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100 Tage im Amt ist Bürgermeisterin Irmgard Hibler. 

Irmgard Hibler 100 Tage im Amt

Wegen Corona genug Zeit fürs Aktenstudium

Ein Landschaftsbild von Rudolf L. Reiter lehnt noch an der Wand im Büro der neuen Isener Bürgermeisterin. So ganz zum Einrichten ihres Büros ist Irmgard Hibler nämlich noch nicht gekommen. Doch während es an der Dekoration im Büro noch fehlt: Als Bürgermeisterin ist Hibler ist nach 100 Tagen im Amt im Rathaus angekommen.

VON ANNE HUBER

Isen – Dass es ausgerechnet die Corona-Pandemie war, die es leichter gemacht hat, sich in das laufende Geschäft einzuarbeiten, ist für sie selbst ein wenig überraschend. Da während des Lockdowns jedoch kein Parteienverkehr im Rathaus war und noch immer kaum Abendtermine anstehen, konnte sich Hibler Gesprächen mit Mitarbeitern und dem Studium von Akten widmen.

Dass man noch lange mit den Auswirkungen von Corona zu kämpfen haben wird, machen die neuesten Finanzzahlen der Kommune deutlich. „Obwohl es bei der Gewerbesteuer überraschend gut ausschaut, gibt es durch die Kurzarbeit bei der Einkommensteuer Einbußen“, sagt sie. Damit erfülle der Markt Isen trotz Mindereinnahmen im Steuerbereich nicht die Kriterien „für den Topf von Herrn Söder“, bedauert sie. Die stabile Gewerbesteuer führt Hibler auf den „guten Mittelstand und die Handwerksbetriebe mit guter Auftragslage“ zurück. Obwohl man sich über die gute wirtschaftliche Lage der Betriebe freuen könne, werde der Kommune die Gewerbesteuereinnahme „in ein paar Jahren bei der Kreisumlage auf den Fuß fallen“, ist sie sich sicher.

Dass Isen gut mit den sozialen Folgen der Corona-Krise zurechtgekommen ist, hat die Bürgermeisterin aus Gesprächen mit der Nachbarschaftshilfe und den Sozialarbeitern der Schule erfahren. „Ich denke, dass sich die Leute untereinander geholfen haben“, meint sie.

Der falsche Ansprechpartner sei sie, antwortet sie auf die Frage, ob die Kommune, Kinder mit Migrationsgeschichte und wirtschaftlich benachteiligten Familien zu unterstützen werde, die während Schulschließung und Homeschooling ins Hintertreffen geraten sind. „Das muss von anderen Stellen ausgehen“, sagt sie. Beantragt habe die Kommune aber Fördergelder, um eine Ferienbetreuung auf die Beine zu stellen. „Der Bedarf war nicht so hoch, wie wir gedacht haben, obwohl wir Eltern aus dem ganzen Schulverband, die ihren Urlaub wegen Corona schon aufgebraucht haben, unterstützen wollten“, führt sie aus. Auch die Möglichkeit im Krisenfall mit dem Sozialpädagogen der Mittelschule, Matthias Gallenberger, telefonisch in Kontakt zu treten, sei von den Jugendlichen kaum angenommen worden. „Ich denke, auch deshalb ist es wichtig, dass der Betrieb wieder normal läuft, dann kommen Brennpunkte viel leichter zur Sprache“, ist sie überzeugt.

Selbst hat Hibler zahlreiche Gespräche mit allen Stellen geführt, zu denen der Kontakt während der Zeit der Rathausschließung wichtig war. Sogar neue Leute habe sie dabei kennengelernt, wie die Helfer der örtlichen Flüchtlingshilfe, erzählt sie. Auch bei den Gratulationen, die zunächst ausschließlich telefonisch stattfanden, habe sie mit vielen Leuten gesprochen, die sie vorher nicht gekannt habe. Inzwischen besuche sie Jubilare auch wieder persönlich, wenn es gewünscht werde.

Persönlicher Kontakt zum Bürger spielt für Hibler eine große Rolle, wobei ihr das direkte Gespräch am liebsten ist. „Probleme lassen sich so viel leichter lösen, bevor sie sich aufgeschaukelt haben“, sagt sie. „Den persönlichen Kontakt zum Bürger sehe ich als eine Aufgabe eines Bürgermeisters“, stellt sie heraus. Vernetzt sein mit den Einwohnern, Initiativen und Vereinen sei für ihr Amt unerlässlich. Guter Kontakt ist ihr auch zu ihren Mitarbeitern im Rathaus wichtig. „Ich freu’ mich, dass ich es mit einer echt gut aufgestellten Verwaltung und einem gutem Betriebsklima zu tun habe“. Denn wichtig sei es, im Großen und Ganzen gut informiert zu sein, bei Bedarf aber von kompetenten Mitarbeitern weitere Informationen erhalten zu können.

Einer, von dem sie Auskünfte erhalten könne, sei auch ihr Vorgänger im Amt, Siegfried Fischer. „Zwar hat es keine Einarbeitung gegeben, wenn ich aber etwas über Zusammenhänge brauche, kann ich ihn jederzeit anrufen“, sagt sie. Vor allem bei Themen und Projekten, die auch vor den Amtsantritt von Rathaus-Geschäftsleiterin Christine Pettinger fallen, sei das hilfreich.

Mit Breitbandanschluss, den Neubau des Mittbacher Feuerwehrgerätehauses und den vorbereitenden Maßnahmen zur Schulsanierung sei man im Rathaus derzeit vor allem beschäftigt. Erste Schritte zu mehr Bürgerinformation – eines der großen Wahlkampfthemen – sei die Verwaltung mit dem Einstellen der Sitzungsniederschriften auf der Homepage der Kommune gegangen. Und was sagt Irmgard Hibler privat? „Ich bin gern Bürgermeisterin“, beteuert Hibler, die von ihrer Familie unterstützt wird. „Es macht Spaß, es ist so, wie ich es mir vorgestellt habe“.

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