wenn mit erneuerbarer Energie geladen 

Seit er sich seine PV-Anlage vor fünf Jahren anschaffte, war er auf der Suche nach einem geeigneten Speichermedium. Seine zwei Elektroautos wurden zwar täglich mit selbst erzeugtem Strom geladen, aber nicht ausschließlich. An Regentagen oder abends blieb ihm nichts anderes übrig, als „normalen“ Strom zu verwenden, der zum Großteil noch aus Kohle- und Kernkraftwerken stammt. Das wollte Hübner unbedingt ändern, „weil Elektroautos nur dann eine gute Ökobilanz aufweisen, wenn sie mit erneuerbarer Energie geladen werden“. Bei seinen regelmäßigen Besuchen von Messen wurde er schließlich fündig.

Wann sich die Anschaffungskosten in Höhe von insgesamt 26 000 Euro für PV-Anlage und Speicher amortisieren, lässt sich nicht so genau sagen. Da Hübner aber auch die Autos damit betankt, „sollten es weniger als zehn Jahre sein“, schätzt er und sagt entschlossen, man dürfe nicht immer fragen: „Rechnet sich das?“.

Klimaschutz sei erreichbar - „Aber nur, wenn man es will“

Sicher werde er nicht die Welt retten, aber so doch immerhin seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Enttäuscht sei er von der großen Politik, gibt Hübner zu, schon deswegen, weil „man sich auf nichts mehr verlassen kann“. Es wäre in seinen Augen so wichtig für die Energiewende, weitere Flächen für Photovoltaik zur Verfügung zu stellen und die Anlagen samt Stromspeicher intelligent zu vernetzen.

Klimaschutz sei durchaus erreichbar, sinniert Hübner und setzt einen ernsten Blick auf. „Aber nur, wenn man es will.“

Albert Zimmerer

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