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Runde Sache: In der Turnhalle (Foto) und auf dem Schulhof präsentierten  die Firmen ihr Angebot.

1. Isener Berufmesse

Ein vielfältiger Einblick ins Arbeitsleben

Das war eine mehr als gelungene Veranstaltung

Isen Die Mittelschule Isen hatte zu ihrer ersten Berufsmesse eingeladen, und rund 15 Ausbildungsbetriebe sowie die Arbeitsagentur stellten sich dabei den Schülern vor. Nach der Premiere waren alle zufrieden: zukünftige Auszubildende, Lehrer und Unternehmen.

Die Idee, die Messe an die Schule zu holen, hatte Thomas Banke, der einen Metallbaubetrieb in Isen leitet. Er stieß nicht nur bei Schulleiter Michael Oberhofer auf offene Ohren. „Auch von den Betrieben haben wir sehr, sehr gute Rückmeldungen bekommen.“ Dass sich die Handwerker und Dienstleister viel Zeit genommen haben, um für sich Werbung zu machen, hängt für Banke damit zusammen, dass „der Fachkräftemangel bei uns angekommen ist“.

Beim nächsten Termin – eine Wiederholung ist geplant – will man noch mehr Dienstleister wie etwa Friseure an Bord holen. „Bei uns sind auch Betriebe dabei, die ihre Firmen zum ersten Mal auf einer Ausbildungsmesse vorstellen“, freut sich Banke. Für ihn ist es wichtig, dass die Betriebe aus der Region kommen. Eine Frage, die sich die jungen Leute bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs stellen müssten, sei: „Will ich wirklich jeden Tag zur Ausbildung nach München fahren?“ Ein wohnortnaher Ausbildungsplatz biete durchaus ein Stück Lebensqualität, findet er.

Banke bildet in seiner Firma für den eigenen Bedarf aus. An Stand des metallverarbeitenden Betriebs informiert Ausbildungsleiter Melvin Stamm die Schülerinnen Aliya Villalba Ferreira und Lena Vogl über die verschiedenen Berufe, die man bei Banke lernen kann. Obwohl die beiden Achtklässlerinnen eigentlich etwas machen wollen, „was mit Menschen zu tun hat“, können sie sich durchaus vorstellen, Feinwerkmechaniker zu werden. Vor allem als Stamm erwähnt, dass Mädchen meist die besseren Resultate in der Schule erzielten und in der Regel einen guten Abschluss erreichten, werden Alija und Lena hellhörig. „Mädchen strengen sich mehr an“, weiß Stamm aus jahrelanger Erfahrung.

In eine ganz andere Richtung möchte Melinda Mustafa gehen. Die 13-Jährige hat sich von Christine Pettinger und Eva Seilersdorfer vom Markt Isen über das Berufsbild der Verwaltungsfachangestellten informieren lassen. Celice Hammer will später mit Kindern arbeiten und ist am Stand der Isener Kindertagesstätten fündig geworden, während sich Gloria Ayomanor von Sabine Oskar vom Forstener Kochhaus etwas über die Ausbildung zur Köchin erzählen lässt. Die drei Schülerinnen besuchen die siebte Klasse und sind gerade dabei, erste Erkundigungen in der Berufswelt zu machen. Für sie steht allerdings schon fest, dass sie ihr Betriebspraktikum, das sie im nächsten Schuljahr absolvieren müssen, in Isen oder Forstern machen wollen.

Viel los ist vor allem an den Ständen, bei denen man selbst Hammer und Zange in die Hand nehmen kann. Mit gleich drei jungen Mitarbeitern ist Bauunternehmer Dieter Fischer in die Schule gekommen. Er setzt damit ein Prinzip um, das den Machern der Messe wichtig ist: Junge Auszubildende informieren die Schüler. Simon Fischer, Max Sax und Peter Wimmer haben – wie ihr Chef – alle die Isener Mittelschule besucht, bevor sie in Lappach Maurer oder Zimmerer gelernt haben beziehungsweise noch lernen. „Unser Klientel kommt aus der Mittelschule“, sagen Maria und Dieter Fischer über potenzielle Auszubildende. „Es bringt nix, zu jammern, wir müssen selber aktiv werden, um Mitarbeiter zu finden.“

Der 14-jährige Simon Rachl interessiert sich für die Ausbildung zum Maurer. Er schaut bei der Baufirma Martin Angermaier vorbei, die im Schulhof eine aufwändige Präsentation mit Baumaschinen vorbereitet hat.

Doch auch wer vorhat, nach dem Mittelschulabschluss mit der Schule weiterzumachen, ist bei der Isener Berufsmesse am richtigen Ort. Berufsberaterin Ellinor Scheigenpflug-Rauscher von der Arbeitsagentur Erding erklärt Hakan Yaman aus der 9. Klasse, wie er sein Berufsziel Architekt erreichen kann. Entweder er lernt Bauzeichner und besucht danach die Berufsoberschule, oder er versucht gleich über Wirtschafts- oder Fachoberschule zum Studium zu kommen. „Es gibt inzwischen Gott sei Dank viele Möglichkeiten“, sagt sie.

Nicht nur die Messe war ein Erfolg, auch die Veranstaltung am Vortag war gut besucht. „Unsere Kollegin Stefanie Peintner hat eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt“, lobt Schulleiter Oberhofer. Peitner hatte erfolgreiche Ex-Mittelschüler aufs Podium gebeten. In der von Kreishandwerksmeister Rudi Waxenberger moderierten Diskussion, zu der gut 100 Besucher waren gekommen waren, wurden Eltern und Schüler umfassend informiert.

Anne Huber

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