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Verliebt ins Marionettenspiel: Carmen Däumer (l.) und Helana Ruhland. 

Uraufführung

Isentaler Marionettenspiel feiert Premiere

Carmen Däumer und Helana Ruhland haben eine gemeinsame Leidenschaft entdeckt und das Isentaler Marionettenspiel gegründet. „Schlaf gut – eine lausige Geschichte“ lautet der Titel ihres ersten Stücks, das sie am Sonntag, 26.Januar, um 16 Uhr im Isener Rathaus zeigen.

Isen – Vor zwei Jahren haben sich Carmen Däumer und Helana Ruhland bei einem Puppentheater-Festival in das Marionettenspiel verliebt. Am Sonntag treten sie selbst erstmals als Isentaler Marionettenspiel im Rathaus auf.

Ein wenig hat es gedauert, bis Däumer und Ruhland Kurse besuchen konnten, um das Spiel mit den fragilen Gliederpuppen zu erlernen. Erst nachdem die frühere Ärztin und die ehemalige Erzieherin vor einem Jahr in den Ruhestand gegangen waren, hatten sie genug Zeit und Muße, um bei Marlene Gmelin und Detlef Schmelz das Spiel mit den Puppen zu erlernen. Denn die beiden Marionettenspieler, die mit ihrer Vorstellung beim Puppentheater-Festival in Dietramsziel bei den beiden Freundinnen das Feuer für das Marionettenspiel entfacht haben, treten nicht nur auf, sie bieten auch Anfängerkurse an und bauen in ihrer Manufaktur selbst Puppen. Kein Wunder also, dass bei Däumers und Ruhlands Stück „Schlaf gut – eine lausige Geschichte“ die Marionetten aus der Werkstatt im hohelohischen Ingelfingen stammen.

Vor allem Technik habe bei den drei Wochenendseminaren auf dem Lehrplan gestanden, erzählen die Puppenspielerinnen. Denn obwohl Däumer bereits mit Handpuppen in Kindergärten und Schulen aufgetreten ist und Ruhland in ihrem Beruf öfter Kasperletheater gespielt hat, musste der Umgang mit dem Spielkreuz erst von der Pike auf erlernt werden. „Weil wir nicht mehr die Jüngsten sind, kommt uns das Spiel entgegen, bei dem die Figuren vor dem Körper geführt werden“, sagen die aktiven Rentnerinnen. Noch dazu, weil diese Art, die Figuren zu bewegen, wesentlich differenziertere und natürlichere Bewegungen zulasse, als in vorgebeugter Körperhaltung von einem erhöhten Podest herab. „Wichtig war aber auch, dass wir in der Ausbildung ein Feedback bekommen haben, was wir am Stück ändern müssen“, sagt Däumer. Auf den Tipp Gmelins hin wurden die Figuren des Stücks, die „Schaffittchen“ im Traum erscheinen, zu sogenannten Tüchermarionetten umgestaltet – die schwebenden Gewänder machen jetzt die Traumsequenzen deutlich.

Denn böse Träume spielen im Stück, das an Michael Endes „Traumfresserchen“ erinnert, von Däumer und Ruhland aber auf eigene Art wiedergegeben wird, eine wichtige Rolle. Erst als der besorgte Vater die Traumlaus trifft, die nichts lieber frisst als Albträume, kehrt Ruhe in den Schlaf der kleinen Mädchen ein.

Der wichtigste Rat der Profis sei aber gewesen: „Was die Puppe macht, musst du selbst machen“. Ist die Puppe traurig, muss der Puppenspieler diese Trauer nicht nur zum Ausdruck bringen, er muss es ein ganzes Stück weit selber sein, sagen die beiden. Und weil Däumer und Ruhland bei aller Verbundenheit doch sehr verschieden sind, übernimmt die frühere Ärztin die extrovertierten Charaktere, während Ruhland, die auch im richtigen Leben zurückhaltender ist als ihre Freundin, die eher verhalteneren Rollen. „Wir ergänzen uns perfekt“, sagen sie. Auch bei dem Wunsch, zwar Botschaften zu vermitteln, aber dabei nicht den pädagogischen Zeigefinger zu erheben, stimmen die beiden überein.

Damit die Puppen die wichtigste Rolle spielen, wird das Bühnenbild so schlicht wie möglich gehalten. Auch die Musikbegleitung und die Beleuchtung, die ihnen zunächst am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat, sind reduziert. Weil die beiden nach eigener Aussage „technisch eher unbegabt“ sind, wären ihnen ihre Partner mit Rat und Tat zur Verfügung gestanden, erzählen sie.

Ihr nächstes Stück, eine Bärengeschichte für kleinere Kinder, haben Däumer und Ruhland schon im Hinterkopf. Und selbstverständlich seien weitere Kurse geplant: „Wir stehen noch am Anfang“, sagen sie. Obwohl die Generalprobe vor Kindern schon einmal zu ihrer vollen Zufriedenheit verlaufen ist. (Anne Huber)

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