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Theaterverein Isen spielt „Der König in der Kiste“

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Der Theaterverein Isen wird am Freitag mit dem Kulturpreis des Landkreises ausgezeichnet. Das aktuelle Stück, das die Laienschauspieler für Kinder aufführen, zeigt warum.
Sichtlich aufgebracht ist der Oberhofminister (Susanne Fehmer/2. v. l.). Nehmen die Könige Alabaster und Hyazinth (Finn und Lasse Fehmer, sitzend, v. l.) das Regieren doch allzu leicht und hören sogar zu, was das einfache Volk wie die Dünne Frau (Sabrina Wittig, l.) und der Dicke Mann (Markus Rödelberger, r.) zu sagen haben. © Anne Huber

Der Theaterverein Isen wird am Freitag mit dem Kulturpreis des Landkreises ausgezeichnet. Das aktuelle Stück, das die Laienschauspieler für Kinder aufführen, zeigt warum.

Isen – Der Theaterverein Isen wird am Freitag mit dem Kulturpreis des Landkreises ausgezeichnet. Das aktuelle Stück, das die Laienschauspieler für Kinder aufführen, zeigt warum. „Der König in der Kiste“ wurde vor fast 50 Jahren von Paul Maar geschrieben und passt zur Truppe um Bernhard Thalhammer und Rainer Annuscheit. Es ist in erster Linie lustig – mit einem Hauch Grusel, kommt überhaupt nicht oberlehrerhaft daher und hat eine federleichte und für Kinder verständliche Moral. Veronika Senden hat das Stück auf die Bühne des Klementsaals gebracht.

Eigentlich könnte im Reich der Könige Alabaster und Hyazinth (Lasse und Finn Fehmer) alles in Ordnung sein. Ist es den beiden – von Dorit Höhn und Felicitas Finauer wundervoll hippiesk ausstaffiert – doch nicht nur wichtig, dass es ihnen selbst gut geht. Sie regieren ihre Bürger auch ohne Steuern und Militär, aber dafür mit einem Maximum an Zeit für die schönen Dinge des Lebens.

Verordnungen verordnen, damit alles seine Ordnung hat

Dem gestrengen Oberhofminister (Susanne Fehmer) passt das „Herumhopsen und Musizieren“ im Palast und auf den Straßen gar nicht. Seiner Bitte, „Verordnungen zu verordnen, damit alles seine Ordnung hat“, kommen die Könige nicht so nach, wie er es sich vorstellt. Deswegen ruft er die Hexe (Barbara Wiefarn) zu Hilfe. Die allerdings sorgt für eine ganz andere Ordnung, als sich der oberste Minister das vorgestellt hat.

Gut, dass es den Dicken Mann (Markus Rödelberger) und die Puppenspieler mit der kleinen Tänzerin (Rebecca Nicolai) und dem lustigen Äffchen (Elke Lämmlein) gibt. Und, dass Onkelchen (Norbert Wiefarn) so eine wunderbare Erfindung wie die Puppenkiste gemacht hat.

Der Dicke ist fürs Lustige zuständig

Fürs Lustige ist vor allem der Dicke Mann zuständig, den Rödelberger mit viel Hingabe als schlitzohrigen und verfressenen Faulpelz spielt. Lustig ausgelegt ist auch die Dünne Frau (Sabrina Wittig), die ohne Punkt und Komma ihre Verwandtschaft aufzählt und als Quasselstrippe bei der Hofzeitung landet. Dann gibt es noch den Zaubertopf, dem im entscheidenden Moment der Saft auszugehen droht, und das Äffchen, das eine Bananenschale in den Zuschauerraum schleudert.

Auch der Wachsoldat (Jakob Ilakovac) trägt zum Amüsement bei. Und lustig ist selbstverständlich der Oberhofminister selbst, der stets zu viel Wert auf Etikette legt. Fehmer ist auch für die Lieder verantwortlich, die das Geschehen unterstreichen und untermalen.

Eindrucksvolles Bühnenbild

Held und Liebling der Kinder ist Finn Fehmer, der den schwierigen Part als echter König Hyazinth und Hexe in der Gestalt Hyazinths hervorragend meistert. Antiheld ist Barbara Wiefarn als Hexe, die in hochhackigen Stiefeln und Minirock so gar nicht der Märchengestalt entspricht. Was mit ihr passiert, wird hier nicht verraten.

Auch die Neulinge des Ensembles, Ilakovac und Finn Fehmer, passen wunderbar zu ihren Rollen. Aktuell stehen drei Mimen mit dem Nachnamen Fehmer auf der Bühne, Rebecca, Raphaela und Martina Nicolai sind vor und hinter der Bühne aktiv. Das schlichte, aber eindrucksvolle Bühnenbild erlaubt eine Handlung ohne Umbauarbeiten.

Hinter der Bühne aktiv

Licht: Michael Kopp; Ton: Christian Lämmlein, James Riedl, Christian Rehm; Musik: Micha Späth, Susanne Fehmer; Kostüme: Dorit Höhn, Felicitas Finauer; Maske: Martina Nicolai, Barbara Wimmer; Souffleuse: Christa Senden; Puppen: Christa Senden, Dorit Höhn, Felicitas Finauer, Marlene Angermaier.

Das Stück wird am Samstag, 30. November, um 15 Uhr und am Sonntag, 1. Dezember, um 14 und 16.30 Uhr aufgeführt.

Anne Huber

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