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Noch einmal Neujahrsempfang: Bürgermeister Siegfried Fischer begrüßte seine Stellvertreterin Eva Pfennig. Beide treten bei der Kommunalwahl im März nicht mehr an.

Persönliche Rede

Siggi Fischers letzter Neujahrsempfang als Bürgermeister

Isens Bürgermeister Siegfried Fischer tritt nicht mehr bei der Wahl an. Seine Rede nutzte er für Dank und mahnende Worte zum Gemeinwohl.

Isen – Persönliche Worte fand Bürgermeister Siegfried Fischer beim Neujahrsempfang von Kommune und Pfarrei. In seiner Ansprache erwähnte er „Beispiele kommunaler Entscheidungen aus 24 Jahren voller Verantwortung, Sorge und Freude“ – Rathausneubau, Kläranlage und Kinderkrippe. Dabei erinnerte er am Freitagabend im Pfarrheim auch an die Kritik, der er ausgesetzt war, und die Anfeindungen, die bis zu rechtlichen Schritten gegen ihn gereicht hätten. Das Fazit am Ende seiner Amtszeit fällt allerdings versöhnlich aus: „Es war immer eine Ehre und ein Privileg für mich, Ihr Vertrauen zu haben, Ihr Bürgermeister zu sein.“

Doch Fischer, der für klare und kraftvolle Worte beim Neujahrsempfang bekannt ist und stets mehr als ein Sonntagsredner war, gab Gästen und Bürgern auch Nachdenkliches mit auf den Weg. „Es ist ein Paradigma geworden, dass für alles, was man gibt, ein Gegenwert her muss. Am besten höher als das Gegebene, denn ,Wo bitte bleibt mein Profit?‘“, sagte er beim letzten Neujahrsempfang seiner Amtszeit.

Dieser zunehmend sowohl im Privaten wie in der Wirtschaft erkennbare Egoismus tauge nicht, um Gemeinwohl zu schaffen. „Denn wenn alles und jedes Gemeinnützige erkauft und bezahlt werden muss, wenn jeder voller Anspruchsdenken auf die Gemeinde zeigt, wenn das kleinste Entgegenkommen von der Gemeinschaft teuer bezahlt werden muss, werden wir uns das irgendwann nicht mehr leisten können.“

Sein Dank galt neben seiner Familie allen, die ihn 24 Jahre beim Dienst für die Gemeinde begleitet hätten. Seinem Markt Isen wünschte er, dass er „auch in Zukunft eine so tolerante, menschliche, freundliche und weltoffene Gemeinde bleibt“, wie er sie immer erlebt habe. Fischer schloss mit einem Zitat, das Willy Brandt zugeschrieben wird: „,Man hat sich bemüht.‘ Das tat ich auch.“

„Gott mit dir, du Land der Bayern“: Die Besucher im Pfarrheim sangen am Freitag lauthals mit. Nur beim Text mussten die meisten spicken.

Auch Pfarrer Josef Kriechbaumer ging die Neujahrsansprache persönlich an. „Wozu ist unsere Kirche gut? Warum bin ich als Pfarrer hier?“, seien Fragen, die er sich angesichts der 51 Kirchenaustritte des vergangenen Jahres im Pfarrverband stelle. Doch es gebe noch die anderen, die mit der Kirche durch Einrichtungen und Veranstaltungen in Kontakt kommen. In seiner Ansprache entwarf er von der Taufe bis zum Beistand beim Tod eines Angehörigen ein Kaleidoskop der Möglichkeiten, die Kirche als Lebensbegleiter anzunehmen. „Vieles haben wir hier im Saal gemeinsam: Es ist uns allen ein Anliegen, dass sich die Menschen wohlfühlen, dass möglichst alle eine Heimat finden“, dankte er den Gästen für ihren Einsatz in Pfarrei und Kommune.

Pfarrgemeinderätin Irmgard Hibler erinnerte daran, dass der Isener Neujahrsempfang heuer zum 25. Mal stattfand, und stellte das Ehrenamt und das berufliche Wirken zum Wohle der Bürger in den Mittelpunkt ihrer Begrüßung. Auch wenn der Einsatz, den Ehrenamtliche in der Kirche aufbrächten, nicht immer gleich von Erfolg gekrönt sei, so lohne er doch, sagte sie. Es sei auch weiterhin wichtig, „mit altbewährten Traditionen wie Festgottesdiensten, Maiandachten, der Fußwallfahrt nach Altötting oder der Besuch der Hubertuskapelle, ein weites Spektrum abzudecken.

Die katholischen Christen der Pfarrei bat Hibler um den Mut, zum Glauben und zum kirchlichen Ehrenamt zu stehen. Ihr Dank galt jedoch nicht nur denen, die sich in Vereinen und der Kirche engagieren. „Einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag“ leisteten auch alle, die beruflich einen Beitrag zum Wohle der Bürger in Pfarrei und Gemeinde verrichteten. „Auch Ihr Einsatz geht oftmals über das eigentliche Maß hinaus und ist keine Selbstverständlichkeit.“

Nach Ansprachen, Musik von einer Formation der Isener Blaskapelle und dem Singen der Bayernhymne war das kalte Büfett eröffnet. Für Häppchen und Getränke sorgten wie immer die katholischen Landfrauen.

Anne Huber

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