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Kornelia Angermaier †: So feierte sie 2018 glücklich ihren 60. Geburtstag. 

Nachruf

Trotz MS: Ihr Lächeln hat Kornelia Angermaier nie verloren

Die Isener Gemeinderätin ist Kornelia Angermaier nach langer MS-Erkrankung im Alter von 60 Jahren verstorben. Ein Nachruf.

Isen – Sie hatte trotz ihrer Krankheit ihren Lebensmut und ihren Humor nicht verloren: Doch am Montag ist die Isener Gemeinderätin Kornelia Angermaier knapp einen Monat vor ihrem 61. Geburtstag gestorben. Ihr Entschluss, sich 2014 zur Wahl zu stellen, basierte nicht zuletzt auf den Erfahrungen, die sie aufgrund ihrer Krankheit und den damit einhergehenden Behinderungen gemacht hatte. Besser als Gesunde könne sie sich in die Menschen mit Behinderung hineinversetzen und deren Bedürfnisse erkennen, hatte sie einmal in einem Gespräch erklärt.

Doch die Multiple Sklerose, an der Kornelia Angermaier 19 Jahre litt, war für sie nicht so sehr chronische Krankheit, sondern vielmehr eine starke Beeinträchtigung. „Ich bin so weit gesund, ich kann halt nur nicht mehr so gut gehen“, hatte sie 2014 im Interview gesagt.

Mit ihrem Mann Martin hat Angermaier den Familienbetrieb in Steingassen bei Isen geführt und vier Kinder aufgezogen. Ihrem Mann, der sich seit vielen Jahren in Kommune und Kreis für die Feuerwehr engagiert, hat sie für dessen zeitaufwendiges und teilweise psychisch belastendes Ehrenamt immer den Rücken freigehalten.

Gemeinderat rückte für Kornelia Angermaier zusammen

Nachdem der älteste Sohn die Baufirma übernommen hatte, blieb ihr die Zeit, sich kommunalpolitisch in der CSU und im Gemeinderat zu engagieren. Da sie seit 2014 auf den Rollstuhl angewiesen war, rückte der Isener Gemeinderat erst vor Kurzem noch einmal ein wenig zusammen, um ihr Manövrierfähigkeit zu verschaffen.

Ihr Platz in der CSU-Fraktion war neben ihrem Mann. Bei der Sitzung am Dienstag blieben beide Plätze leer, auf dem Tisch lagen eine weiße Rose und ein Kondolenzschreiben. „Kornelia Angermaier ist mit ihrem schweren Schicksal beispielhaft umgegangen“, sagte Bürgermeister Siegfried Fischer. Bis zuletzt habe sie sich für Barrierefreiheit im Ort eingesetzt. „Nicht so sehr mit Anträgen, viel hat sie im persönlichen Gespräch gemacht“, sagte er.

Zum letzten Mal war Kornelia Angermaier am Volksfest öffentlich zu sehen. Wie immer im Rollstuhl, wie immer mit einem Lächeln im Gesicht. Ihre typischen Späßchen, erzählt Martin Angermaier, habe sie auch nach einer Hirnblutung im Juli gemacht. „Ich habe meine Frau immer bewundert“, sagt er. Sieben Jahre hat er seine Frau liebevoll gepflegt. Und Kornelia Angermaier wusste, was sie an ihm und ihrer Familie hatte. Immer wieder hat sie betont, wie geborgen sie sich fühle und wie gut sie versorgt werde. Groß gefeiert hat sie ihren 60. Geburtstag. Das Foto, das die Familie als Sterbebild ausgesucht hat, wurde an diesem Tag aufgenommen und zeigt eine glückliche Kornelia Angermaier. So wichtig der Verstorbenen ihre Familie war, so wichtig ist diese jetzt auch für ihren Ehemann. „Ich habe eine wunderbare Familie, die mir zur Seite steht. Zusammen schaffen wir es“.

Der Sterberosenkranz

ist am heutigen Freitag um 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Zeno. Am morgigen Samstag wird Kornelia Angermaier nach dem Gottesdienst um 9 Uhr auf dem Gemeindefriedhof beigesetzt. Im Sinne der Verstorbenen bittet die Familie, von Blumen und Kränzen abzusehen und für die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) zu spenden.

Anne Huber

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