Isener Faschingszug

Ein nicht enden wollender Gaudiwurm

Isen - „Das ist bestimmt der längste Leiterwagen-Umzug von ganz Bayern“, stellte Faschingskomitee-Chef Rul Kellner begeistert fest. Rund 30 unmotorisierte Wagen haben sich am Dienstag am Isener Faschingsumzug beteiligt und für einen Gaudiwurm ohne Ende gesorgt.

Neben vielen Isener Vereinen, darunter der TSV als Minions, der Bowling-Club als geniale Piraten und die Frauengemeinschaft als furchterregende Hexen, konnte Kellner zum ersten Mal als Gäste die Dorfener Faschingsteufel begrüßen, die auch Asylbewerber in ihren Reihen hatten, allen voran „Eröffnungsdeife“ Achmed Saho aus dem Senegal.

Die zahlreichen Zaungäste kamen voll auf ihre Kosten, zumal auch das Wetter passte. Nicht zu sehen oder zu spüren vom prophezeiten Dauerregen mit Sturmböen. Augenzwinkernd schrieb sich die optimalen äußeren Bedingungen der Katholische Kindergarten auf seine Fahnen, hatte er doch mit Pfarrer Josef Kriechbaumer nicht nur den besten Draht nach oben, sondern auch den passenden Anführer für seine „Drachenburg“. Diese bestand aus nicht weniger als zwölf eigenständigen, aufwendig gestalteten Burgwagen, die als selbständiger Faschingsumzug eine Existenzberechtigung gehabt hätte.

Die stark erhöhten Isener Abwasserkosten thematisierte das Faschingskomitee und behauptete plakativ: „Isen braucht Geldscheißer.“ Zum selben Thema schlug die Westacher Feuerwehr einen Abwasserturm, den „Sigge-Tower“ vor, gemünzt auf Bürgermeister Siegfried Fischer, der sich ebenfalls unter den Zuschauern befand. Das riesige Mehrzweckgebäude solle statt des geplanten Biohotels entstehen und böte außerdem noch Platz für „Ruls Gaudikeller“.

Weitere Höhepunkte waren die „Helden von der Steinlandstraße“ mit überragendem „Batmobil“ und die „IPA“ der Liedertafel. Letztere hatte sich als „International Police Assoziation“ stilecht in Uniformen geworfen und konnte tatsächlich einen Beitrag zur Sicherheit liefern, als sie eine gefundene Geldbörse wieder an die Frau brachte. Vielfach wurde der Höhepunkt des Isener Faschings gerade von ehemaligen Isenern zu einem Stelldichein genutzt und bis spät in die Nacht wurde bei Partymusik gefeiert, was das Faschingszeug hielt.

Albert Zimmerer

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